Prozessauftakt am Montag

Asylbewerber wegen Mordes vor Gericht

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Regensburg - Im März soll ein 29-Jähriger seinen Mitbewohner in einem Asylbewerberheim erstochen haben. Beim Prozessauftakt am Montag äußerte er sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Wegen Mordes an einem Mitbewohner in einem Asylbewerberheim muss sich ein 29-jähriger Mann vor dem Landgericht Regensburg verantworten. Er soll den 20-Jährigen im März in Wörth an der Donau mit einem Taschenmesser erstochen haben. Der Angeklagte äußerte sich beim Prozessauftakt am Montag zunächst nicht zu den Vorwürfen. Bei der Vernehmung durch Polizisten nach der Tat hatte er aber zugegeben, mit dem Messer auf den Jüngeren losgegangen zu sein.

Laut Anklage war es zum Streit zwischen den Männern gekommen. Nachdem andere Asylsuchende die beiden getrennt hatten, habe der Angeklagte ein Taschenmesser genommen, die Zimmertür des Opfers eingetreten und auf den wehrlos im Bett liegenden 20-Jährigen eingestochen. Mit einem Stich in die Brust traf er die Hauptschlagader, der junge Mann verblutete.

Verteidiger: Tat sei als Totschlag zu werten

In den Vernehmungen nach der Tat hatte der Angeklagte ausgesagt, er könne sich nicht mehr genau an den Tathergang erinnern. Doch der Jüngere habe mit dem Streit angefangen und ihn durch Beschimpfungen und Fußtritte provoziert.

Verteidiger Michael Haizmann sagte am Rande des Prozesses, er werde vor Gericht nicht bestreiten, dass sein Mandant die Tat begangen habe. Wegen des heftigen Streites sei das Opfer aber nicht arg- und wehrlos gewesen. Deshalb sei die Tat nicht als Mord, sondern als Totschlag zu werten.

Sechs weitere Verhandlungstage sind geplant

Auslöser für die Auseinandersetzung soll gewesen sein, dass der Asylantrag des Opfers nicht bewilligt worden war. Der 20-Jährige habe Streit gesucht, sei am Tatabend betrunken und aggressiv gewesen und habe den Angeklagten, der eine Aufenthaltserlaubnis bekommen hatte, verbal angegriffen.

Es sind sechs weitere Verhandlungstage geplant. Das Urteil soll am 18. Oktober gesprochen werden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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