Altöttinger Hotelier geht an die Öffentlichkeit

"Maßlos aufgebauscht": PFOA-Problem soll der Hotellerie schaden

Altötting – Das Thema PFOA wird die Region noch lange beschäftigen. Experten rechnen mit 50 Jahren und mehr. Die Verunsicherung ist bei vielen groß und reicht weiter als bisher gedacht.

PFOA heißt ausgeschrieben Perfluoroctansäure. Dieser Stoff ist möglicherweise krebserregend. Über belastetes Trinkwasser gelangt er in den menschlichen Körper.


Um den Eintrag der Chemikalie in den menschlichen Körper zu minimieren, gibt es die von den Experten viel beschworene Formel: „Schließen Sie die Quelle“. Soll heißen: Raus mit dem PFOA aus dem Trinkwasser, so gut es eben geht. Der PFOA-Gehalt sollte nach Expertenmeinung dauerhaft deutlich unter dem Leitwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter liegen. So viel zur Situation.

Die Verunsicherung ist groß

Was aber ist mit Gemüse aus heimischem Anbau auf heimischem Boden gewachsen und am Ende noch mit heimischem Wasser gegossen? Kann man das bedenkenlos essen? Was ist mit Fisch und Fleisch von Tieren aus der Region? Kann man es bedenkenlos essen? Was ist mit Eiern von Hühnern aus der Region? Kann man sie bedenkenlos essen?


Die Antworten der Experten (innsalzach24.de berichtete): „Ja“ für das Gemüse aus heimischen Anbau, „Mit Einschränkungen“ für Fisch und Fleisch aus der Region, insbesondere für Innereien vom Wildschein (dazu unten mehr) sowie „durchaus“ bis „ja“ für Eier von Hühnern aus der Region.

Wie der BR berichtet, gibt es ein Problem mit Wildfleisch aus der Region. Keiner wolle es mehr essen. Die Folge: Jäger bleiben darauf sitzen. Dabei ist das Fleisch laut Expertenmeinung nicht per se hochgradig belastet. Es sind die Innereien von Wildschweinen, von denen abgeraten wird. 

Auf Nachfrage von innsalzach24.de erklärt Konrad Schwarz, Jäger und Kreisvorsitzender des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, dass er selbst noch nie Innereien gegessen habe und auch keinen kenne, der jemals davon gegessen hat. Innereien vom Wildschwein seien für den Markt nicht von Interesse. Außerdem - und das sagen auch die Experten - sei alles immer eine Frage der Menge auch beim Wildfleisch.

„Hotelgäste bleiben weg“

Neben der möglichen gesundheitlichen Gefährdung und den möglichen wirtschaftlichen Schäden wie in Burghausen, wo es darum geht, dass mit PFOA-belastetes Erdreich zum teuren Deponiemüll werden könnte, schadet PFOA offenbar auch der heimischen Hotellerie.

So berichtet der BR von dem Altöttinger Hotelier Gerhard Plankl. Der befürchte Umsatzeinbußen wegen der Angst vor PFOA. „Potenzielle Gäste seien verunsichert. Viele Buchungen habe ihn die Chemikalie schon gekostet. Besonders verärgert ist Plankl, weil er die PFOA-Problematik für maßlos aufgebauscht hält.“

"Maßlos aufgebauscht"

Auf Nachfrage von innsalzach24 sagt Plankl, dass das Thema PFOA bis zu seinen Gästen, die teilweise von weit her kommen würden, durchgedrungen sei. Bei ihnen habe sich Verunsicherung breit gemacht. Zur Formulierung „maßlos aufgebauscht“ sagt Plankl, dass man das Altöttinger Wasser bedenkenlos trinken könne.

Tatsächlich wird die Stadt Altötting derzeit mit Trinkwasser aus Tiefenwasser-Brunnen beliefert, das als frei von PFOA bezeichnet werden kann (innsalzach24.de berichtete). Er habe das dringende Bedürfnis gehabt, seine Kundschaft darüber aufzuklären, so Plankl weiter. Die vorherrschende Verunsicherung in der Region sei das eine. Dass seine Hotelgäste keine gesundheitlichen Risiken aufgrund von PFOA eingehen - Das habe er mit allen Mitteln deutlich machen wollen. 

Gefragt, ob es in der Hotellerie in der Region ein Problem gibt aufgrund von PFOA: "Nein", sagt Konrad Schwarz, Kreisvorsitzender des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes auf Nachfrage von innsalzach24.de. 

Lesen Sie auch:

Alles Wissenswerte zum Thema PFOA in der Region finden Sie auf unserer Themenseite (<<< KLICK)

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

Kommentare