Nürnberg

Anklage gegen mutmaßlichen Heckenschützen erhoben

Nürnberg - Er soll mehrfach auf Autos geschossen haben - auch auf fahrende: Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 50 Jahre alten Anwalt erhoben. Ein Zeuge hatte den Ermittlern den entscheidenden Tipp gegeben.

Update (14.07.): Ein mutmaßlicher Heckenschütze aus Nürnberg muss sich von Mitte September an vor Gericht verantworten, wie ein Justizsprecher am Dienstag sagte. Er bestätigte damit entsprechende Medienberichte.

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Wegen dreifachen Mordversuchs hat die Nürnberger Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen mutmaßlichen Heckenschützen erhoben. Der 50 Jahre alte Rechtsanwalt soll im Herbst 2014 mit einem Druckluftgewehr mehrfach auf Autos geschossen haben. Dabei habe er in Kauf genommen, dass die Schüsse für die Fahrer oder Beifahrer möglicherweise tödlich enden, teilte die Behörde am Montag mit.

Der Mann hat die Schüsse nach Angaben der Ermittler zugegeben. Er bestreite jedoch, gezielt auf die Autos geschossen zu haben. Tatwaffe war nach ersten Erkenntnissen der Polizei ein Kleinkaliber-Druckluftgewehr für Jagd- oder Sportzwecke. Die Waffe besaß der Mann illegal.

Der 50-Jährige soll aus seiner Wohnung heraus über einen Kanal hinweg geschossen und dabei auch Autos in etwa 100 Meter Entfernung auf einer Nürnberger Schnellstraße getroffen haben. Anfang November zielte er nach den Erkenntnissen der Ermittler auf einen Kleinwagen, dessen Fahrerin zuvor einen Unfall hatte und deswegen neben ihrem Fahrzeug stand. Zwei Schüsse trafen die Beifahrerseite.

In Wohngebiet geschossen

Weniger Tage später habe der Beschuldigte dann ein fahrendes Auto erwischt. „Obwohl das Geschoss die Beifahrertür traf, gelang es dem Fahrer, das Fahrzeug kontrolliert anzuhalten“, hieß es. Der Anwalt soll auch in das hinter seiner Wohnung liegende Wohngebiet geschossen haben. Dabei traf er einen Reifen und Verkehrsschilder.

Auf die Spur des Nürnbergers kamen die Beamten nach dem Hinweis eines Passanten, der im Vorbeigehen an dem Haus Schüsse wahrgenommen hatte. In der Wohnung des Juristen fand die Kripo fünf Waffen und umfangreiches Zubehör. Weitere Waffen hatte er vor der Durchsuchung in ein anderes Bundesland bringen lassen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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