Eine außergewöhnliche Zusammenkunft 

8. Nikolauswallfahrt nach Altötting: So viele auf einmal sieht man selten

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Die Nikolauswallfahrt nach Altötting in die Gnadenkapelle ist eine außergewöhnliche Zusammenkunft von Klausen, "Danke" zu sagen.

Altötting – Ein wunderbarer Anblick bot sich am Samstagnachmittag auf dem Christkindlmarkt in der Kreisstadt. So viele Rauschebärte, Bischofsmützen und Krummstäbe sieht man nicht alle Tage und jedes Jahr werden es mehr. Es war wieder Zeit für die Niklauswallfahrt.

Eines gleich vorweg: Der Plural von Nikolaus ist Nikolause.

Da kommt man mit dem Zählen gar nicht nach, so viele Nikolause waren es bei der nunmehr 8. Nikolauswallfahrt am Samstagnachmittag auf dem Kapellplatz in Altötting. 34 hatten sich bei Organisator Christian Wieser vom Wirtschaftsverband Altötting in diesem Jahr dafür angemeldet. Darunter waren Dauergäste wie Rudi Obermaier aus Bad Birnbach, der schon von Beginn an dabei ist. In diesem Jahr waren aber auch neue Freizeit-Nikoläuse wie SPD-Unterbezirks-Vorstand Marco Kessler dabei.

Rauschebärte, Bischofsmützen, Krummstäbe: Das war die 8. Nikolauswallfahrt

Es hat sich herumgesprochen

Es kamen auch ganze Nikolaus-Gruppen von weiter weg, wie die neun aus der Bistumsstadt Passau oder die sechs Nikolause von der Kolpingfamilie aus Vilshofen oder die vier aus Bernried am Fuße des Bayerischen Waldes. Aber auch bis nach Mühldorf, Poschen, Aigen, Simbach, Waldkirchen, Ruhmannsfelden und Traunstein hat es sich unter Hobby-Weihnachtszeit-Bischöfen bereits herum gesprochen, dass es auf dem Altöttinger Christkindlmarkt nun alljährlich diese außergewöhnliche Zusammenkunft gibt.

Eine außergewöhnliche Zusammenkunft

Bei der offiziellen Begrüßung auf der Bühne am Christkindlmarkt, stellte Organisator Christian Wieser erfreut fest, dass noch mindestens ein Nikolaus hinzugestoßen war, der sich gar nicht bei ihm angemeldet hatte. Im Anschluss übergab er das Mikrofon an die vier Nikolause vom Brauchtumsverein Erharting, die eine Spende zugunsten der Kinderkrebshilfe Balu und der Aktion Weltkinderlachen verkündeten: „Wir haben in den vergangenen Jahren insgesamt über 28.000 Euro für diese karitativen Zwecke gesammelt“, erklärte Josef Vorbuchner von den Erhartingern später im Gespräch mit innsalzach24.

Zunächst hatte sich die Gruppe zum Empfang bei Stadtpfarrer und Administrator Günther Mandl in der Administration getroffen. Anschließend gab es in der Stiftskirche Phillippus- und Jakobus ein Gruppenfoto bevor die Gruppe dann zu einer kleinen Andacht in die Gnadenkapelle zog, um "Danke" zu sagen für eine unfallfreie Zeit als Nikolaus-Darsteller. Erst danach ging es auf den Kapellplatz und auf den Christkindmarkt hinaus. Nach dem offiziellen Teil zerstreuten sich die mindestens 35 Nikolause auf dem äußerst gut besuchten Altöttinger Christkindlmarkt und machten das, was sie am besten können: den kleinen und kleinsten Besuchern, die mit großer Spannung gewartet hatten, kleine Geschenke wie Schoko-Nikolause und Gedenkkarten überreichen.

Der Heilige Nikolaus von Myra

Denn nicht vergessen sollte man dabei den Hintergrund dieses Brauches in der Weihnachtszeit: Der Heilige Nikolaus von Myra, dessen Gedenken hierzulande am 6. Dezember gefeiert wird, lebte im 4. Jahrhundert nach Christus in Lykien (an der Südküste der heutigen Türkei). Er ist aber auch einer der bekanntesten Heiligen der Ostkirchen, wo sein Gedenken am 19. Dezember gefeiert wird. Um die historische Person des Bischofs Nikolaus, die entweder am 6. Dezember 326, 345, 351 oder 365 gestorben sein soll, ranken sich seit jeher viele Legenden, die aber auf historisch belegten Tatsachen beruhen. So hat Nikolaus, der in der Zeit der Christenverfolgungen lebte und selbst deren Opfer wurde, sein gesamtes Erbe für wohltätige Zwecke gespendet.

pbj/rw

Quelle: innsalzach24.de

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