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Gondeldrama: Strafbefehl gegen Gleitschirmpiloten

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Rettungskräfte evakuierten 20 Menschen aus einer Gondel der Tegelbergbahn. Sie hatten 18 Stunden in 100 Meter Höhe ausharren müssen.

Kempten/Schwangau - Nach dem Unfall eines Gleitschirmfliegers bei Schloss Neuschwanstein saßen letzten Sommer 20 Menschen eine Nacht in einer Seilbahn-Gondel fest. Der Pilot soll nun eine saftige Geldstrafe zahlen.

Ein dreiviertel Jahr nach dem Gondeldrama an der Tegelberg-Seilbahn im Ostallgäu hat die Staatsanwaltschaft Kempten gegen den Gleitschirmpiloten einen Strafbefehl beantragt. Ob der 55-Jährige die Geldstrafe akzeptiert, ist noch nicht bekannt, sagte Behördensprecherin Katrin Eger am Mittwoch und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR).

Laut Eger soll der beim zuständigen Amtsgericht Kaufbeuren beantragte Strafbefehl über 150 Tagessätze lauten, was fünf Monatsgehältern entspreche. Über die genaue Höhe der Geldstrafe machte Eger keine Angaben - diese hängt vom Einkommen des Mannes ab.

Die dramatische Rettung aus einer Gondel der Tegelbergbahn nahe Schloss Neuschwanstein hatte im August 2011 für Aufsehen gesorgt. Nachdem sich der Gleitschirmflieger samt Fluggast mit seinem Schirm in den Tragseilen der Bergbahn verfangen hatte, saßen zwei Gondeln mit Touristen fest. Aus einer konnten 30 Insassen aus 70 Meter Höhe abgeseilt werden. In einer anderen Gondel mussten 20 Menschen über Nacht 100 Meter über dem Boden ausharren, da es für eine Rettung mit Hubschraubern zunächst zu windig war. Erst am nächsten Morgen konnten Helfer die Eingeschlossenen, darunter vier Kinder, einzeln aus der Gondel holen. 250 Einsatzkräfte waren an der Rettungsaktion beteiligt.

Dem aus der Schweiz stammenden Gleitschirmpiloten wird fahrlässige Gefährdung des Luftverkehrs, fahrlässiger Eingriff in den Bahnverkehr sowie fahrlässige Körperverletzung in zwei Fällen vorgeworfen. Den Angaben zufolge wurden der Tandem-Mitflieger und ein Gondelpassagier verletzt. Wenn der Beschuldigte den Strafbefehl akzeptiert, wird er zwei Wochen nach der Zustellung rechtskräftig. “Wenn er Einspruch einlegt, kommt es zu einer Hauptverhandlung“, sagte Eger.

Der Geschäftsführer der Tegelbergbahn hat alle Gondelinsassen, die eine Nacht in der Höhe ausharren mussten, für nächste Woche zu einem kostenlosen Kurzurlaub nach Schwangau eingeladen. Es sei ihm wichtig, sich bei den Menschen erkenntlich zu zeigen, auch wenn die Tegelbergbahn selbst zu den Geschädigten gehöre, sagte Franz Bucher. Ein Programmpunkt während des Kurzurlaubs ist ein gemeinsames Mittagessen an der Gipfelstation der Tegelbergbahn. Dazu werden die Gäste aber noch einmal in eine Gondel steigen müssen.

dpa/lby

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