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19-Jähriger vor Gericht

Sex-Mord in Klinik: Über neun Jahre Jugendstrafe

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Felix W. steht mit seinem Rechtsanwalt Roman Heisig beim Prozessauftakt am 14. März im Landgericht Memmingen. Der 19-jährige ist des Mordes und der versuchten Vergewaltigung angeklagt

Memmingen - Wegen Mordes und versuchter Vergewaltigung in einer Klinik hat das Landgericht Memmingen einen Schüler zu neuneinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt.

Der 19-Jährige habe schwerste Schuld auf sich geladen, sagte die Vorsitzende Richterin am Donnerstag in der Urteilsbegründung. „Es war eine Tat von ungeheurer, unbändiger Gewalt, die brachial ausgeführt wurde.“ Vor einem Jahr hatte der damals 18-Jährige aus Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg) als Patient einer Fachklinik in Bad Grönenbach eine 39 Jahre alte Mitpatientin aus Karlsfeld (Landkreis Dachau) getötet. Nach einer Feier bedrängte er die Frau in ihrem Zimmer sexuell. Als sie sich ihm widersetzte und laut schrie, würgte er sie und tötete sie mit mehreren Scherenstichen. „Er war wütend und hat sich gedemütigt gefühlt, weil sie nicht mit ihm schlafen wollte“, sagte die Staatsanwältin am Donnerstag.

Sie hob die Grausamkeit der Tat hervor: „Er hat mit massiver Gewalt und äußerster Brutalität auf sein Opfer eingewirkt.“ Der Verteidiger hatte auf Totschlag plädiert und sieben Jahre Jugendstrafe gefordert.

"Er wollte sie vernichten"

Es war die Nacht zum 27. März 2012: Der Schüler ging laut Urteil nach einer Feier unter einem Vorwand ins Zimmer der 39-jährigen Kinderpflegerin und bedrängte sie sexuell. Die körperlich unterlegene Frau aus dem oberbayerischen Karlsfeld versuchte, sich ihm zu widersetzen und schrie laut um Hilfe. „Der Schrei war der Auslöser für die Tötung“, sagte die Richterin. Der 18-Jährige würgte die Frau, rang sie zu Boden und warf sich mehrmals mit voller Wucht auf sie. „Dabei hat es ihre Leber in der Mitte zerfetzt.“ Da sie danach immer noch Regungen zeigte, stach er mit einem Fieberthermometer und einer Nagelschere mehrmals zielgerichtet auf ihre Brust und ihren Hals ein. „Er wollte sie vernichten.“

Etwa eine halbe Stunde später ging der Angeklagte noch einmal in das Zimmer der Frau und verging sich am regungslosen Körper seines Opfers. Dies wertete das Gericht als Rache, weil sich die 39-Jährige ihm verweigert hatte. Eine Putzfrau fand die nackte Leiche der Frau am nächsten Morgen auf dem blutbespritzten Bett. Der Schüler reiste noch am gleichen Tag ab, da sein vierwöchiger Klinikaufenthalt beendet war. Eine Woche später wurde er festgenommen - Zeugenaussagen und DNA-Spuren hatten ihn überführt.

Nach dem urteil zeigte er Reue

Zum Prozessauftakt hatte der Angeklagte ein Teilgeständnis abgelegt. Viele Details aus seinem jungen Leben waren bei der Verhandlung ans Licht gekommen. Zum Beispiel, dass er als Kind misshandelt und vernachlässigt wurde, zeitweise in einer kleinen Abstellkammer leben musste und kaum zu Essen bekam. Das Urteil nahm er mit gesenktem Blick entgegen. „Was ich getan habe, tut mir schrecklich leid“, sagte er in seinem Schlusswort.

dpa

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