Zweiter Jahrestag des Zugunglücks von Bad Aibling

Rechtsanwalt Schweikert ließ Treffen mit der Bahn platzen

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Rechtsanwalt Friedrich Schweikert kämpft weiter für die Hinterbliebenen und sieht die Bahn in der Schuld
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Bad Aibling -  Das fürchterliche Zugunglück von Bad Aibling jährt sich am Freitag zum zweiten Mal. Nach wie vor kämpft Anwalt Friedrich Schweikert dafür, dass die Bahn zur Verantwortung gezogen wird.

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Zwei Jahre nach dem schlimmen Zugunglück von Bad Aibling sieht Rechtsanwalt Friedrich Schweikert, der die Hinterbliebenen der Opfer vertritt, immer noch die Bahn in der Schuld. Der Bad Aiblinger Anwalt fordert von der Deutschen Bahn nach wie vor eine symbolische Entschuldigung durch die Zahlung eines Einmalbetrages. Das Unglück forderte zwölf Tote und 89 Verletzte.

"Bahn hat Wissensvorsprung"

Schweikert erklärte im Gespräch mit mangfall24.de zum aktuellen Sachstand der Klage gegen die Bahn, dass es ihm gelungen sei, im Herbst 2017 ein erstes Treffen mit der Bahn zu vereinbaren. Dieses Treffen ließ Schweikert aber platzen, da sich die Sachlage verändert habe: Laut Mitteilung der DB Netz AG gegenüber Schweikert, habe die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) das abschließende Gutachten bereits fertiggestellt. Dieses soll im Frühjahr 2018 veröffentlicht werden und sei nach Aussagen der Bahn der DB Netz AG bereits im Oktober 2017 übermittelt worden. Der Rechtsanwalt habe es bis heute nicht erhalten. " Solange die Bahn einen Wissensvorsprung hat, lasse ich die Akten ruhen", sagt Schweikert. Er habe diese Vorgehensweise bei der BEU bereits gerügt und auch mit einer Rüge bei der EU gedroht. "Nach der Privatisierung der Bahn war die Idee, dass die BEU eine unabhängige Behörde zur Untersuchung von Bahnunfällen sein soll. Da der Bund aber immer noch Anteile an der DB Netz AG hat, sieht man, dass die Behörde also doch nicht so unabhängig ist."

BEU: "Abschlussbericht noch nicht fertiggestellt

Wir haben die BEU mit den Vorwürfen des Anwalts konfrontiert und erhielten folgende Antwort: "Nun ist auch der vierte Prozessschritt, die Sachverhaltsanalyse soweit abgeschlossen . Im Rahmen der Sachverhaltsanalyse vollzieht die BEU das rekonstruierte Ereignis im Sollablauf nach (Soll-Darstellung) und führt einen Soll-Ist-Abgleich durch. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden bewertet, Schlussfolgerungen abgeleitet und ggf. Sicherheitsempfehlungen ausgesprochen.

Das Ergebnis der Untersuchung wird in einem Untersuchungsbericht, nicht in einem Gutachten zusammengefasst und veröffentlicht.

Für den Abschluss der Untersuchung, die Fertigstellung und der anschließenden Veröffentlichung des Untersuchungsberichtes wird März/April angestrebt.

Der Untersuchungsbericht ist bisher nicht weitergereicht worden.

DB bezieht ebenfalls Stellung

Auch auf Anfrage bei der DB Netz AG teilte uns sein Bahnsprecher mit, dass die Aussage des Rechtsanwaltes Schweikert, dass der DB Netz AG der Abschlussbericht der Bundesanstalt für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) vorläge, nicht zutreffe. "Vielmehr hat die BEU uns gegenüber bestätigt, dass ihr Abschlussbericht noch nicht fertiggestellt ist", so der Sprecher.

Luftaufnahmen vom Zugunglück

Quelle: mangfall24.de

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