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Bad Aibling bekommt neue Kletterhalle mit besonderem Konzept

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Der Stützpunkt Inntal e.V. lebt Respekt und Toleranz
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Bad Aibling - Für manche war es bisher ein Gerücht und für einige ist es wahrscheinlich komplett neu: In Bad Aibling wird eine inklusive Kletterhalle entstehen. Wir haben mit den Ideeengebern gesprochen:

"Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll", sagt Natascha Haug, eine der Hauptinitiatoren der geplanten Halle auf die Frage hin, wie es dazu kommt, sich an so ein großes Projekt zu wagen. Zusammen mit ihrem Mann Achim Haug und Katja Müller lebt sie den Traum von einer inklusiven Kletterhalle. 

"Natürlich bleiben Wünsche offen"

Der Stützpunkt Inntal e.V. lebt Respekt und Toleranz

Natascha ist eigentlich gelernte Ergotherapeutin, machte auch ihren Bachelor in Ergotherapie. Sie hat 2004 in der Kletterhalle in Fürstätt das therapeutische Klettern ins Leben gerufen und sich damit schließlich selbstständig gemacht. "Die Nachfrage für das therapeutische Klettern ist recht schnell gestiegen. 2015 haben mein Mann und ich ich dann den Verein Stützpunkt Inntal e.V. gegründet", sagt Natascha. Und der Verein und ihr Trainerstamm wächst stetig. "Ich habe jetzt 10 Jahre an der Front gearbeitet, da bleiben natürlich Wünsche offen." Vor allem die für ihre Schützlinge oft wichtige Barrierefreiheit ist bei den meisten Kletterhallen nicht gegeben. "Da auch mehr geistig behinderte Menschen zu mir finden, ist es wichtig, senkrechte und geneigte Wände zu haben, die sind sehr rar." 

Wanderung des Vereins Stützpunkt Inntal e.V.

Ihre größte Motivation aber: "Ich habe viele Kinder über die Jahre begleitet, wenn es dann ans Arbeiten und ans Erwachsenenleben geht, ist die Unterstützung oft nicht mehr so intensiv. Dieser Schritt ist für Menschen mit Behinderung meist mit Frust und Enttäuschung verbunden. Um diesen Menschen den Übergang ins Berufsleben zu erleichtern, war eigentlich schon vor sechs oder sieben Jahren der Wunsch da, eine eigene Halle zu errichten." Im November 2016 haben Natascha und Achim Haug dann Katja mit ins Boot geholt, die durch ihr eigenes Handicap den Weg zu den Beiden gefunden hat. "Die Idee, für Menschen mit Handicap etwas zu machen war auch bei mir schon immer da", sagt Katja.  Im Januar 2017 stand dann das Konzept.

Bürgermeister Schwaller: "Ich war von der Idee mehr als angetan"

Rückenwind bekommen sie auch von der Stadt Bad Aibling. Im Vorfeld habe man schon bei der Stadt angefragt, was sie von diesem Vorhaben halten. "Die waren alle begeistert. Die Stimmen waren durchweg positiv", so Natascha. 

Bürgermeister Felix Schwaller hat es sich sogar nicht nehmen lassen, für die Infobroschüre des Projektes ein paar Zeilen zu verfassen: "Als mir die Vertreter des Vereins Stützpunkt Inntal e.V. ihre Idee der Kletterhalle das erste Mal vortrugen, war ich mehr als angetan", schreibt Schwaller. "Die Begeisterung und die klaren Vorstellungen zur Errichtung einer Kletterhalle auf dem Sportpark Bad Aibling-Mietraching überzeugten mich von Anfang an. Als Bürgermeister wünsche ich diese Art der sportlichen Investition mit der starken Gewichtung des Behindertensports."

Das Konzept:

So in etwa könnte die Kletterhalle aussehen

Die neue Kletterhalle, die als Holzbau geplant ist, wird eine barrierefreie Sportstätte für Jedermann mit der Möglichkeit Arbeitsplätze für Behinderte zu schaffen. Die Vision dahinter: Eine professionelle, nachhaltige Kletterhalle, die Raum für individuelle Besonderheiten bietet, wo sich Menschen mit und ohne Behinderung begegnen, wo man miteinander die Freizeit gestaltet, miteinander arbeitet und der Verein ein Zuhause findet.

Das Projekt wird komplett im Rahmen des Vereins durchgeführt. Als Standort haben die Initiatoren das Gelände auf dem Sportpark Mietraching zwischen Sportplatz und Fliegerhalle gewählt. "Es ist einfach eine gute Aura dort, da findet schon viel Sport statt und ich finde dass wir dort richtig sind", sagt Natascha. "Wir wollen auch Schulsport mit drin haben und mit Kliniken und Einrichtungen kooperieren. Aber selbstverständlich können auch Privatpersonen zu uns kommen. Jeder ist willkommen!"

Im Spätsommer/Herbst 2018 soll mit dem Bau begonnen werden. Die Bauzeit wird voraussichtlich sechs bis neun Monate betragen.

>>Wer neugierig geworden ist, kann hier das gesamte Projekt noch einmal detailliert nachlesen<<

Finanzierung

"Das gesamte Projekt soll sich so weit als möglich aus privaten und staatlichen Förderern, Stiftungen und Sponsoren finanzieren", erklärt Natascha. "Wir können aber immer noch weiteren finanziellen Rückenwind gebrauchen." Wer unterstützen möchte kann sich jederzeit direkt an Katja Müller wenden. Ihre Kontaktdaten: Tel.: 0151/70829551 Email: katja@stuetzpunkt-inntal.de

Spendenkonto Stützpunkt Inntal e.V.

IBAN: DE58 71150000 0020117057

BIC: BYLADEM1ROS

Quelle: mangfall24.de

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