Betrugsmasche über Facebook und SMS

Betrug mit gefälschtem Facebook-Account

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Aktuell kursiert auf Facebook eine Betrugsmasche mit mobilen Bezahldiensten
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Altötting - Es ist der Albtraum aller Facebook-Nutzer: Ein Betrüger fälscht Dein Facebook-Profil und will damit Deine Freunde abzocken. Einer jungen Frau ist genau das passiert.

Claudias* Facebook-Freunde haben in den letzten Tagen viel von ihr gelesen - das dachten sie zumindest. In Wahrheit verschickten Unbekannte in ihrem Namen in dem sozialen Netzwerk reihenweise Nachrichten an Claudias Facebook-Freunde. Dabei mussten sie sich keineswegs in den Account der jungen Frau aus dem Landkreis Altötting hacken, sondern erstellten einfach mit wenigen Handgriffen ein neues Profil. Die dafür nötigen Fotos (das Profil- und das Hintergrundbild von Claudia) besorgten sie sich kurzerhand auf der Facebook-Seite der jungen Frau. Zwar enthielt sowohl der Vor- als auch der Nachname von Claudia in dem gefälschten Profil je einen Tippfehler. Dank der geklauten Fotos sah das Profil dennoch auf den ersten Blick täuschend echt aus.

Dubiose SMS mit TAN-Nummern

Diese SMS haben mehrere Facebook-Freunde von Claudia erhalten (zum Vergrößern Bild anklicken)

Von dem gefälschten Profil aus verschickten die Unbekannten Nachrichten an die Facebook-Freunde von Claudia. Darin behaupteten sie im Namen der jungen Frau, das Handy verloren zu haben, und baten die Facebook-Freunde darum, ihre Nummern zu schicken. "Jeder, der die Nummer an den gefälschten Account geschickt hat, bekam prompt eine SMS mit dubiosen TAN-Überweisungen", erzählt Claudia unserer Redaktion. Anschließend wurde von den Facebook-Freunden verlangt, die TAN zu übermitteln. Dazu kontaktierten die Unbekannten die Freunde wieder über Facebook und riefen sie vereinzelt sogar auf dem Handy an. "Wenn man darauf eingeht, werden automatisch 30 Euro abgebucht", warnt Claudia.

Mit fremder Handynummer bezahlen

Die Masche dahinter: Es gibt Dienste, bei denen man über seine Telefonrechnung bezahlen kann. Damit dieses Verfahren sicher ist, wird zur Zahlungsbestätigung per SMS eine TAN geschickt. Erst mit dieser TAN kann man die Zahlung abschließen. Wenn jemand mit der Handynummer eines anderen, und damit über dessen Telefonrechnung, an Geld kommen will, braucht er also unbedingt die Bestätigungs-TAN. In dem Fall aus dem Landkreis Altötting wollten Betrüger den Namen Claudias dazu benutzen, um an möglichst viele Handynummern und anschließend an die TANs zu kommen.

Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern ist diese Masche bekannt. Die Masche sei nicht neu, sei aber gerade wieder verstärkt im Umlauf. Die Betrüger nutzten dabei den mobilen Bezahldienst von Paypal. Dieser Dienst laufe über Telefonnummer und Code ab. "Dann wird das nicht über das Girokonto abgerechnet, wie das normalerweise bei Paypal ist, sondern das wird über die Handynummer mit abgerechnet", erklärt Halm.

Rechtschreibfehler verraten die Betrüger

Claudias Facebook-Freunde waren allerdings schnell gewarnt. Einer ihrer Freunde habe sie angerufen und gesagt: "Du, ich habe eine Nachricht von dir gekriegt mit zehn Rechtschreibfehlern in einem Satz", erzählt Claudia. Als ihr dämmerte, welches Spiel gespielt wurde, informiert die junge Frau so schnell wie möglich ihre Facebook-Freunde und bat sie darum, den Vorfall bei Facebook zu melden. Sie selbst konnte das gefälschte Profil über die Suchfunktion von Facebook nicht finden.

Inzwischen scheint der Spuk vorbei zu sein. Soweit Claudia weiß, hat niemand ihrer Facebook-Freunde die TAN weitergegeben, also kein Geld verloren. Glücklicherweise wird in der SMS mit der TAN bereits darauf hingewiesen, die Nummer nicht an Dritte weiterzugeben. Verbraucherschutzexpertin Halm versteht aber, dass manche Nutzer dennoch die TAN weitergeben. "Wenn Sie davon ausgehen, dass das ein Freund von Ihnen ist, dem Sie behilflich sein wollen, dann machen Sie das halt. Die Irreführung ist ja, dass Sie denken, Sie sind in einem Vertrauensverhältnis."

Das rät die Verbraucherzentrale:

Halm rät, bereits die Handynummer nicht herauszugeben. "Spätestens, wenn man irgendwelche Geheimcodes oder irgendwelche TANs herausgeben soll, sollte der Nutzer dann auch kritisch werden und dann vielleicht auch mal irgendwo anrufen." Die Verbraucherexpertin empfiehlt, seinen Bekannten, in dessen Namen man über Facebook um die TAN gebeten wurde, persönlich zu kontaktieren. "Spätestens dann wird sich herausstellen, ob derjenige überhaupt nach der Telefonnummer gefragt hat." Sollte sich das Facebook-Profil, über das man kontaktiert wurde, tatsächlich als Fake herausstellen, sollte man Facebook verständigen, damit der gefälschte Account gelöscht wird.

Um ganz auf Nummer sicher zu gehen, kann der Nutzer bei seinem Mobilfunkanbieter auch eine Drittanbietersperre veranlassen. Grundsätzlich können neben dem Mobilfunkanbieter auch Dritte - wie eben Paypal - ihre Dienste über die Telefonrechnung abrechnen. Mit einer Drittanbietersperre ist dies nicht mehr möglich. "Dann kann ich die Leistung zwar nicht nutzen, aber ich bin auch vor Betrug geschützt", sagt Halm.

*Name von der Redaktion geändert

Quelle: innsalzach24.de

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