Sommerreifen - Tipps & Tricks

Schneefall! Darf ich mit Sommerreifen jetzt überhaupt fahren?

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Jedes Frühjahr wechseln viele Deutsche ihre Reifen am Auto. Die Winterreifen werden gegen Sommerreifen getauscht.

Im Frühjahr kommen wieder die Sommerreifen aufs Auto - aber was, wenn es dann nochmal schneit? Hier finden Sie alle Informationen rund um das Thema Sommerreifen.

Rund um Ostern kommen üblicherweise die Sommerreifen aufs Auto. Allerdings ist der halbjährliche Reifenwechsel für viele Autofahrer und -fahrerinnen mit Fragen verbunden: Wann genau muss ich die Reifen wechseln? Welche Sommerreifen halten am längsten? Und was mache ich, wenn es nach Ostern nochmal schneit, ich aber schon zu Sommerreifen gewechselt habe? 

Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen rund ums Thema Reifen und Reifenwechsel:

Sommerreifen drauf und dann schneit es während der Fahrt - was tun?

Haben Sie bereits Sommerreifen am Auto und es beginnt während der Fahrt wieder zu schneien, ist es zunächst vor allem wichtig, ausreichend Abstand zu anderen Fahrzeugen zu wahren. Auch hektisches Bremsen oder starkes Beschleunigen ist unbedingt zu vermeiden. In Kurven sollten Sie besonders achtsam fahren und auch bei Fußgängerüberwegen ist Vorsicht geboten. Das Gleiche gilt für Gegenden, in denen viele Kinder unterwegs sind, wie beispielweise an Schulen oder Kindergärten. Bei Glätte ist der Bremsweg ohnehin schon lang, mit Sommerreifen wird er noch länger. Riskieren Sie also nichts.

Sollte Ihr Auto doch ins Rutschen geraten, bewahren Sie in jedem Fall Ruhe, bremsen Sie ganz langsam ab und lassen Sie niemals die Räder blockieren. Beim Heckantrieb sollten Sie vorsichtig und leicht vom Gas gehen oder auskuppeln. Bei Frontatrieb kann Sie leichtes Gasgeben wieder in die Spur bringen.

Sollten Sie schon Sommerreifen am Auto haben, sollten Sie bei Schneefall zudem Straßen wählen, die schon geräumt sind. Halten Sie sich also an größere Straßen wie Autobahnen (Außerorts) und Hauptstraßen (Innerorts). Diese werden als erstes geräumt. Nebenstraßen sollten Sie meiden.

Winterreifenpflicht bei Glatteis?

Oftmals herrscht Unsicherheit, was das Thema Winterreifenpflicht betrifft. Grundsätzlich sollte es vermieden werden, das Fahrzeug mit Sommerreifen zu verwenden, wenn es auf den Straßen glatt ist. Lassen Sie das Auto also lieber stehen.

Der ADAC rät dazu: "Es dürfen nur solche Reifen gefahren werden, bei denen das Profil der Lauffläche und die Struktur so konzipiert sind, dass sie vor allem auf Matsch und frischem oder schmelzendem Schnee bessere Fahreigenschaften gewährleisten als normale Reifen, sprich Sommerreifen. Winterreifen, Allwetter- bzw. Ganzjahresreifen, die typischerweise eine M+S-Kennzeichnung und/oder eine entsprechende Kennzeichnung mit dem „Three-Peak-Mountain-Snowflake“-Zeichen tragen, erfüllen diese Anforderung."

Sommerreifen: Zwei Mal im Jahr werden die Reifen gewechselt

In der Regel wechseln Autofahrer in Deutschland zwei Mal im Jahr ihre Reifen - oder lassen sie wechseln. Im Frühling werden dem Auto Sommerreifen, im Herbst die Winterreifen aufgezogen. Ausnahme sind natürlich Wagen mit Ganzjahresreifen.

Wann muss ich Sommerreifen aufziehen?

Dafür gilt die Faustregel "von O bis O - von Ostern bis Oktober". Da Ostern aber jedes Jahr auf einen anderen Termin fällt, ist die Verunsicherung oft groß: Soll ich jetzt schon die Sommerreifen montieren, oder lieber doch noch nicht? 2017 fällt Ostern zum Beispiel auf das dritte April-Wochenende.

Natürlich müssen immer die Wetterverhältnisse mitspielen. Deswegen diese Regel: Wenn es nachts an Ostern noch friert, sollten Sie mit dem Wechseln der Reifen noch etwas warten - bis sicher kein Schnee mehr fällt.

Was kosten Sommerreifen?

