Weiher wird wieder aufgestaut

Alligator-Schildkröte Lotti bleibt verschwunden

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Um die Alligator-Schildkröte Lotti zu finden, ist das Wasser aus dem Irsee abgelassen worden.

Irsee - Die Aufregung um Alligator-Schildkröte Lotti hält an. Eine Frau will das Tier beim Baden gesehen haben. Und der Bürgermeister meint, dass nun Lottis Bau gefunden wurde. Trotzdem wird der See wieder aufgestaut.

Die Alligator-Schildkröte Lotti bleibt verschwunden. Auch die Suche mit einem Spezialrechen und Stangen hat am abgelassenen Oggenrieder Weiher im Allgäu zu keinem Erfolg geführt. Wie der Bürgermeister von Irsee, Andreas Lieb, am Dienstag sagte, wird der See nun wieder aufgestaut. Etwa eine Woche dauere es, bis er mit Wasser gefüllt ist. Dann soll der Weiher zum Baden freigegeben werden - auf eigene Gefahr. „Was sollen wir machen? Wir können es den Leuten nicht verbieten.“ Mit entsprechenden Schildern will die Gemeinde vor der angeblichen Schildkröte warnen.

Vor fünf Wochen war ein achtjähriger Bub am Oggenrieder Weiher schwer am Fuß verletzt worden. Zweimal wurde seine Achillessehne durchtrennt. Experten sagten, dass es sich um den Biss einer Alligator-Schildkröte handeln könnte. Seitdem wird fieberhaft nach dem Tier gesucht.

Zuletzt hatten sich Einsatzkräfte der Feuerwehr mit langen Holzstangen auf die Suche gemacht. Mann neben Mann seien sie wie bei der Suche nach Lawinenopfern vorgegangen, berichtete der Bürgermeister. Vorher wurden sie darauf vorbereitet, wie Lotti aussehen könnte. „Wir haben uns für diesen Zweck eine echte Geierschildkröte besorgt. Die Einsatzkräfte sollten wissen, wie sich so ein Tier anfühlt und bewegt.“ Doch vergeblich.

Die Hoffnung, Lotti noch zu finden, hat Lieb trotzdem nicht aufgegeben. „Wir haben vermutlich den Bau gefunden“, sagte er. Auf der Südwestseite des Weihers gebe es zwei Eingänge zu einer tiefen Höhle und einem verzweigten Labyrinth. Muscheln, die Jugendliche dort abends extra für Lotti ausgelegt hatten, seien am nächsten Morgen aufgebissen gewesen. „Jetzt konzentrieren wir uns auf diese Höhle.“ Mit einer Spezialkamera soll sie demnächst durchsucht werden. Um das Tier einzufangen, sollen Reusen - schwimmende Fangkäfige - zum Einsatz kommen.

Nach Angaben des Bürgermeisters gibt es inzwischen eine exakte Beschreibung von Lotti. Eine Frau will das Tier drei Tage nach dem Unfall gesehen haben. Als sie frühmorgens beim Baden war, soll die Schildkröte wenige Meter neben ihr geschwommen sein. Lieb hält die Frau und ihre Angaben für glaubwürdig. „Alle Beteiligten sind sich sicher, dass es Lotti gibt. Und wir werden sie finden.“

dpa

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