Eltern fordern rauchfreie Schulbusse

"Schützt unsere Kinder besser vor Rauch"

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Die Zigarette während der Pause: Bei vielen Busfahrern wird sie im Bus geraucht!
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Landkreis - Täglich werden Tausende Kinder mit dem Schulbus transportiert. Jetzt schlagen Eltern Alarm. Einige Busfahrer würden vor dem Schulbusbetrieb im Bus rauchen, die Kinder hätten rauchige Luft einzuatmen.

„Es kann doch nicht sein, dass das Rauchverbot in Gaststätten eingehalten wird, aber im Schulbus geraucht wird, bevor Kinder einsteigen“, wettert Paula Enzinger. Die 42-Jährige hat drei Kinder, die allesamt mit dem Schulbus zur Schule fahren.

Enzingers Tochter Amelie klagt besonders, dass sie rauchige Luft einatmen müsse. Es falle ihr und den Schulkameraden immer wieder auf, dass manche Busfahrer vorher im Bus geraucht hätten, erklärt Amelie.

Rauchverbot in Schulbussen – Kontrolle bislang ungenügend?

Bislang regelt das Rauchverbot in Behörden, Bussen und Bahnen den Nichtraucherschutz. Doch eine wirkliche Kontrolle fehlt, um scheinbar uneinsichtige, rauchende Busfahrer zum Nichtrauchen im Bus zu bewegen, und das auch dann, wenn KEINE Fahrgäste im Bus sitzen.

Rauchverbot - auch im Personennahverkehr, doch halten sich die Busfahrer daran?

Während der Fahrt sei es ohnehin nicht möglich, eine Zigarette zu rauchen, doch vor Fahrtantritt und in den Pausen sei es bei manchen Kollegen durchaus üblich, eine Zigarette im Bus anzuzünden, berichtet ein Busfahrer aus dem Altlandkreis gegenüber wasserburg24.de. „Ich finde das auch sehr unangenehm, wenn ich den Bus eines Kollegen nach seiner Schicht übernehme und man immer noch rauchige Luft riechen kann“, betont der Busfahrer weiter. Seinen Namen möchte er nicht öffentlich sehen, ganz verscherzen will er es sich mit seinen Kollegen nicht.

Nachgefragt bei unterschiedlichen Busunternehmen, die einen Schulkindertransport übernehmen, heißt es überwiegend, man befürworte einen rauchfreien Bus und setze auf die Selbsterkenntnis der Busfahrer. „Ich nehme stark an, dass unsere Busfahrer nicht im Bus rauchen“, zeigt sich ein Unternehmer überzeugt.

Eltern entrüstet

Viele Eltern aus dem Altlandkreis zeigen sich empört darüber, dass ihre Kinder in Bussen transportiert werden, die deutlich erkennbar kalten Rauch als „Sondergepäck“ innehaben.

„Meine Kinder sollen nicht gesundheitsgefährdende Dinge einatmen, während in Gaststätten so sehr auf das Rauchverbot gepocht wird“ zeigt sich auch Hedi Meier selbstsicher. Sie fordert wie auch viele andere Eltern in der Region, dass das Thema striktes Rauchverbot in Schulbussen, auch vor dem eigentlichen Transport von Schulkindern, wieder mehr öffentlich betont werde. 

„In Kneipen geht es ja auch nicht, dass man sagt, bevor die Nichtrauchergäste kommen, dürfen in den Räumen die rauchenden Gäste drinnen eine Zigarette anzünden“, so Meier.

Die aufgebrachte Mutter sieht jetzt die Politik in der Pflicht. „Schützt unsere Kinder, nicht nur die Restaurantbesucher vor Zigarettenrauch“, so Hedi Meier gegenüber wasserburg24.de.

Landtag offen für dieses Thema?

wasserburg24.de fragte nach im Bayerischen Landtag. Eltern scheinen nicht machtlos zu sein!

Im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Umwelt- und Verbraucherschutzausschusses im Bayerischen Landtag, Dr. Christian Magerl, stößt wasserburg24.de-Reporterin Regina Mittermair auf großes Verständnis für die Sorgen der Eltern.

Dr. Magerl erklärt, dass auch er sich nicht vorstellen könne, in einen Bus einzusteigen, in dem kalter Rauch mit an Bord sei. „Ich finde, dagegen sollte man einschreiten“ zeigt sich Dr. Magerl sehr verständnisvoll. „Auch ich selbst würde es als sehr lästig empfinden, wenn ich im öffentlichen Personennahverkehr in Bus oder U-Bahn einsteige, und es stinkt nach Rauch“ so Dr. Christian Magerl im Interview mit wasserburg24.de. Eigentlich sollten die Busfahrer von sich aus darauf verzichten, im Bus zu rauchen.

Es gäbe - wie auch in Folge des Rauchverbots in Gaststätten - die Möglichkeit, im Freien zu rauchen. Ein Bus, der sogar Schulkinder transportiere, müsse rauchfrei bleiben, ist der Vorsitzende des Umweltausschusses überzeugt. „Die Temperaturen sind bei uns doch ohnehin nicht so, dass man es nicht aushalten könnte, wenn man draußen raucht“, so Dr. Magerl weiter.

Petition könnte helfen

Betroffene Familien ermutigt Dr. Christian Magerl, eine Petition voranzutreiben. „Ich empfehle den Eltern, sich dringend mit einer Petition an den Bayerischen Landtag zu wenden“, so Dr. Magerl. „Dann sehen wir, das ist ein Problem und dann können wir auch schauen, dass wir das abstellen“, so der Grünenpolitiker gegenüber wasserburg24.de.

Einige Mütter wollen den Tipp des Landtagsabgeordneten in die Tat umsetzen. „Es wäre toll, wenn die Gesundheit unserer Kinder den Politikern tatsächlich nicht egal ist und wir mehr Schutz erreichen können mit unserer Eingabe“ heißt es von Hedi Maier.

Wann eine Petition gestartet werde, stehe noch nicht fest, die Empfehlung des Landtagsabgeordneten möchten die Eltern jedoch zeitnah in die Tat umsetzen. „Dazu suchen wir jetzt dann natürlich auch viele Mitstreiter“, erklärt Meier. Der Schutz unserer Kinder sei schließlich eine gesellschaftliche Verpflichtung für alle, ist sich die Mutter sicher.

Quelle: rosenheim24.de

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