Auch bei trockenen Straßen und günstigen Wetterverhältnissen sollten Autoreifen hohen Ansprüchen genügen. Zudem sollten sie allen aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen. Der Preis von Sommerreifen kommt auf die verwendete Größe, ihre Breite und die jeweilige Marke an.

Die Preise für Sommerreifen von kleineren Fahrzeugmodellen liegt zwischen 30 und 90 Euro pro Stück. Die Preise bei größeren Fahrzeugen fallen dementsprechend höher aus: Hier können Sommerreifen bis zu 200 Euro pro Stück kosten.

Verschleiß: Welche Sommerreifen halten am längsten?

Laut einer Studie von Stiftung Warentest sind Reifen entweder lange haltbar oder besonders spar­sam. Beides zugleich ist kaum möglich. Folgende Reifen werden empfohlen:

  • Die besten Reifen für Kleinwagen (Größe 185/60 R14 H) sind Continental Conti PremiumContact 5 (65 Euro je Reifen), Good­year Efficient Grip (62 Euro) und Nokian Line (58 Euro)
  • Champion der Kompakt- und Mittel­klasse (205/55 R16 V) ist Michelin Primacy 3 für 93 Euro.
  • Dahinter liegen Good­year Efficient Grip Performance (86 Euro), Continental ContiPremiumContact 5 (88 Euro), Dunlop Sport BluResponse (84 Euro) sowie Pirelli Cintur­ato P7 Blue (91 Euro).

Welches Profil brauchen Sommerreifen?

Laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) wird eine minimale Profil-Tiefe von 1,6 Millimetern vorgeschrieben. Empfohlen werden allerdings eher vier Millimeter Restprofil. Über die Profilrillen wird Regenwasser zu den Seiten und nach hinten abgeleitet.

Mit abnehmendem Profil erhöht sich die Gefahr eines Unfalls. So zum Beispiel bei Aquaplaning: Wenn sich durch starken Regenfall sehr viel Wasser auf den Straßen befindet, kann ein zu geringes Profil am Reifen zu Aquaplaning führen. Autos geraten dadurch ins Schleudern und Sie setzen sich und Ihre Mitfahrer einem erhöhten Risiko aus.

Wann muss ich meine Sommerreifen erneuern?

Wie alt dürfen Sommerreifen eigentlich sein? Haben Sie sich diese Frage auch schon mal gestellt? Der Verschleiß von Sommerreifen ist von Modell zu Modell unterschiedlich. Als Vorgabe gilt: Sommerreifen, die älter als acht und Winterreifen, die älter als sechs Jahre sind, sollten nicht mehr gefahren werden.

Tipp: Achten Sie darauf, wann Ihre Reifen hergestellt wurden, nicht, wann Sie sie gekauft haben. Dieses Datum kann weite Zeit auseinander liegen. In der Reifenflanke befindet sich ein Code, dessen letzte vier Ziffern das Kalenderjahr der Herstellung anzeigen. Daran können Sie sich orientieren, wann der Kauf neuer Reifen ansteht.

Die regelmäßige Anschaffung neuer Reifen ist wichtig für die Sicherheit beim Fahren. Abgefahrene Reifen können zu Schaden kommen und im schlimmsten Fall platzen. Mit Abnutzung und Überalterung der Reifen ist also nicht zu spaßen.

Faktoren, die Ihre Reifen schneller abnutzen lassen:

  • Zu rasantes oder schräges Auffahren auf den Bordstein.
  • Falsche Lagerung.
  • Kontakt der Reifenoberfläche mit Benzin oder Öl.

Reifenschäden erkennen Sie so:

  • Sind kleine Risse am Reifen zu erkennen, wird das Gummi des Reifen brüchig.
  • Auch Beulen am Reifen sind nicht unerhebliche Schäden.
  • Eingefahrene Nägel oder ähnliches sollten Sie unbedingt vermeiden.

Unterschied von Sommer- und Winterreifen: Warum brauche ich eigentlich Sommerreifen?

Winter- und Sommerreifen unterscheiden sich hinsichtlich zweier Punkte: Profil und Gummimischung. Winterreifen sorgen dafür, dass Sie beim Fahren bei Eis und Glätte genügend Grip haben und nicht von der Straße abkommen oder ins Schleudern geraten. Denn die vielen kleine Profileinschnitte an den Winterreifen verketten sich mit Schnee und Eis. Dagegen ist das Profil von Winterreifen nicht unbedingt für das Verdrängen von Regen geeignet.

Bei Sommerreifen sieht es anders aus: Regenwasser wird über die speziellen Profilrillen zu den Seiten und nach hinten abgeleitet. Zudem ist das Material für heißere Temperaturen gedacht: Sommerreifen halten extremer Hitze stand. Winterreifen haben dagegen durch die weichere Gummimischung einen längeren Bremsweg. Dadurch findet auch ein deutlich höherer Abrieb statt.

