Ökolabel für Reifen: Das sollten Sie jetzt wissen

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Das neue Ökolabel für Autoreifen soll ab November 2012 in Kraft treten. Es gibt Hinweise zum Spritsparen und zur Sicherheit

Es klingt gut und soll Verbrauchern beim Reifen kaufen helfen: Ab 2012 müssen neue Reifen nach einer EU-Verordnung mit einem Ökolabel etikettiert werden. Kann es wirklich Spritsparen helfen?

Dr. Burkard Wies Reifenexperte von Continental

Die Reifen müssen jetzt nach Rollwiderstand, Nässehaftung und Abrollgeräuschen klassifiziert werden. Klingt gut, doch was taugt das Label wirklich? Kann man damit Sprit sparen und somit umweltfreundlicher fahren oder entpuppt sich alles als Mogelpackung?

Wie man das Ökolabel richtig liest und was Verbraucher dazu wissen sollten – wir sprachen mit Dr. Burkhard Wies, Reifenexperte bei Continental:

Warum kommt das Ökolabel?

Reifen tragen einen erheblichen Anteil am Spritverbrauch und somit auch am CO2-Ausstoß. Deshalb sollen sie nach einem Beschluss der EU in Effizienzklassen eingeteilt werden. Das kennt man bereits von Elektrogeräten wie etwa Kühlschränken. Käufer sollen auf diese Weise informiert und motiviert werden, sparsame und somit umweltfreundliche Reifen zu kaufen.

Neues Ökolabel für Reifen

Ab November: Neues EU-Ökolabel für Reifen

Das neue Ökolabel für Autoreifen soll ab November 2012 in Kraft treten. Es gibt Hinweise zum Spritsparen und zur Sicherheit. So lesen sie es: © Continental
Angabe Abrollgeräusch: Das Abrollgeräusch ist eine der Hauptkomponenten des Außengeräusches von Autos. Es ist wesentlich an der Entstehung des Straßenverkehrslärms beteiligt. Es wird in Dezibel angegeben. © Continental
Angabe zur Nässehaftung: Diese Kategorie bewertet die Haftung der Reifen auf nasser Fahrbahn und gibt wichtige Hinweise zum Bremsweg. Auch hier gilt: A ist die beste, G die schlechteste Klasse. Die Differenz des Bremswegs zwischen den Klassen macht ca. eine Wagenlänge aus. © Continental
Angabe zum Verbrauch: Hier wird der sogenannte Rollwiderstand der Reifen definiert. Er hat entscheidenden Einfluss auf den Spritverbrauch. Die beste Effizienzklasse, also die mit den höchsten Spritsparwerten, ist A, die schlechteste G. © Continental
Links oben befinden sich die Klassen für den Rollwiderstand. Die Kraftstoff­ersparnis, die sich z.B. bei Verwendung der Klasse A an Stelle von Reifen der Klasse G ergeben kann, wird bei Pkw mit ca. 7,5 Prozent geschätzt. Rechts oben ist die Nassbrems­eigenschaft angegeben. Zwischen Klasse A und F können sich Bremswegunterschiede von 30 Prozent ergeben. Unten wird das Außengeräusch angegeben. Je weniger Ringe neben dem Lautsprecher, desto leiser der Reifen. © Bridgestone

Ab wann gilt das Label?

Die Einführung gilt ab November 2012 für alle neuen Reifen. Ab 2013 dürfen Neuwagen dann nur noch mit Spritsparreifen ausgeliefert werden.

Was beinhaltet das Label?

Darauf sind drei Energiekategorien abzulesen: Rollwiderstand, Nassgriff sowie Abrollgeräusch. Die ersten beiden genannten Kategorien sind in sieben Klassen von A bis G eingeteilt, wobei A die höchste Güte bedeutet.

Rollwiderstand: Während einer Fahrt verformen sich Reifen, verbrauchen Energie und somit Sprit. Bis zu 20 Prozent des Verbrauchs gehen durch den so enannten Rollwiderstand drauf. Reifenoptimierung birgt also großes Einsparpotenzial.

Nassgriff: Das Sicherheitssiegel! Es kennzeichnet das Bremsverhalten auf nasser Fahrbahn. Ein Beispiel: Eine Vollbremsung von 100 km/h auf trockenem Untergrund mit einem Wagen der Golfklasse. Das Auto steht nach 38 bis 40 Metern. Bei

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2012: Das rollt auf die Autofahrer zu

einer Nassbremsung benötigt das gleiche Fahrzeug bis zu 70 Meter. Im Nassen sind die Unterschiede der Reifen sehr viel größer und spürbarer. Dr. Burkhard Wies, Leiter Produktentwicklung bei Continental, erklärt: „Eine Energieklasse macht in solchen Situationen etwa eine Wagenlänge aus.“

Doch Vorsicht: Die Kategorie sagt nichts über die Eigenschaften bei Glätte und Eis aus. Abrollgeräusch: Es wird durch drei Schallwellen gekennzeichnet und informiert über die Dezibelzahl. Dr. Wies: „Hier ist das gesetzliche Limit ohnehin schon sehr scharf. Das Reifenabrollgeräusch ist mittlerweile kaum noch zu minimieren, das geht lediglich noch über die Optimierung der Fahrbahn – Stichwort Flüsterasphalt.“

Wie nützlich ist das neue Label wirklich?

