Digitalfunk länderübergreifend nicht kompatibel!

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Altötting - Der Digitalfunk in Bayern ist technisch nicht kompatibel mit dem in Österreich. Eine länderübergreifende Verständigung ist somit nicht möglich! Und nun?

Der Digitalfunk in Bayern ist technisch nicht kompatibel mit dem in Österreich, da die beiden Systeme auf verschiedenen Standards beruhen. Dies bedeutet, dass im Grenzgebiet keine landesübergreifende Verständigung über Digitalfunk möglich ist. Bei Hilfseinsätzen, etwa bei Wassereinsätzen oder Hochwasser an Grenzflüssen (z.B. an der Salzach) und auch bei der Bergwacht, ist eine landesübergreifende Zusammenarbeit jedoch unerlässlich, um die Kommunikation und Verständigung von Hilfseinrichtungen sowie Absprachen zwischen Führungskräften gewährleisten zu können.

Der Abgeordnete Günther Knoblauch (SPD) hat deshalb eine Anfrage an die Staatsregierung gestellt, wie dieses Defizit behoben werden soll. Staatsminister Joachim Herrmann wies in seiner Antwort daraufhin, dass für die Zukunft die Realisierung einer sogenannten Inter-System-Interface (ISI) geplant sei. Dies ist eine Schnittstelle, die unterschiedliche digitale Bündelfunksysteme miteinander verbindet. Erstmalig in der europäischen Geschichte wäre dann eine einheitliche europaweite Kommunikation der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), ähnlich dem Roaming im Mobilfunk, möglich.

Allerdings ist noch nicht absehbar, wann die ISI technisch zur Verfügung stehen wird. Daher werde momentan der Fokus auf die sogenannte CBC (Cross Border Communication)-Technik gelegt. Damit könnten sowohl ein digitales und ein analoges Funknetz als auch zwei digitale Funknetze miteinander gekoppelt werden. Aber auch diese Variante ist technisch noch nicht ohne Probleme funktionsfähig. Daher sei zwischenzeitlich die gegenseitige – auch länderübergreifende – Überlassung von Funkgeräten möglich, so Herrmann. Nun, da das Defizit aufgedeckt ist, fordert MdL Knoblauch eine schnelle technische Lösung. „Schließlich geht es hier um die Sicherheit der Bevölkerung“, so der Abgeordnete.

Pressemitteilung Landtagsabgeordneter Günther Knoblauch

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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