Was kostet es, Sommerreifen zu wechseln?

Die Kosten für den Reifenwechsel variieren ebenso, wie die Kosten für die Reifen selbst. Je nach Werkstatt sind unterschiedliche Preise mit unterschiedlichen Leistungen festgelegt: Angefangen bei der Festlegung der Reifen-Position über die fachgerechte Befestigung der Reifen durch geschultes Personal bis hin zur Überprüfung des Reifendrucks und der Messung der Profiltiefe müssen die Kosten individuell kalkuliert werden. Die Kosten für einen Reifenwechsel liegen zwischen 20 und 60 Euro.

Auch das regelmäßige Auswuchten der Räder ist wichtig, damit das Lenkrad nicht wackelt und damit der übermäßige Verschleiß vermieden wird. Zudem können Reifen dann für ein halbes Jahr in der Werkstatt eingelagert werden. So vermeiden Sie es, die Reifen immer aus Garage oder Keller ins Auto schleppen zu müssen. Für alle Leistungen zusammen können in etwa 80 bis 150 Euro anfallen.

Wie hoch muss der Luftdruck (bar) bei Sommerreifen sein?

Welcher Reifendruck für Ihr Fahrzeug der richtige ist, können Sie im Handbuch nachlesen. Oft findet sich diese Information aber auch auf der Innenseite des Tankdeckels.

Etwa einen Monat nach dem Reifenwechsel ist es wichtig, den Luftdruck nochmal zu überprüfen. Ohnehin sollte dies regelmäßig getan werden. So können Reifenschäden vermieden werden. Der Luftdruck wird in bar gemessen und variiert je nach Reifenmodell. Stehtin den Fahrzeugpapieren zum Beispiel 2,5 bar, ist dies der Messwert für Ihre reifen. Wichtig ist auch, den Druck dann zu überprüfen, wenn der Reifen kalt ist. Sie wollten also nicht mehr als 10 Kilometer gefahren sein, wenn Sie den Reifendruck messen.

Sommerreifen selbst montieren

Wer sich das Geld für den Reifenwechsel in einer Werkstatt sparen will, greift jetzt selbst zum Werkzeug und montiert die Sommerreifen. Der folgende Text enthält eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man die Reifen am Auto am besten wechseln sollte sowie einige Tipps und wichtige Hinweise rund ums Thema.

Sommerreifen: Welches Werkzeug brauche ich, um die Reifen sicher zu wechseln?

  • Drehmomentschlüssel (empfehlenswert), Radschlüssel oder Radkreuz
  • (wer einen Drehmomentschlüssel hat, braucht auch einen Knarrenkasten bzw. mindestens einen passenden Aufsatz, die sog. Nuss, zum lösen der Radmuttern)
  • Wagenheber (besser Rangierwagenheber statt Standard-Wagenheber)
  • Wachs-Kreide (zum Markieren der Reifen)

Worauf sollte ich beim Reifenwechsel sonst achten?

  • Die Reifen sollten nicht älter als sechs Jahre sein. Das Alter erkennt man am Herstellungsdatum auf der Innenseite des Reifens (sog. DOT-Nummer).
  • Der Reifen sollte keine Fremdkörper im Profil haben und nicht beschädigt sein. Deshalb im Vorfeld das Rad unbedingt auf Beulen oder Risse kontrollieren.

Wichtige Maßnahmen vor dem Reifenwechsel

  • Das Auto sollte auf einem ebenen und festen Untergrund stehen
  • Handbremse anziehen
  • Gang einlegen

So wechseln Sie ihre Sommerreifen - die Schritt-für-Schritt-Anleitung

  • Kurzer Blick in die Bedienungsanleitung des Autos (dort sind zum Beispiel die Aufnahmepunkte für den Wagenheber vermerkt).
  • Winter-/Sommerreifen und Werkzeug bereitlegen.
  • Radkappen (falls vorhanden) abnehmen.
  • Radmuttern mit dem Drehmomentschlüssel lösen (nicht abdrehen!), wenn das Auto noch am Boden steht.
  • Wagenheber an der dafür vorgesehene Aufhängung am sog. Schweller (= Teil der Karosserie unterhalb der Auto-Türen) ansetzen. Achtung: Der Aufnahme-Punkt ist bei jedem Fahrzeugtyp anders!
  • Auto mit dem Wagenheber so weit aufbocken, dass der zu wechselnde Reifen etwa zwei bis drei Zentimeter über dem Boden schwebt.
  • Die Radmuttern nun ganz herausdrehen. Achtung: Immer die unterste Radmutter entnehmen, das Rad ein Stück drehen und dann wieder die unterste Radmutter herausschrauben. So riskiert man nicht, dass einem der Reifen plötzlich von oben entgegenkippt.
  • Reifen abnehmen und mit der Kreide markieren (z.B. "VL" für "vorne links" oder "HR" für "hinten rechts")
  • Reifen auf Schäden (Beulen) und Fremdkörper in den Rillen überprüfen und dann weglegen bzw. einen Austausch für die kommende Saison vormerken.
  • Auflagefläche des Rades am Auto gegebenenfalls reinigen (bei grober Verschmutzung eine Stahlbürste zur Hilfe nehmen), bevor der neue Reifen montiert wird.
  • Jetzt den passenden Sommerreifen aufziehen. Achtung: Manche Räder haben eine vorgeschriebene Laufrichtung --> sie dürfen also nur rechts oder nur links am Wagen montiert werden. Räder mit vorgeschriebener Laufrichtung NIE über Kreuz wechseln! Ansonsten gilt: Reifen, die im Vorjahr auf der Hinterachse gelaufen sind, dürfen nun zur Abwechslung vorne aufgezogen werden. Der ADAC rät, die noch besser erhaltenen Reifen mit mehr Profil auf der Hinterachse aufzuziehen. Vor allem bei einem Heckantrieb und Fahrzeugen ohne ESP hat der Wagen dann eine höhere Fahrstabilität. Es gibt aber auch zwei Punkte, die dagegen sprechen, die besseren Reifen hinten aufzuziehen: Der Bremsweg ist länger und das Verhalten bei Aquaplaning ist schlechter.
  • Reifen auf die Aufhängung heben und schauen, dass die Löcher des Rades mit den Löchern an der Auflagefläche übereinstimmen.
  • Radmuttern nach und nach reinschrauben - beginnend mit der Schraube am obersten Loch und dann über Kreuz. Das sichert einen zentrierten Sitz des Reifens.
  • Auto mit dem Wagenheber soweit herunterlassen, bis es gerade wieder auf festem Grund steht.
  • Radmuttern mit dem Drehmomentschlüssel festziehen. Der Drehmomentschlüssel ist hier sehr praktisch, da man den Anzugsmoment einstellen kann. Wenn dieser erreicht ist, gibt der Drehmomentschlüssel ein lautes Knacken von sich. Wichtig ist der Anzugsmoment, weil die Schrauben am Reifen weder zu locker noch zu fest angezogen sein dürfen. Bei Stahlfelgen wird ein Anzugsmoment von bis zu 130 Nm empfohlen. Bei Aluminiumfelgen bitte unbedingt die Herstellervorgaben beachten.

Auf KEINEN FALL an den Radmuttern oder der Auflagefläche des Reifens Öl oder Fett verwenden!

  • Nachdem alle Reifen gewechselt sind, bei jedem Rad den Luftdruck überprüfen.
  • Wichtig: Nach 50 bis 100 Kilometern auf jeden Fall die Radmuttern noch einmal nachziehen.

Sommerreifen: Vermeiden Sie die sechs größten Fehler beim Reifenwechseln

  1. Der Wagenheber wird an der falschen Stelle angesetzt (siehe auch Hinweise oben). Passiert dies, so kann es sein, dass das Auto beim Reifenwechseln vom Wagenheber rutscht. Oder aber das Auto nimmt Schaden durch die falsche Handhabung des Werkzeuges.
  2. Die Sommer- beziehungsweise Winterreifen werden in der falschen Laufrichtung montiert. Das beeinflusst nicht nur das Fahrverhalten des Autos, sondern auch die Abnutzung des Reifens.
  3. Die Radschrauben werden zu locker oder zu fest angezogen (Tipps siehe oben). Sitzen die Muttern zu locker, kann sich schlimmstenfalls während der Fahrt ein Reifen lösen. Sitzen die Schrauben zu fest, können das Gewinde oder die Felgen beschädigt werden.
  4. Die Radschrauben werden in der falschen Reihenfolge angezogen (siehe auch Erklärung oben). Nur beim Anziehen der Schrauben über Kreuz ist gewährleistet, dass der Druck an der Nabe gleichmäßig verteilt ist.
  5. Nach dem Reifenwechsel wird mit einem falschen Reifendruck gefahren (den idealen Reifendruck findet man im Handbuch oder auf der Innenseite des Tankdeckels - siehe oben).
  6. Die Reifen werden falsch eingelagert. Damit das nicht passiert, haben wir für Sie zusammengefasst, wie man Autoreifen richtig lagert.

Für die Liste mit den Fehlern bedanken wir uns beim Handwerkerportal MyHammer.

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