Es dient beim Neureifenkauf sicherlich einer ersten Information. „Mit dem Label sind ungefähr 20 Prozent der Eigenschaften eines Reifens klassifiziert. Die anderen 80 Prozent – etwa der Abrieb, Aquaplaning, Trockenhandling, Komfort – sind nicht abgedeckt“, erklärt Dr. Wies. Deshalb ist es wichtig, sich zusätzlich zu informieren – etwa durch Tests des ADAC oder der Stiftung Warentest.

Wird es AA-Reifen geben?

Kein seriöser Hersteller wird AA-Reifen anbieten können. Man kann zwar durch die Absenkung der Profiltiefe und die Verwendung von weniger Gummi den Rollwiderstand senken. So wird gern in Fernost gearbeitet. Doch das geht auf Kosten der Lebenserwartung der Reifen, des Handlings und der Sicherheit. Premiumhersteller Continental zum Beispiel strebt Labelklasse CC bei seinen Winterreifen an. Zum Vergleich: Würde man derzeit im Handel befindliche vergleichbare Reifen etikettieren, lägen sie im Bereich E und F.

Die irrsten Autofahrer der Welt

Die irrsten Autofahrer der Welt

Scheibenwischer kaputt?! Mit einer Paketschnur per Handbetrieb war ein Autofahrer bei Regen auf der Autobahn unterwegs.
Scheibenwischer kaputt?! Mit einer Paketschnur per Handbetrieb war ein Autofahrer bei Regen auf der Autobahn unterwegs. © Polizei
Ein toter Walhai wird auf einem Traktor zu einem Fischgroßmarkt in Xiangzhi (China) transportiert. Ein einheimischer Fischer hatte den Walhai aus dem Meer gezogen. Anfangs war der Mann überzeugt, dass ihm ein "Seeungeheuer" ins Netz gegangen wäre.
Petri Heil! Ein toter Walhai wird auf einem Traktor zu einem Fischgroßmarkt in Xiangzhi (China) transportiert. Ein einheimischer Fischer hatte den Walhai aus dem Meer gezogen. Anfangs war der Mann überzeugt, dass ihm ein "Seeungeheuer" ins Netz gegangen wäre. © AFP
Polizei stoppt pinken Opel im "Pozilei"-Design.
Polizei stoppt pinken Opel im "Pozilei"-Design. Die Beamten staunten nicht schlecht, als sie in um 1.30 Uhr am Sonntagmorgen in Hüllerup bei Flensburg einen besonderes Fahrzeug stoppten. Und zwar einen rosafarbenen Opel. Hinter dem Steuer saß eine junge Fahrerin. © dpa/ Polizei Flensburg
Man muss schon sehr genau hinsehen, um zu begreifen, was der 47-Jährige aus Polen alles auf seinen 40-Tonner geladen hat: Auto auf Laster auf Laster auf Laster, also drei Fahrzeuge hatte der Lkw-Fahrer auf- und ineinander geladen. Der Polizei Krefeld fiel das ungewöhnliche Gespann auf, als der Mann gerade dabei war, einen weiteren Transporter auf den Anhänger seines Lastzuges zu laden. © Pol Krefeld
3 Laptops im Lkw
Bei einer Routinekontrolle stoppte die Schweizer Polizei am Montag einen Lastwagen mit drei Laptops im Führerhaus. Was einen normalen Menschen schon am Schreibtisch überfordert, praktizierte der Lasterfahrer ganz selbstverständlich hinterm Steuer auf der Autobahn. © Polizei Kanton Solothurn
Da die Hecktüren des Transporters trotz der Millimeterarbeit beim Einpacken nicht ganz zugingen, fiel die Ladung einer Streife der Autobahnpolizei auf. Die beiden kasachischen Fahrer hatten einen Mittelklassewagen auf die Seite gelegt und passgenau hochkant in ihren Kleintransporter geschoben. © Polizei/dpa
Zwei junge Autofreaks haben sich im Kreis Vechta mit einem umgebauten Auto der besonderen Art eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Der Auspuff des Wagens ragte vorne aus der Motorhaube. Auch über das selbst gemalte Kennzeichen aus Pappe staunten die Beamten nicht schlecht. © Polizei/dpa
Manchmal muss selbst die Polizei noch staunen: Ein Autofahrer hat in Bremervörde eine Badewanne hinter sich hergezogen. Der Anhänger schlingerte an einem langen Seil hin und her. Funken flogen in alle Richtungen. In der Wanne saß ein Mann mit Motorradhelm. © dpa
In Österreich hat es Niko Alm, ein Anhänger der Spaßreligion «Fliegendes Spaghettimonster» mit Nudelsieb auf dem Kopf auf seinen Führerschein geschafft. Er habe gesehen, dass man bei Passfotos ausnahmsweise ein Kopfbedeckung tragen dürfe, wenn diese religiös begründet sei. © Polizei
Auto mit Baumstämmen beladen
Bei einer Kontrolle in Eisenach hat die Polizei einen mit sechs Baumstämmen beladenen Kleinwagen aus dem Verkehr gezogen. Der Fahrer hatte seinen Ford Fiesta mit zweieinhalb Meter langen Stämmen beladen, die weit aus dem Kofferraum herausragten. Die Stämme hatten einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern und die Ladung war nicht gesichert. © Polizei/dpa
Das Wrack eines Pkw Jaguar wird von Tauchern der hessischen Wasserschutzpolizei aus dem Main bei Kelsterbach geborgen. © Polizei/dpa
Bei Vollbremsung Genickbruch: Die Aachener Polizei hat ein höchst riskant beladenes Auto zweier Handwerker in Aachen angehalten. Zwei Stuckateure hatten eine lange Leiter durch den offenen Kofferraum über den Kopf des Beifahrers gelegt und den Hals quasi als Halterung genutzt. © Polizei/dpa
Ist der Fahrer dieses Wagens ein wahrer Einparkkünstler? Urteilen Sie selbst. © herne
Der Mann aus Norwegen war von Polizisten gestoppt worden, als er mit Rollskiern auf der Autobahn unterwegs war, um Benzin für sein liegen gebliebenes Auto zu holen. Nach einer Verwarnung musste der Mann seinen Weg zu Fuß fortsetzen. © Polizei
Ist dieser Trabi etwa zu überladen? © dpa
VW Polo Couch Sofa an Bord
Unglaublich, was so alles in einen VW Polo (viele denken, das muss doch ein Golf sein) passt. Ein Autofahrer hatte neben seiner Frau eine komplette Couchgarnitur in seinen Wagen gepackt. Doch die Polizei stoppte den Transport. © Polizei
Ein 24-jähriger Autofahrer hatte in den Kofferraum seines Kleinwagens einen Jetski geladen.
Komplett vom Kurs abgekommen ist wohl dieser Autofahrer: Mit einem Jetski an Bord und offener Heckklappe war der Wassersportler auf der Autobahn unterwegs. © Polizei
Panzer
Das braungrüne Tarnmuster auf dem Wagen hat wenig genutzt. Eine Streife der Polizeiautobahnstation Südhessen fiel der „Panzer“ sofort ins Auge. © Polizei
Panzer
Bei dem kuriosem Gefährt handelte es sich jeoch eigentlich um einen umgebauten Ford Galaxy im Camouflage-Look. Der 26-jährige britische Autobesitzer hatte einen „Geschützturm“ mit passendem Rohr auf das Dach montiert und den Van komplett in Tarnfarben umlackiert. © Polizei
Pony auf dem Rücksitz: Die Polizei Koblenz stoppte den ungewöhnlichen Transport
Pony auf dem Rücksitz: Die Polizei Koblenz stoppte den ungewöhnlichen Transport. © POL Koblenz
Mit einer Lichterkette hinter seiner Windschutzscheibe hat ein Autofahrer die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich gezogen. Dazu hatte der Mann noch nachtaktive Nager an Bord. Die Hamster habe der 29-Jährige nicht allein zu Hause lassen wollen. © Polizei

