Zellner ist neuer Präsident des BRK

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Altötting - Theo Zellner ist neuer Präsident von Bayerns größter Hilfsorganisation. Der 64-Jährige wurde am Samstag bei der Landesversammlung in Altötting gewählt.

Rund 400 Delegierte wählten auf der 36. Landesversammlung am Samstag in Altötting in geheimer Wahl den 64-jährigen Zellner, Vorsitzender des Kreisverbandes Cham, an die Spitze von Bayerns größter Hilfsorganisation. Zellner, der noch bis Ende April Präsident des Sparkassenverbandes Bayern ist, übernimmt das Amt von Christa Prinzessin von Thurn und Taxis, die nach zehn Jahren als Präsidentin des BRK nicht mehr zur Verfügung stand.

Auch 150 Jahre nach seiner Gründung ist das Ehrenamt im Bayerischen Roten Kreuz (BRK) eine der wichtigsten Grundlagen für die Arbeit des Verbandes. Hier sieht Zellner auch eine der größten Herausforderungen: „In den nächsten Jahrzehnten wird es darauf ankommen, dem demografischen Wandel zu begegnen und die junge Generation für ein bürgerschaftliches Engagement zu gewinnen.“

Als Wohlfahrtsverband ist das BRK Träger von 117 Seniorenheimen mit rund 12.000 Pflegeplätzen. Daher wird künftig die Pflegedürftigkeit immer mehr alter Menschen im Fokus stehen. Zellner: „Wir sehen, dass wir auf einen Pflegenotstand zusteuern, wenn es nicht gelingt, die notwendigen Pflegekräfte zu bekommen. Daher fordern wir eine Aufwertung der Pflegeberufe. Zugleich müssen die Arbeits- und Rahmenbedingungen für die Pflege verbessert werden.“

Als "weiteres drängendes Problem" nannte Zellner in seiner Rede die Aushöhlung des vom BRK verkörperten komplexen Hilfeleistungssystems mit seinen vielen ehrenamtlichen Kräften. Als ehemaliger Chamer Landrat verfolgt er hierzu die Entwicklungen mit großer Sorge. Schon heute zeige sich an der Vergabepraxis der Zweckverbände im Rettungsdienst, dass der Preiskampf auch in Bayern angekommen ist. „Der Rettungsdienst darf nicht als singuläre Dienstleistung betrachtet werden und muss in einem Flächenstaat wie Bayern stets in einem engen Zusammenhang mit dem ehrenamtlichen Katastrophenschutz gesehen werden. Auf keinen Fall darf der Wettbewerb zu Lasten der Qualität gehen.“ Speziell auf dem Land könne niemand auf die ehrenamtlichen Kräfte verzichten.

Weiter stehen an der Spitze des Verbandes Brigitte Meyer aus dem schwäbischen Merching als Vizepräsidentin. Die 66-jährige Meyer ist stellvertretende Vorsitzende des BRK-Kreisverbandes Aichach-Friedberg. Sie kommt aus der Sozialpolitik und war lange Vorsitzende des sozialpolitischen Ausschusses im Bayerischen Landtag und Vorsitzende der Kinderkommission. Sie löst mit ihrem Amt Bernd Sibler (MdL) aus Niederbayern ab. Meyer betonte, die in Altötting demonstrierte Einigkeit bringe das BRK „ganz nach vorne, an die Menschen, die uns brauchen.“ Dr. Paul Wengert (61) aus Füssen wurde erneut in seinem Amt als Vizepräsident bestätigt. Wiedergewählt wurden der Landesschatzmeister Ernst-Frieder Bauer (59 Jahre) und Professor Dr. Peter Sefrin (72) als Landesarzt.

Christa Prinzessin von Thurn und Taxis bleibt dem BRK auch künftig verbunden. Als deutliches Zeichen des Dankes erhielt sie aus der Hand ihres bisherigen Vizepräsidenten Bernd Sibler (MdL) die Ehrenpräsidentenwürde und von DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters die DRK-Ehrenmitgliedschaft verliehen. Unter ihrer Führung habe sich Bayerns größte Hilfsorganisation gleichzeitig zu einem modernen und leistungsfähigem Wohlfahrtsverband entwickelt. Die Delegierten dankten ihrer scheidenden Präsidentin mit überaus herzlichem Applaus.

Pressemeldung BRK

Quelle: innsalzach24.de

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