Lesermeinungen zur Babenshamer Petition 

Heiße Debatte um Brandschutz bei Vereinsfesten: So urteilen die Leser 

+
Spezielle Vorgaben für Feste und Feiern in punkto Brandschutz ab einer Gästezahl von 2000 Personen: Das wollen viele Vereine so nicht stehen lassen und wehren sich gegen die strengen Auflagen mit einer Petition.  
  • schließen

Babensham - Das Aufbäumen der Vereine gegen immer strengere Brandschutzvorgaben bei Festen und Veranstaltungen wird kontrovers diskutiert. Ist die Petition wirklich ein erster Schritt in die richtige Richtung? So stehen unsere Leser zu dem aktuellen Thema: 

Die von Kurt Huber ins Leben gerufene Petition gegen strenge Auflagen beim Brandschutz und einzuhaltende Vorgaben hat bereits über 1200 Unterschriften seit Ostern gesammelt. Mit den angegeben Mitgliederzahlen der Unterzeichner hinzu addiert seien das insgesamt 4288 Personen (Stand 5. April). Die Vereinsvorstände und Ehrenamtsträger werden gebeten, eine Antwort mit Vereinsnamen und Mitgliederzahl zu verfassen, damit ersichtlich werde, wie groß der jeweilige Verein ist.

Auslöser für die Petition "Feste feiern aber die Vereine bald nicht mehr …?" war eine Informationsveranstaltung der Abteilung Bauamt im Landratsamt. Die Vereine stehen den Vorgaben in punkto "Genehmigung von Veranstaltungen und Festen mit über 200 Besuchern" kritisch gegenüber - und setzen sich für die Petition ein. Nach Veröffentlichung wurde das Thema Brandschutz gapaart mit Vereinsleben und Festen kontrovers bei den Lesern diskutiert. 

So diskutieren die Leser auf OVB24.de: 

Kommentator "nixwisser" beispielsweise erachtet die Vorschriften als essentiell: "Ich bitte alle Unterzeichner an 'Duisburg' (Katastrophe auf der Loveparade) zu denken. Da wurden Sicherheitsvorschriften grob missachtet. Welcher Vorstand möchte gerne am Grab seiner Gäste, Dorf-Mitbewohner, Verwandten stehen?????? Also: Mehr Verständnis für Sicherheitsvorschriften!!!!!"

Auch Kommentator "Mal ehrlich" spricht sich für mehr Sicherheit aus: "Immer erst was tun, wenn was passiert ist? Mal ein Gedankenspiel, bitte ehrlich sein! Wenn an einer verkehrsreichen Straße ein Kind überfahren wird, dann kommen die Oberschlauen und sagen: Da hätte schon längst mal eine Ampel hingehört, vielleicht kommt sie dann auch, aber zu spät. Angenommen, es ist die eigene Tochter! Wenn in einem Bierzelt ein Feuer ausbricht und es gibt Verletzte oder sogar ... darf man das jetzt aussprechen? ... dann kommen die Oberschlauen und sagen: Da hätte man doch schon längst mal mit strengeren Auflagen kommen müssen, vielleicht kommen sie dann auch, aber zu spät. Angenommen, es ist die eigene Tochter!" 

"McMenace" sieht die Argumente von "Mal ehrlich" eher skeptisch: "Vollständige Sicherheit wirst Du nie und nirgendwo garantieren können, von daher ist die Frage wo man da eine Grenze zieht (...) Das kommt bei uns daher weil man ja für alles was passiert unbedingt einen haftbar zu machenden Sündenbock braucht. Also nicht wundern, wenn den keiner mehr spielen mag. Das gilt für den einzelnen gemeinnützig Vereinsdienstleistenden halt genauso wie für diejenigen, die solche Feste genehmigen, denn hinterher heißt es immer hätte doch ... müssen oder warum wurde das und das nicht gemacht. Nur in seltenen Fällen geschieht wohl etwas fahrlässig, die Veranstalter wissen schließlich auch um ihre Verantwortung, aber sowas wie persönliches Lebensrisiko gibt es eben nicht mehr, also Vorschriften, Vorschriften, Vorschriften."

Kommentator "Barbossa" wagt einen Blick in die Zukunft: "Ist der Brandschutz nur vorgeschoben? Wie bekannt ist, bekommen Vereine immer höhere Auflagen, wenn man ein Fest machen will oder wenn man einen Umzug veranstalten will. Das Land verändert sich, stellt vor der Zufahrt zum Fest einfach ein paar Betonquader auf und schon ist das meiste getan. Oder aber auch, der Staat will gar nicht mehr, dass Vereine viele Feste feiert, denn wenn man sich die Grünen so anhört wie Kathrin G. E. (Deutschland wird sich verändern und zwar drastisch und darauf freue sie sich)" 

Nutzerin "bayerin" hat eine "Paniksituation" auf einem Fest bereits miterlebt und erzählt: "Ich hab zwar schon zweimal erlebt , dass ein Zelt geräumt werden muss, aber nicht weil es brennt sondern weil eine schwere Gewitterfront mit Orkanböen kam. Da sind gute Fluchtwege sinnvoll. Aber die Bürokratie macht schon in den letzten Jahren dem Vereinen das Leben schwerer. Vor allem bei Veranstaltungen wie Maibaum aufstellen, Dorffeste oder Kirtahutschen... Alles soll und will versichert sein oder vom Landratsamt genehmigt. Das ist der Fluch des Fortschritts und der modernen Zeit. Es ist ein zweischneidiges Schwert. Schön und gemütlich soll es sein....aber sicher auch!"

"Buganini" schreibt: "Es sollte so wie früher sein,der Wirt vor Ort sollte die Bewirtung des Festes vornehmen und der Verein sollte prozentual beteiligt werden, die so eingenommenen Beträge sind der Jugendarbeit im Verein zuzuführen und gut is. Und noch was,die Vereine vor Ort selbst wissen am besten Bescheid was bei dem Fest zu beachten ist, was evtl. Unfälle o.dgl. betrifft da brauchts keine Gscheidmeier von außerhalb die sich wichtig machen wollen."

"JKH" kommentiert: "Vereinsfeste sind für jede Gemeinde wichtig und die Möglichkeit des Vereins seine Vereinskasse aufzubessern. Allerdings habe ich wenig Verständnis wenn Vereine über mehrere Tage feiern und ich bei manch einem Fest mehr wie 2000 Besucher sehe. Das hat nichts mehr mit Vereinsfest und Gemeinnützigkeit zutun und geht deutlich in die Schiene gewerbliche professionelle Veranstaltung."

Auch auf Facebook gehen die Meinungen zu dem Thema auseinander: 

mb

Quelle: wasserburg24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser