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Strafprozess gegen Iraner am Amtsgericht Mühldorf

Kinderporno verbreitet: "Eine bodenlose Schweinerei"

Mühldorf am Inn - Weil er ein Video mit kinderpornografischem Inhalt in einer WhatsApp-Gruppe verteilt hatte, sollte sich ein 22-jähriger Asylbewerber aus dem Iran am frühen Montagnachmittag vor dem Strafgericht am Amtsgericht verantworten. "Er hat es verschwitzt", sagte dessen Anwalt, als er nicht auftauchte.

Laut Anklage geht es um ein rund drei-minütiges Video. Zu sehen ist offenbar folgendes: Ein Mann älteren Semester reibt sein Glied an einem circa vierjährigem Kind. Der Angeklagte hatte den Besitz und die ihm vorgeworfene Verbreitung dieses kinderpornografischen Videos bereits bei den Ermittlungen zugegeben. So gab das Gericht dem Antrag der Verteidigung statt, den Angeklagten von der Pflicht, persönlich zu erscheinen. Der Prozess wurde ohne ihn verhandelt.

15 Personen haben das Video erhalten, darunter ein Minderjähriger

Der Angeklagte habe dieses Video von einem anderen Asylbewerber auf das Handy geschickt bekommen, so der Verteidiger. Die Aussagen des Angeklagten bei der polizeilichen Vernehmen decken sich damit. Er habe nach eigenen Aussagen nicht gewusst, wie er damit umgehen soll. Deswegen habe er es über eine WhatsApp-Gruppe weitergeleitet. 15 Personen haben es bekommen, darunter ein Minderjähriger. Der Angeklagte besucht im Rahmen einer Integrationsmaßnahme eine Berufsschule. Der Minderjährige ist sein Mitschüler.

"Er hat nicht gewusst, was er damit anfangen soll"

Der Mitschüler hat sich dann vertrauensvoll an die Schulleitung gewendet, die ging damit an die Polizei und schließlich ermittelte die Kripo. Eine damals ermittelnde Beamte berichtet als Zeugin vor Gericht zum einen davon, dass der Angeklagte glaubwürdig erscheint. Er habe sich offenbar nicht anders zu helfen gewusst, als das Video weiter zu geben "weil er nicht gewusst hat, was er damit anfangen soll".

"Eine bodenlose Schweinerei"

So bezeichnete der Staatsanwalt nicht nur den Inhalt des Videos sondern auch die Verbreitung. Der Angeklagte habe mehrere Möglichkeiten gehabt, die besser gewesen seien, um auf ein Problem mit so einer ungewollten Nachricht von einem anderen umzugehen. Sie kommentarlos an eine WhatsApp-Gruppe zu schicken, sei die schlechteste gewesen. Jeder müsse wissen, dass man mit so etwas zur Polizei gehen muss. "Stattdessen hat er das Video wahllos verschickt."

Der Verteidiger gab nach der Beweisaufnahme zu bedenken, dass der Angeklagte ansonsten nicht straffällig geworden ist und verwies noch einmal auf die Aussagen der Kripo-Beamtin. "Er hat sich weiter nichts zu Schulden kommen lassen."

100 Tagessätze

Sein Geständnis von Anfang an sei zwar etwas wert, so der Richter in der Urteilsbegründung aber am Ende blieb das Gericht über dem von der Verteidigung gefordertem Rahmen von 90 Tagessätzen. Ab einer rechtskräftigen Verurteilung von 91 Tagessätzen als Strafmaß erscheint diese Strafe im allgemeinen Führungszeugnis des Verurteilten. Der Richter "attestierte" in seinen Ausführungen dem Angeklagten weiter eine "Pubertätsstörung". Der Angeklagte, wie auch die 15 Adressaten haben laut Akten das Video nicht kommentiert. Woher der Angeklagte es hatte ist laut Akten nicht eindeutig nachweisbar. Darin liege das Problem bei derartigen Verhandlungen, so der vorsitzende Richter. 

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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