App.Art - Die Kunst der Kunst am iPhone

Kolbermoor - Am iPhone ein Kunstwerk erschaffen? Ja, das geht! Wie genau, das hat Ameli Neureuthers Ausstellung App.Art am Mittwoch im Kesselhaus eindrucksvoll demonstriert.

"Das, was ich mache, kann eigentlich jeder!" Ameli Neureuther, die Tochter der ehemaligen Wintersport-Profis Rosi Mittermaier und Christian Neureuther, ist auf dem Teppich geblieben. Obwohl sie zum Abheben allen Grund hätte. Mit ihrer Ausstellung "App.Art" hat sie am Mittwochabend bereits zum zweiten Mal für volles Haus gesorgt. Das Interesse an der Kunst, die sie ganz unspektakulär an ihrem iPhone erschafft, war groß.

"Es ist eine simple Sache. Es gibt da eine App, auf die bin ich zufällig mal gestoßen, und mit der kann man eben auf dem iPhone-Display zeichnen. Da gibt's verschiedene Einstellungen, Strichdicke und Farbe und so weiter, und so entsteht da eben ein Bild. Mein Finger ist mein Pinsel und das Display meine Leinwand."

Die 30-Jährige ist eigentlich Modedesignerin. Aber für sie ist der Weg von Modedesign zu App.Art nicht sehr weit. "Es geht bei beidem darum, wie ich meine Idee am besten von meinem Kopf in ein anderes Medium transferieren kann."

App.Art im Kesselhaus Kolbermoor

Steve Jobs

Ameli zeichnet meistens Menschen aus ihrem Umfeld in Situationen, die sich ihr geradezu "ins Gehirn gebrannt" haben. Etwa eine gute Freundin in dem Moment, als ihr Baby in ihrem Bauch das erste Mal gestrampelt hat. Und manchmal, das mache ihr selbst etwas Angst, zeichne sie Dinge, die im Nachhinein wirklich passieren. So geschehen beim erst kürzlich verstorbenen Apple-Chef Steve Jobs. "Ohne ihn wäre ja meine ganze Kunst nicht möglich, er war also so ein bisschen wie mein Chef. Und den habe ich wirklich genau einen Tag vor seinem Tod gezeichnet. Plötzlich hatte ich das Bedürfnis, Steve Jobs zu zeichnen. Einen Tag später war er tot," so Ameli Neureuther.

Wolfgang Joop in seinem Garten

Großes Amusement löste Amelis Anekdote zu ihrem Bild "Wunderkind" aus. Es zeigt ihren ehemaligen Chef Wolfgang Joop in seinem Garten. "Wolfgang hat mir einmal erzählt, dass er in seinem Garten bei seinen Blumen stand, auf die er wahnsinnig stolz war, als eine Gruppe Touristen vorbeikam und ihn fragte: Where can we find the Blue-men-group? Wolfgang verstand statt "Blue-men" aber Blumen und zeigte den verdutzten Touristen voller Stolz seine Gartenpracht." Ereignisse wie diese, an die sie immer wieder denken muss, sind die, die es auf das iPhone schaffen, so die App-Künstlerin.

Ameli bekennt sich selbst zur absoluten iPhone-Sucht. "So bin ich ja überhaupt erst zu der Kunst gekommen. Ich mache mit dem Teil alles, fotografieren, zeichnen, lesen, surfen." Wie viel Zeit sie am Tag an ihrem technischen Spielzeug verbringt, weiß sie gar nicht so genau. Vielleicht sollte es auch für diese Frage mal eine App geben? Die Idee fand Ameli super.

Die 30-Jährige will mit der App.Art auf jeden Fall weitermachen. Aber sie will auch wieder in das Modedesign einsteigen. "Am liebsten mache ich dann beides gleichzeitig." Konkrete Pläne stehen aber noch nicht.

ds

Quelle: rosenheim24.de

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