Autobahnpolizei Holzkirchen mahnt zur Vorsicht

2018 bereits über 50 Unfälle durch Übersehen von Stauende

Holzkirchen - Alleine in diesem Jahr mussten die Beamten der Autobahnpolizei Holzkirchen bereits über 50 Unfälle auf der Autobahn aufnehmen, weil Verkehrsteilnehmer ein Stauende übersehen oder das verkehrsbedingte Bremsen des Vorausfahrenden bei stockendem Verkehr nicht rechtzeitig wahrgenommen haben. 

Die Bilanz bis Mitte März: eine Schwerstverletzte, ein Schwerverletzter, fünf leicht verletzte Personen und weit über 400.000 Euro Sachschaden.

Die meisten Unfälle ereigneten sich bei niedrigen bis mäßigen Geschwindigkeiten bis etwa 80 Kilometer pro Stunde. Die Ursachen sind immer dieselben: nicht angepasste Geschwindigkeit, unzureichender Sicherheitsabstand und Ablenkung

Hinweise der Autobahnpolizei

Die Autobahnpolizei mahnt alle Fahrzeugführer daher zu besonderer Vorsicht und gibt folgende Tipps:

  • Ein Stau ist eine Gefahrenstelle. „Wenn Sie das Stauende erkennen, schalten Sie unbedingt Ihr Warnblinklicht ein, um den nachfolgenden Verkehr auf die Gefahr aufmerksam zu machen!“, erklärt Polizeihauptkommissar Johannes Klinger, Leiter der Autobahnpolizeistation Holzkirchen. 
  • Jetzt gilt es, die eigene Geschwindigkeit zu verringern und dabei das Stauende und den übrigen Verkehr auch im Rückspiegel im Blick zu behalten. 
  • Beim Heranfahren an das Stauende muss das eigene Fahrzeug so positioniert werden, dass eine Rettungsgasse gebildet wird. „Auch im Stau heißt es daher: Rettungsgasse bilden und ausreichend Abstand halten, um gegebenenfalls Rangieren zu können.“, empfiehlt Klinger. 
  • Das Warnblinklicht sollte erst dann ausgeschaltet werden, wenn der nachfolgende Verkehr die Gefahr erkannt hat und selbst das Warnblinklicht einschaltet.

Vorsicht bei dichter werdendem Verkehr

Besondere Aufmerksamkeit ist generell bei dichter werdendem Verkehr erforderlich. Hier ist immer mit plötzlichen Störungen und Staubildung zu rechnen, entsprechend groß sollte der Abstand zum Vordermann sein. Kommt der Verkehr plötzlich zum Stehen, sollte auch bei geringeren Geschwindigkeiten die Warnblinkanlage eingeschaltet werden, um den nachfolgenden Verkehrsteilnehmer hierauf aufmerksam zu machen. Und auch bei stockendem Verkehr gilt: Rettungsgasse bilden!

„Die meisten Autofahrer kennen ihre Autobahnen und wissen, wo es gerade zu Stoßzeiten dichter wird und zu Staus kommen kann.“, sagt Klinger. „Wer vorausschauend fährt, mit Augen und Kopf „auf der Straße“ ist und seine Geschwindigkeit den Verkehrsverhältnissen anpasst, kann auf plötzliche Gefahren reagieren.“

Behalten Sie den langen Anhalteweg im Hinterkopf!

Die hohen Geschwindigkeiten auf Autobahnen haben immer einen langen Anhalteweg zur Folge. Bei gefahrenen 120 Kilometern pro Stunde beträgt der Anhalteweg bereits über 90 Meter. Wer mit 200 Kilometern pro Stunde unterwegs ist, fährt schon über 50 Meter weit, bevor er überhaupt auf die Bremse steigen kann und kommt dann erst nach rund 230 Metern zum Stillstand - das ist weiter als die Entfernung zwischen vier Leitpfosten. Bei ungünstigen Bedingungen wie schlechten Bremsen und Reifen oder nasser Fahrbahn kann sich der Anhalteweg leicht verdrei- oder vervierfachen

Taucht der Stau plötzlich hinter einer Kurve oder Kuppe auf, hat man keine Chance.“, mahnt Klinger. „Da hilft auch kein ABS und keine Bremsunterstützung.“

Pressemeldung Autobahnpolizeistation Holzkirchen

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / Julian Strate (Symbolbild)

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