Wie wird das Label kontrolliert?

Die Kontrolle der EU-Direktive obliegt den Mitgliedsländern. Da Deutschland ein föderalistischer Staat ist, liegt die Kontrolle wiederrum bei den einzelnen Bundesländern. Das erschwert den Vorgang. Wie es dann in der Praxis gehandhabt wird, ist noch nicht ganz klar.

Wie werden Reifen überhaupt optimiert?

Ein Reifen besteht aus mehreren Bauteilen. Der größte Energieverlust findet im Laufstreifen statt. Um den Rollwiderstand zu verbessern und damit Sprit zu sparen, gibt es drei Möglichkeiten: energieverlustarme Mischungen verwenden, sehr dünne Auslegung und Bewegung vermeiden – denn alles, was sich bewegt, verbraucht Energie und damit Sprit. Oberste Priorität ist allerdings, dass die Bremsfähigkeit erhalten bleibt. Was kosten die neuen Reifen? Sie sind leicht teurer als herkömmliche Modelle, um etwa fünf bis zehn Prozent.

Und wie hoch ist die Spritersparnis?

Die Hersteller versprechen eine Ersparnis von etwa einem halben Liter auf 100 Kilometer. Ein Rechenbeispiel: Ein Reifen hat eine Lebensdauer von etwa 20.000 Kilometer. In diesem Zeitraum spart man sich - moderate Fahrweise vorausgesetzt – ca. 100 Liter. Bei einem Spritpreis von etwa. 1,50 Euro ergibt das nach 20.000 Kilometern eine Ersparnis von 150 Euro. Weiterer positiver Effekt: Die Umwelt wird geschont.

Katrin Basaran

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