A8-Ausbau: AvD lehnt generelles Tempolimit ab

"Keine Indizien, dass Tempolimit zu umweltschonendem Fahren beiträgt"

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Landkreis - Braucht es ein Tempolimit auf der A8? Die Meinungen dazu gehen auseinander. Nun äußert sich einer der ältesten Verkehrclubs in Deutschland zu dem Thema.

Immer wieder wird über das Thema Tempolimit auf deutschen Autobahnen diskutiert. So ist jüngst auch der Vorschlag gemacht worden, dass ein Tempolimit auf der A8 ausreichen würde und sich die Bundesregierung so viel Geld sparen könnte statt die Trasse von vier Spuren auf sechs Spuren plus Standstreifen teuer auszubauen.

"Die Einführung eines allgemeinen Tempolimits auf Autobahnen wäre ein kurzfristig realisierbarer, kostengünstiger und wirksamer Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen und des Kraftstoffverbrauchs", erklärt das Bundesumweltamt auf seiner Internetseite. "Zudem würde auch die Verkehrssicherheit erhöht und die Lärm- und Schadstoffemissionen gemindert." Doch ist das wirklich so?

Der ADAC spricht sich klar gegen ein generelles Tempolimit auf Deutschlands Autobahnen aus. Auch die Bundesregierung plant nichts dergleichen. Diesem Urteil schließt sich einer der ältesten deutschen Automobilclubs, der AvD, an. Und bezieht diese Aussage nicht nur auf die Sicherheit der Straßen, sondern auch auf den Bereich Umweltschutz.

"Nach unserem Kenntnisstand gibt es keine Indizien, dass ein Tempolimit zum umweltschonenden Fahren beiträgt", erklärt Sprecher Malte Dringenberg vom AvD. "Da in Deutschland rund 95 Prozent aller Straßen mit Tempolimits belegt sind, erscheint es auch wenig wahrscheinlich, dass Tempolimits auf den restlichen fünf Prozent signifikante Auswirkungen auf die Umwelt mit sich bringen."

Tempolimits auf zweispurigen Abschnitten mit Standstreifen hinfällig

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Auch in Sachen Sicherheit beziehungsweise Unfälle äußert sich der AvD: "Da Deutschland mit einem der dichtesten Fernstraßennetze und höchstem Fahrleistungsaufkommen europaweit dennoch bei der Zahl der auf diesen Straßen schwer verletzten oder gar getöteten Personen sowohl relativ, aber auch absolut zu den Ländern mit den geringsten Fallzahlen in Europa zählt, obwohl kein generelles Tempolimit besteht, lässt nach unserer Meinung erheblich daran zweifeln, dass generelle Tempolimits eine sinnhafte Idee sind." Entsprechende Statistiken liegen beim statistischen Bundesamt, dem VDA, der FIA, dem ACEA und den entsprechenden Stellen der EU vor.

Zudem zeige die Praxis, dass Tempolimits auf zweispurigen Abschnitten mit Standstreifen hinfällig sind, da das gefahrene Tempo aufgrund der hohen Verkehrsdichte nur in Ausnahmefällen und sehr kurzzeitig einen für Autobahnen relevanten Tempolimitwert erreicht.

Situation auf der A8

"Auf jenen (wenigen) Abschnitten, auf denen die zweispurige A8 nicht über einen Standstreifen verfügt, erscheint uns hingegen ein Tempolimit von 120 km/h in Kombination mit einem Überholverbot für Fahrzeuge über dreieinhalb Tonnen zulässigem Gesamtgewicht (Lkw und Busse) sowie Pkw mit Anhängern sinnvoll", heißt es weiter.

Doch bringt ein Tempolimit vielleicht mehr als Lärmschutzwände oder sogenannter Flüsterasphalt?  "Mögliche Auswirkungen von generellen Tempolimits auf den Lärmschutz erachten wir als fragwürdig, da bereits bei Landstraßentempo das Abrollgeräusch der Reifen erheblich ist", erklärt AvD-Sprecher Malte Dringenberg. "Da nach aktuellem Kenntnisstand bauliche Maßnahmen wie die Verwendung spezieller Asphaltsorten und die Errichtung von Lärmschutzwänden die Geräuschbelastung von Anwohner erheblich effektiver zu senken in der Lage ist, als ein Tempolimit, werden diese Maßnahmen von den entsprechenden Stellen in Kreisen, Ländern und Bund favorisiert."

ksl

Quelle: rosenheim24.de

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