B12: Sorgenkind der Region

Mühldorf - Immer wieder kommt es auf der B12 zu Unfällen. Woran liegt´s? Innsalzach24.de hat mit Polizeihauptkommissar Johann Rabl über das heikle Thema gesprochen.

Am Wochenende hat es auf der B12 wieder gekracht. Zwischen Ramsau und Haag ereignete sich ein tödlicher Verkehrunfall, bei dem ein 70-jähriger Mann aus dem Landkreis Passau ums Leben kam. An fast der gleichen Stelle prallte ein 25-Jähriger einige Stunden später gegen einen Strommast. Obwohl sein BMW komplett zerstört wurde, kam der Fahrer zum Glück mit leichten Verletzungen davon.

Bei beiden Fällen ist die Unfallursache nicht geklärt. "Das gibt es öfter bei Unfällen auf der B12", erklärt Johann Rabl, Polizeihauptkommissar an der Polizeiinspektion Mühldorf. Körperliche Ursachen oder Ablenkung könnten zum Beispiel schlecht erkannt werden. Am häufigsten seien aber eine zu hohe Geschwindigkeit und die Missachtung der Überholverbote als Unfallursachen auf der B12 festzustellen. "Alkohol spielt hier eigentlich keine Rolle. Durch das hohe Verkehrsaufkommen entsteht Überholdruck auf der Strecke", so der Fachmann, der sich schon seit über zehn Jahren mit der B12 und den Unfällen hier beschäftigt. 16500 Fahrzeuge würden pro Tag die Strecke befahren, über 15 Prozent davon seien LKWs.

Dabei sei die Zahl der Unfälle im Vergleich zu der vor 15 Jahren deutlich gesunken. Durchschnittlich haben sich in den letzten fünf Jahren jährlich 200 im Landkreis Mühldorf ereignet. Davon gelten 110 als Kleinunfälle, also Auffahr- oder Wildunfälle. Bei circa 90 sind Personen zu Schaden gekommen oder es gab einen schweren Sachschaden. 80 Verletzte und fünf Todesopfer sind im Durchschnitt jährlich auf der B12 zu beklagen. "Heuer gab es auf der Strecke zwei Tote. Im Vergleich zu den Vorjahreszahlen sind auch die Verletztenzahlen um 40 Prozent zurückgegangen."

Der Rückgang der Unfallzahlen sei den polizeilichen Maßnahmen, aber auch den Maßnahmen der Unfallkommission des Landkreises geschuldet. "Sie befasst sich mit den Unfallhäufungspunkten und -strecken und führt Maßnahmen durch wie Markierungen, Beschilderungen, Deckenerneuerungen, Baumfällungen, Schutzplanken oder Linksabbiegerspuren." Seit 2004 kontrolliere die Polizei auch verstärkt auf der B12. Die Beamten würden mehr als 1000 Geschwindigkeits- und Überholverbotsverstöße im Jahr feststellen.

Mit Hilfe einer Unfalltypensteckkarte des Straßenbauamts Rosenheim kann Rabl feststellen, welcher Unfalltyp sich wo überwiegend ereignet und wie schwer der Unfall ist. "Unser Sorgenkind ist zur Zeit Reichertsheim. Dort kommt es verstärkt zu Abbiegeunfällen." Eine Geschwindigkeitsbegrenzung und ein Überholverbot seien dort darum schon veranlasst worden. "Jetzt muss man überlegen, ob man auch die Ein- beziehungweise Ausfahrt sperrt, sodass man nur noch von einer anderen Seite nach beziehungsweise aus Reichertsheim fahren kann."

Laut einigen innsalzach24.de-Usern seien besonders im Bereich zwischen Ramsau und Haag tiefe Spurrillen oft schuld an Unfällen auf der B12. "Das kann ich nicht bestätigen", meint Franz Ruckdäschl vom Straßenbauamt Rosenheim. Die Qualität der Strecke sei als befriedigend eingestuft worden, trotzdem ist die Sanierung der Straße für 2011 geplant. "Die Straße an dieser Stelle ist nicht hervorragend, aber immer noch besser als ausreichend. Die Spurrillen werden außerdem nur zum Problem, wenn es nass ist. Im aktuellen Fall vom Wochenende waren sie also nicht die Unfallursache."

Anette Mrugala

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

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