"Bombenleger von Waldkraiburg": Mutterkonzern dementiert: "Keine Anhaltspunkte"

Stammen die Bombenmaterialien von Nitrochemie aus Aschau am Inn?

Chemiefirma Nitrochemie Aschau GmbH äußert sich zur Beschäftigung von "Bombenleger von Waldkraiburg", Muharrem D.
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Die Nitrochemie Aschau GmbH in Aschau am Inn. Auf Nachfrage von innsalzach24.de bestätigt das Unternehmen, dass der "Bombenleger von Waldkraiburg" dort tätig war. Derzeit lägen allerdings keine Anhaltspunkte dafür vor, dass es eine Verbindung von Produkten oder Materialien des Unternehmens zu den Stoffen gibt, die die Polizei bei ihm gefunden hat.

Aschau am Inn/Waldkraiburg - Woher hatte der "Bombenleger von Waldkraiburg" das Material für seine Bomben? Nun äußert sich sein früherer Arbeitgeber:

Drei Tage ist es her, dass der "Bombenleger von Waldkraiburg" verhaftet wurde. Viele Fragen sind aber noch offen. Darunter, wie Muharrem D. an das Bombenmaterial gekommen ist. Bereits kurz nach seiner Verhaftung war bekanntgeworden, dass er zuvor in einem Chemiebetrieb der Region tätig gewesen war. Daher kam die Frage auf, ob er dort möglicherweise an das Material für seine Bomben gekommen sein könnte. Dazu teilte die Generalstaatsanwaltschaft München bereits mit, dass hierzu die Ermittlungen andauern. Dem schloss sich auch die Polizei an, da man aktuell aus ermittlungstaktischen Gründen keine Auskünfte mehr zu dem Fall gebe. 


Einer unserer Leser gab uns allerdings den Hinweis, dass D. bei der Nitrochemie Aschau GmbH tätig gewesen sein soll, einer Firma, die unter anderem, Treibladungen für militärische Anwendungen herstellt.  Gegenüber innsalzach24.de bestätigte dies nun die Rheinmetall AG, der Mutterkonzern der Nitrochemie.

Frage bleibt weiter offen

 "Der von Ihnen genannte Muharrem D. wurde von einer Zeitarbeitsfirma seit Mitte Januar 2020 zur Mitarbeit bei der Nitrochemie Aschau GmbH entliehen und dort im Produktionsbereich eingesetzt." Und weiter: "Der Nitrochemie Aschau GmbH liegen derzeit keine Anhaltspunkte dafür vor, dass es eine Verbindung von Produkten oder Materialien des Unternehmens zu den Stoffen gibt, die die Polizei bei dem Verdächtigen gefunden hat."


Woher Muharrem D. also die sprengfähigen Chemikalien her hatte, bleibt weiter offen. Ebenso diverse andere Fragen. Etwa, welchen Bezug D. zu Garching an der Alz hat und ob er alleine handelte oder Hintermänner hatte. 

Festnahme am Freitag 

Am Freitagabend ging der selbsternannte "Bombenleger von Waldkraiburg" Muharrem D. der Polizei ins Netz. Daran hatte er nicht wenig eigenen Anteil. Denn er saß ohne Ticket mit einem Koffer im Zug von Garching nach Mühldorf. Dabei erwischt, übergab ihn die Kontrolleurin am Bahnhof Mühldorf an die Bundespolizei. Den Beamten gegenüber beklagte er das Gewicht seines Gepäcks. Er bat ausdrücklich darum, es zurücklassen zu dürfen. Da er mit einigen Drogendelikten vorbestraft war, zog das die Aufmerksamkeit der Beamten nur umso mehr auf den Koffer. Darin fanden sich dann ein Satz Rohrbomben.

Bilder von der Anschlagserie in Waldkraiburg 

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Im darauf folgenden Verhör bekannte D., dass er der Täter hinter der Anschlagserie auf insgesamt vier Geschäfte mit türkischen Inhabern in Waldkraiburg sei.Er erklärte, sich zur Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu bekennen. Als Tatmotiv gab er, laut Polizei, "Hass auf Türken" an. Seine Eltern stammen aus der Türkei und sollen kurdische Wurzeln haben. Laut den Ermittlern spielte aber der Konflikt zwischen Türken und Kurden keine Rolle bei seinem Motiv.

Großbrand in Waldkraiburg am 27. April

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Außerdem verriet D. das Versteck weiterer Bomben und Sprengmaterials in seiner Wohnung sowie einer Garage in Garching an der Alz. Daraufhin wurden beide Orte von Sondereinsatzkommandos (SEK) der Polizei untersucht. In der Folge wurden immer weitere Details über D. bekannt. Er war aufgewachsen in Altötting, wohnte zuletzt aber in einer Wohngemeinschaft in Waldkraiburg. Seine Nachbarn beschreiben ihn als insgesamt eher unauffällig. 

In jedem Fall ist sich die Polizei ist sicher, mit Muharrem D. den richtigen Mann geschnappt zu haben: "Er schilderte Details zu den Taten, die nur der Täter kennen kann", so die Ermittler.

hs

Quelle: innsalzach24.de

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