Aiblingerin mischt eine Männerdomäne auf

Sabine und die Bärte der anderen

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Sabine Kaufmann ist Friseurin und Barbier mit Leib und Seele
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Rosenheim - Messer, Seife, ihre Hände und Bärte - das ist (fast) alles, was Sabine Kaufmann braucht, um ihren beruflichen Traum zu leben. Sie ist Barbier. Ein Beruf der lange Zeit nur Männern vorbehalten war. 

Rasierschaum im Blut: Seit 20 Jahren arbeitet Sabine als Friseurin, jetzt ist sie auch ausgebildeter Babier

Unter dem großen Spiegel im hinteren Bereich des Friseursalons Hairplanet Mikesch in der Rosenheimer Innstraße liegen elektrische Rasierer, Kompressen, Messer, Bartöle und noch allerlei andere Utensilien, die es braucht, um die Köpfe und Gesichter der Kunden zu verschönern und zu pflegen. Herrin dieses Bereiches ist die Aiblingerin Sabine Kaufmann (36). Sie ist seit 20 Jahren Friseurin, seit 2003 Meisterin und vor drei Jahren hat sie die Barbierausbildung gemacht. Ihr Opa war schon Barbier, ihr Vater ist  Friseur, sie hat den Umgang mit Messern und Scheren also quasi im Blut.

"Ich mag meine Bärte einfach"

"Ich arbeite gerne kreativ, jeder Bart ist individuell. Ob Bartpflege bei einem Vollbart oder eine klassische Nassrasur, man kommt eben neben dem Haareschneiden damit nicht so in den Alltagstrott. Ich mag meine Bärte einfach", sagt sie auf die Frage, warum sie sich für diese Zusatzausbildung entschieden hat.

Ein super Team: v.l.n.r.: Sabine, Chef Mandi und Mandis Mutter Gitti, die gute Seele des Salons

"Ich habe das Glück, dass mein Chef Mandi dem ganzen von vorne herein aufgeschlossen gegenüber stand. Wir waren davor ja ein klassischer Friseursalon, bei dem es vorwiegend ums Kopfhaar ging." Mandi Mikesch, selber Friseur und Chef des Salons lässt Sabine da freien Lauf. Vor einem Jahr habe sie ihm gesagt, sie würde gerne mehr mit Bärten machen, dann kam schon der Barberstuhl und seit dem hat sie die verschiedensten Bärte unter ihrem Rasiermesser. "Ich finde es geil", sagt Mandi. "Die typischen Barberläden sind Männerläden, dass Frauen das machen, das gibt es nur ganz selten." Und Mandi hat sich anstecken lassen. "Ich wollte nie einen Bart", sagt er. Jetzt trägt auch er Vollbart und legt sich einmal die Woche bei Sabine unters Messer.

Stammkunden bleiben, Bärtige kommen dazu

Der Spaß darf bei der Arbeit natürlich nicht fehlen. Kunde Oguzhan kommt einmal die Woche.

Seit der Friseursalon auch zum Barber Shop wurde, hat sich der Kundenstamm erweitert. Neben den Stammkunden, die schon seit Jahren auch mal einfach so auf einen Kaffee vorbei schauen, kommen nun eben auch Männer, die sich die Gesichtsbehaarung stutzen, in Form schneiden oder ganz abrasieren lassen. "Jetzt haben auf einmal auch Kunden, die vorher glattrasiert waren einen Bart und sitzen bei Sabine zur Bartpflege auf dem Stuhl", lacht Chef Mandi.

Kunde Oguzhan kommt einmal die Woche zur Bartpflege und zum Glatze rasieren. "Ich war vorher bei einem Mann, aber in weiblichen Händen ist man einfach besser aufgehoben", sagt er.

"Moi a bissl die Männerdomäne aufmischen"

Mit ihrer neuen Berufung ist Sabine aber noch nicht zufrieden. Nächstes Jahr will sie beim internationalen Barber Award mitmachen. "Moi a bissl die Männerdomäne aufmischen", lacht sie. Chef Mandi hat für den Salon sogar eine eigene Produktlinie entwickelt. Neben dem Piratenwachs, dass bereits auf dem Markt ist, werden bald verschiedenste Haar- und Bartpflegeprodukte heraus kommen.

Sabine bei der Arbeit

Auf den Bart gekommen?

Hairplanet Mikesch

Innstraße 37

83022 Rosenheim

Tel.: 08031/32926

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Wer jetzt neugierig geworden ist, und den beiden Friseuren, die ihre Arbeit mit Herzblut ausüben, über die Schulter schauen oder sich vielleicht selbst in ihre Hände begeben will, soll einfach vorbei kommen und sich von der familiären und herzlichen Atmosphäre überzeugen. Zwischen 15 und 25 Euro kostet eine Bartpflege, je nach Aufwand. Einen Haarschnitt gibt es ab 26 Euro.

Quelle: rosenheim24.de

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