Scheitel-Aktion gegen B15neu

Lauter Protest: „Herrmann, stopp die Autobahn“

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Trommeln und rufen, um gegen die Pläne der B15neu zu protestieren: Die Scheitel-Aktion am Odeonsplatz blieb friedlich aber nicht leise.
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Landkreis – Viele Wochen sammelten B15neu-Gegner Holzscheite, nun wurde eine Ladung nach München gekarrt. Minister Joachim Herrmann nahm sein hölzernes Präsent jedoch gar nicht entgegen. **Neu: Fotos der Aktion**

Ein vielstimmiger Chor forderte direkt vor dem Ministerium am Odeonsplatz in München: „Herrmann, stopp' die Autobahn“. Gemeint ist der geplante Bau der autobahnähnlichen Trasse namens B15neu zwischen Landshut und Rosenheim.

Scheitel-Aktion vor Ministerium

Der Minister wusste von der angemeldeten Demonstration zur „Scheitelaktion“, doch weder er persönlich, noch Staatssekretär Gerhard Eck kamen aus dem bayerischen Landtagsgebäude heraus und sprachen mit den Trassen-Gegnern. „Wir wollen uns Gehör verschaffen und setzen deshalb mal wieder ein Zeichen“ erklärt eine Aktivistin, die in ihrem Ort eine Sammelstelle bereit stellte und nun verwundert zum Fenster des Landtagsgebäudes blickt.

Rund 50 B15neu-Gegner aus den betroffenen Landkreisen begleiteten den Schlepper mitsamt Kippanhänger. Die äußerst phantasievoll dekorierten und bemalten Holzscheite wurden bereits am Samstag von den Stellen eingesammelt und am Montagnachmittag teils lautstark auf den Weg nach München gebracht. Fritz Schott von der Bürgerinitiative „Stop B15neu“ erklärte auf Anfrage, dass es eindrucksvoll gewesen sei, als die Holzladung vor dem Ministerium am Odeonsplatz unmittelbar beim Reiterdenkmal von Ludwig I. abgekippt wurde.

Schott zeigte sich äußerst angetan von der Aktion. „Es wurde einmal mehr ein Zusammenhalt gegen die Autobahntrasse gezeigt, dies kann nicht unbemerkt geblieben sein“ waren sich die B15neu-Gegner einig. Ein 28 Meter breites Transparent, das ein Unternehmer aus Vilsbiburg spendierte, wurde zur Front des Ministeriums gehalten. Auch die Polizei war vor Ort, so, wie es sich für jede angemeldete Demo gehört.

Viele kunstvoll hergerichteten Scheite wurden gesammelt

Fritz Schott und weitere Verantwortliche der Bürgerinitiative bemängelten, dass Innenminister Joachim Herrmann bislang keine Bereitschaft gezeigt habe, sich mit den Gegnern dieses Autobahnprojekts zu unterhalten. Der Protest gegen die vorgesehene Schnellstraße, die eventuell in den Bundesverkehrswegeplan 2015 mit aufgenommen wird, verlief am Montagnachmittag teils äußerst laut: Tröten, Hörner, Trillerpfeifen sowie Trommeln und Sirenen verhalfen zum wahrhaftig „lautstarken“ Protest.

Mit dabei waren auch der verkehrspolitische Sprecher des Bundesverbandes BUND, Richard Mergner sowie der stellvertretende Vorsitzende des Bund Naturschutz, Sebastian Schönauer. Beide hatten einen Gesprächstermin im Staatsministerium, bei dem es möglicherweise auch um die B15neu ging.

Die Holzscheite werden nun einem guten Zweck zugeführt

Alle Scheite wurden wie versprochen nach ungefähr einer Stunde wieder vollständig aufgeräumt und abtransportiert.

Der Effekt, sich mal wieder gezeigt zu haben und den Unmut zum Ausdruck zu bringen, sei jedoch zufriedenstellend verlaufen, ertönt es von verschiedenen B15neu-Gegnern gleichermaßen. Auch weiterhin sollen gemeinsame Aktionen und Projekte Signale setzen, um zu zeigen, dass viele Bürger gegen einen autobahnähnlichen Trassenbau sind.

Quelle: rosenheim24.de

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