Kilian Huber hat eine bahnbrechende Entdeckung gemacht

Packt Altöttinger den Krebs an der Wurzel?

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Altötting/Wien - Der Altöttinger Forscher Kilian Huber hat eine bahnbrechende Entdeckung im Kampf gegen den Krebs gemacht - dank eines verunreinigten Medikaments.

Ist dem Altöttinger Forscher Kilian Huber und seinen Kollegen Centrum für Molekulare Medizin (CeMM) in Wien ein entscheidender Durchbruch im Kampf gegen den Krebs gelungen? Der Genetiker Josef Penninger, wissenschaftlicher Leiter am Institut für Molekulare Biotechnologie jedenfalls zeigt sich gegenüber orf.at euphorisch: "Giulio Superti-Furga (Wissenschaftlicher Direktor am CeMM, d. Red.) und sein Team am Zentrum für molekulare Medizin haben einen völlig neuen Mechanismus entdeckt. Damit könnte man eventuell an die Wurzel von Krebs herangehen."

Entdeckung war ein Zufallsfund

Die Forscher am CeMM haben in einer im Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlichten Studie das Molekül S-Crizotinib entdeckt. Forscher Kilian Huber aus Altötting erklärt auf orf.at: "Das Enzym MTH1 arbeitet als Putztrupp in der Zelle. Es spaltet beschädigte DNA-Bausteine und sortiert diese aus. Der neu entdeckte Wirkstoff S-Crizotinib blockiert das Aufräumen. Dadurch kommt es zu einer Anhäufung von DNA-Schäden in den Tumorzellen, die dann an ihrem eigenen Unrat zugrunde gehen."

Erst eine verunreinigte Charge hatte die Entdeckung des Forscherteams mit dem Altöttinger möglich gemacht. Eigentlich sollte in der Studie das Lungenkrebsmedikament Crizotinib untersucht werden, doch eine der gelieferten Chargen enthielt auch das Spiegelbild des Medikaments, das S-Crizotinib. Die Entdeckung war gleich ein doppeltes Glück für die Forscher, schließlich könnte S-Crizotinib wesentlich schneller Patienten zugute kommen als andere neu entdeckte Wirkstoffe.

Klinische Studien schon in einem Jahr?

"Wegen der hohen Ähnlichkeiten zum bereits zugelassenen Krebsmedikament Crizotinib erwarten wir, dass die Nebenwirkungen vergleichbar sind und nicht ungleich größer", erklärte Kilian Huber gegenüber dem Alt-Neuöttinger Anzeiger. "Dadurch hoffen wir, dass man schon in ein oder zwei Jahren mit den klinischen Studien anfangen kann." Ein enormer zeitlicher Gewinn, schließlich vergingen bis dahin in der Regel mehr als zehn Jahre, wie Huber erläutert.

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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