Ein Satz nach vorn

Sehr gute Noten für die Alfa Romeo Giulietta

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Die Giulietta von Alfa Romeo gilt vielen nicht nur als formschöner Kompakter - sie macht auch als Gebrauchtwagen eine ziemlich gute Figur. Foto: Alberto Alquati/Alfa Romeo/dpa-tmn

Die Alfa Romeo Giulietta empfiehlt sich nicht nur für Liebhaber. Auch wer einen gebrauchten Kompaktwagen mit Langzeitqualität sucht, wird von dem italienischen Auto nicht enttäuscht.

Berlin (dpa/tmn) - Giulietta - bei einem so wohlklingenden Namen kann man es schon mal vergessen: Der unkonventionell gezeichnete Kompaktwagen von Alfa Romeo ist ein Konkurrent des VW Golf.

Natürlich kann sie dem Volkswagen allein hinsichtlich der Verkaufszahlen nicht das Wasser reichen. Ein schlechtes Auto muss sie deswegen aber nicht sein - ganz im Gegenteil.

War der Vorgänger 147 noch recht mängelbehaftet, schneidet die Giulietta bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) teils sehr gut ab. So schreibt der "TÜV Report 2017", dass bei den vier- bis fünfjährigen Autos die Zahl der mängelfreien Exemplare deutlich über dem Durchschnitt liege. Zu den Schwachstellen zählt die Fußbremse, die den Testern zu oft negativ auffällt. Oft verstellt sind die Scheinwerfer. Allerdings fällt die Giulietta bei der zweiten HU doppelt so oft durch die Abgasuntersuchung wie der Durchschnitt.

Im Vergleich zum 147, dessen Fahrwerk zum Beispiel häufig rostet, hat die Giulietta einen Satz nach vorn gemacht. So hübsch sie manchem vorkommen mag, so selten ist sie - und taucht nicht in der veröffentlichten ADAC-Pannenstatistik auf, die eine Mindestzulassungszahl erfordert. Aber Daten zum Auto hat der Club dennoch gesammelt. Danach gilt sie als "relativ problemlos".

Pannenschwerpunkte betrafen neben abgerutschten Turboschläuchen bei Exemplaren der Baujahre 2012 bis 2014 die Zündspulen, die bei Benzinern von 2010 und 2011 gerne kaputtgingen. Der einzige Rückruf wurde im Mai 2011 vorgenommen, als 422 Fahrzeugen der Bauzeit Februar bis Mai 2010 Risse in den Querlenkern drohten.

Die Giulietta kam im Mai 2010 auf den deutschen Markt. Drei Jahre später erhielt der 4,35 Meter lange Fünftürer mit 350 Liter fassendem Kofferraum sein erstes Facelift. Dabei wurden die Motoren überarbeitet, am Außendesign gefeilt, und es kamen neue Infotainment-Systeme ins aufgehübschte Armaturenbrett. 2016 folgte eine weitere Modellpflege, die dem Auto Kühlergrill und vordere Stoßfänger im Stil des größeren Modells Giulia brachte sowie eine Smartphone-Einbindung fürs Infotainment.

Unter die Motorhaube zog ein neuer Turbodiesel mit 88 kW/120 PS und Doppelkupplungsgetriebe (TCT) ein. Im Motorraum zeigt sich die Giulietta jedoch nicht sonderlich innovativ. Alternative Antriebe sind Fehlanzeige. Dafür gibt es betont durchzugsstarke Aggregate. Die Ottomotoren leisten je nach Jahrgang zwischen 77 kW/105 PS und 177 kW/240 PS im Sportmodell Quadrifoglio Verde. Die seit dem Marktstart eingebauten Dieselmotoren decken eine Spanne von 77 kW/105 PS bis 129 kW/175 PS ab.

Wer eine Giulietta 1.8 TBi 16V TCT Quadrifoglio Verde mit 177 kW/240 PS von 2014 sucht, sollte um 19 650 Euro einplanen. Diesen durchschnittlichen Verkaufspreis sowie eine Laufleistung von 34 000 Kilometern nennt die Schwacke-Liste. Soll es ein Diesel vom ersten Jahrgang 2010 sein, muss im Falle der Giulietta 1.6 JTDM 16V Turismo mit 77 kW/105 PS von 9100 Euro ausgegangen werden (116 200 Kilometer). Noch 12 200 Euro nennt Schwacke für die Ausführung 2.0 JTDM 16V Turismo mit 103 kW/140 PS von 2012 - bei rund 85 000 Kilometern auf der Uhr.

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