Der Porsche mit Gewissen 

Mit dem Porsche Panamera E-Hybrid auf Testfahrt

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Als Plug-in-Hybrid soll sich der Porsche Panamera 4 E-Hybrid bis zu 50 Kilometer weit rein elektrisch bewegen lassen.

Die Bremssättel sind gelblich grün, beim Anfahren gibt das Auto keinen Ton von sich. Und das soll ein Porsche sein? Ist er, und was für einer. Ein Hybrid-Auto mit dem Besten aus zwei Welten.

Abgeschaut beim Supersportwagen 918 Spyder. Wir waren mit dem Porsche Panamera E-Hybrid auf Testfahrt:

Motorenkonzept beim Porsche Panamera E-Hybrid

Der Porsche mit dem eingebauten Öko-Gewissen ist ein sogenannter Plug-in-Hybrid. Das bedeutet, dass er einen herkömmlichen Motor hat (einen 2,9 Liter großen V6 mit 330 PS) und gleichzeitig über ein Elektro-Aggregat mit 136 PS verfügt. Letzteres wird von einer Batterie gespeist, die im Vergleich zum normalen Hybriden jedoch per Kabel aufgeladen werden kann. Die Gesamtleistung beträgt 462 PS, das Drehmoment liegt bei wirklich zugkräftigen 700 Newtonmetern. 

Der E-Motor sorgt dabei – ähnlich wie beim 918er – für permanenten Schub!

So fährt man diesen Hybrid

  • 1. Entweder sportlich, dann arbeitet der E-Motor als Booster zu und bringt das über 2,1 Tonnen schwere Geschoss in der 911er-Carrera-Zeit von 4,6 Sekunden von null auf Tempo 100. 
  • 2. Rein elektrisch (E-Power): Wenn Innenstädte zum Beispiel wegen Feinstaub für Verbrenner gesperrt sind, dann schleicht der Panamera auf leisen Sohlen. 3. Hybrid: Hier wählt der Computer den für die jeweilige Strecke optimalen Antrieb.
  • 4. Bei E-Hold erhält das System die Batterieladung, eben wenn man später in eine Umweltzone fahren möchte.
  • 5. E-Load: Die Batterie wird mit dem Verbrenner wieder aufgeladen, auch für den Fall, dass man später längere Strecken elektrisch zurücklegen muss.

Reichweite: Sie liegt rein elek­trisch bei 50 Kilometer. Das würde reichen, um 80 Prozent der Menschheit täglich emissionsfrei zur Arbeit und wieder zurück nach Hause zu bringen, vorausgesetzt, man kann in der Zwischenzeit aufladen. Mit der 14 kWh großen Batterie schafft es der Hybrid-Panamera sogar bis Tempo 140 rein elektrisch.

Ladungsdauer: An der herkömmlichen Steckdose 5,8 Stunden.

Verbrauch: Was verbraucht der Hybrid-Panamera? Da wird es wieder kompliziert. Im ersten Praxistest waren es um die sieben Liter Benzin pro 100 Kilometer, dazu kommt aber noch die elektrische Ladung, die verbraucht wurde. Genau kann man diese Menge jedoch nicht bestimmen, denn im Hybridmodus wird beim Fahren ja verbrauchte Elektroenergie zurück- oder sogar neu gewonnen und damit die Batterie wieder aufgeladen. 

Der angegebene Normverbrauch von 2,5 Litern Benzin und 15,9 kWh pro 100 Kilometer ist jedenfalls eher utopisch.

Spaß am Fahren und Freude am Sparen – wer hätte ­gedacht, dass das bei Porsche möglich ist?

Preis

Mit 107.500 Euro ist der Hybride günstiger als das von der Leistung her vergleichbare S-Modell (113.000 Euro) oder der Diesel (117.000 Euro). Ein Schnäppchen ist er natürlich nicht.

Fazit

Ein Hybrid-Auto ist per Definition ein Zwitter. Also ein Wesen, das an beiden Seiten Spaß hat. An der Freude zum Sparen und der Lust am Fahren. Wer das schätzt, den hohen Anschaffungspreis auf der hohen Kante hat und Spaß am zwitterigen Cross-Over-Design zwischen 911er und SUV (Oh, wie schön ist der Panamera) hat, der wird an diesem Fabelwesen seine Freude haben. 

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RDF

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