GEBURTSSTATION IN BAD AIBLING BLEIBT GESCHLOSSEN

Winhart: RoMed-Klinikum schiebt Verantwortung auf Hebammen ab

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Bad Aibling/Rosenheim - Die Diskussionen um die Schließung der Geburtsstation im Bad Aiblinger RoMed-Klinikum reißen nicht ab. Nun schießt Andreas Winhart (AfD) scharf gegen das RoMed-Klinikum Rosenheim:

Bereits Anfang Dezember sah Andreas Winhart (AfD) Landrat Wolfgang Berthaler für die Schließung der Bad Aiblinger Geburtstation in der Schuld. In der Pressemitteilung schrieb der AfD Kreisvorsizende: „Berthaler ist ein politisches Weichei, ein Politikdarsteller der ganz üblen Sorte. Erst das Theater um die Geburtsstation, bei der mit aller Dreistigkeit behauptet wurde, man habe sich intensiv um Hebammen gekümmert, dann wenige Wochen später nun das Einknicken gegenüber dem ‚Experten‘ Herrn Lenz von RoMed, der eigentlich dem Landrat gegenüber verantwortlich ist. Da wackelt sprichwörtlich der Schwanz mit dem Hund. Berthaler hat keinerlei Führungskompetenz und die RoMed-Manager tanzen ihm wie sie wollen auf der Nase herum."

Wie Landrat Wolfgang Berthaler auf die Vorwürfe von Winhart reagierte lesen Sie hier.

Schwere Vorwürfe gegenüber RoMed-Klinikum

Nun holt der AfD-Politiker zu einem neuen Schlag aus und erhebt via Pressemitteilung schwere Vorwürfe gegen das RoMed-Klinikum Rosenheim. 

Die Pressemitteilung des AfD-Kreisverbandes im Wortlaut:

"In der Angelegenheit um die Rettung der Geburtsstation an der RoMed Klinik in Bad Aibling nutzte der stellv. AfD-Kreisvorsitzende Andreas Winhart die Möglichkeit zu Fachgesprächen mit der Verwaltungsleitung am Standort Bad Aibling sowie mit Herrn Lenz, Geschäftsführer der RoMed Kliniken. Beide Gespräche verliefen in etwa nach dem gleichen Schema, in dem die RoMed Kliniken die Verantwortung für die Schließung der Kliniken auf die Hebammen abwälzen will.

Andreas Winhart machte jeweils zunächst den Standpunkt der AfD klar. Hierbei betonte er, dass aus Sicht der AfD die RoMed Kliniken die Grundversorgung an allen Standorten im Landkreis aufrecht zu erhalten haben – hierzu zählen insbesondere alle gesundheitlichen Maßnahmen der Akutversorgung, wo vielfach zeitlicher Druck herrscht. Andreas Winhart zählte u.a. die schnelle Versorgung bei zeitkritischen Vorfällen wie Herzinfarkten, Schlaganfällen, gefährlichen Unfallverletzungen und eben auch Geburtshilfe – gerade dann, wenn das leibliche Wohl von Mutter und / oder Kind gefährdet ist. Dieser Grundversorgungskatalog muss zukünftig an allen Standorten gewährleistet werden und der Landkreis muss in seiner Verantwortung dafür auch aufkommen. „Es kann nicht sein, dass das bevölkerungsreiche Mangfalltal medizinisch von Agatharied oder Ebersberg abhängt“, so Winhart. Die Äußerung, dass gebärende Mütter auch auf den Standort Wasserburg der RoMed Kliniken ausweichen können (so lange es diesen noch gibt), empfindet die AfD als sprichwörtlichen Schlag ins Gesicht von werdenden Müttern im Mangfalltal. „Auf einen rund 40 Kilometer entfernten Standort zu verweisen ist geradezu eine Frechheit“, so Winhart.

In den beiden Fachgesprächen bestätigte man der AfD die Vermutung, dass nach dem 15. August 2017 nicht mehr nach Personal gesucht wurde. Man habe lediglich einige wenige Gespräche geführt. Die AfD vermutet hierbei politisches Kalkül mit Hintergrund der anstehenden Bundestagswahl im September. Ferner wurde von Seiten der RoMed Kliniken mitgeteilt, dass die Geburtsstation in Bad Aibling von finanzieller Seite sogar positiv ist, man aber lieber am defizitären Standort in Wasserburg als Hauptabteilung festhalten will. Grundsätzlich schieben die RoMed Kliniken die Verantwortung für die Schließungen der Geburtsstationen auf die Hebammen ab, in Teilen auch auf Kinderärzte, welche nicht bereits seien, am Standort Bad Aibling zu arbeiten. Die AfD fordert die Verantwortlichen in den RoMed Kliniken auf, ihr unverantwortliches Handeln gegenüber der Bevölkerung zu überdenken und sich nachhaltig und umfassend für die Beibehaltung der Geburtsstationen in Bad Aibling und Wasserburg einzusetzten. Die RoMed Kliniken haben aus Sicht der AfD die Pflicht eine umfassende, wohnortnahe gesundheitliche Grundversorgung vorzuhalten."

RoMed-Klinikum möchte keine Stellungnahme abgeben

Die Pressemitteilung der AfD erreichte am Freitag die Redaktion von rosenheim24.de. Auf Nachfrage am Freitag und auch auf erneute Anfrage am Montag wollte sich die Pressestelle des RoMed-Klinikums Rosenheim "zum derzeitigen Zeitpunkt nicht zu diesem Sachverhalt äußern".

mh

Quelle: mangfall24.de

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