Krallen ausgefahren -  Peugeot RCZ

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Peugeots sportlicher RCZ erregt Aufsehen im täglichen Verkehrs-Einerlei.

Peugeot fährt die Krallen aus: Der sportliche Zweitürer RCZ ist wohltuend aus der Löwen-Art geschlagen und hat es vom IAA-Tagesgespräch zum Blickfang auf hiesigen Straßen gebracht. Hälse recken sich aber nicht nur auf Bürgersteigen: Die Franzosen-Flunder ist im Verkehrsgeschiebe eine Attraktion.

Peugeot RCZ 2.0 HDI

Hubraum: 1997 ccm

Leistung: 120 kW/163 PS

0-100 km/h: 8,7 s

Spitze: 225 km/h

Verbrauch: 5,3 l/100 km

CO2-Emission: 139 g/km

Preis: ab 30.150 Euro

Wenn die wüssten, das unter der Haube ein Dieselmotor arbeitet! Doch den kultiviert tönenden Vierzylinder akustisch zu identifizieren, fällt selbst den Passagieren schwer. Das Kätzchen faucht nicht, es schnurrt. Und das behaglich. Manchem Sportwagenfahrer wird der durchzugskräftige Selbstzünder zu zivil klingen. Freude kommt aber garantiert an der Zapfsäule auf: Bei einem Durchschnittsverbrauch von 6,5 Litern sind 800 Kilometer Reichweite eine Selbstverständlichkeit. Mögen Dieselmotor und Sportwagen auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Kombination sein, in Sachen Fahrdynamik hält der 2+2-Sitzer, was sein athletischer Auftritt verspricht. Den kaum untersteuernden Fronttriebler präzise durch Kurven zu zirkeln ist das reine Vergnügen. Eine direkte Lenkung und gut dosierbare, zupackende Bremsen beruhigen Kontrollfreaks, die gleichfalls nicht auf Komfortwerte verzichten müssen.

Peugeot RCZ

In die Kofferraumklappe integriert wurde ein Heckspoiler, der in zwei Stufen automatisch bei 85 bzw. 155 km/h ausfährt und den Abtrieb erhöht. Hohes Autobahntempo bringt den Gallier nicht aus der Ruhe. Vier Airbags und ESP mit Berganfahrhilfe sowie Notbremsassistent sind neben Klimaanlage und Einparkhilfe, MP3-Radio und Leichtmetallfelgen, Zentralverriegelung und Fensterheber Serie.

Fürs leibliche Wohl ist gleichfalls gesorgt: Das Auge erfreut sich am spannungsvollen Design einer muskulösen Karosserie, bei dem markante Aluminiumbögen sowie doppelte Wölbungen in Dachhaut und Heckscheibe individuelle Akzente setzen. Mit handfesten praktischen Vorteilen, denn in diesem Sportcoupé muss man keinerlei Platzangst fürchten, blickt nicht aus Schießscharten auf den Verkehr, sondern genießt eine lichte Atmosphäre und gute Rundumsicht vor allem beim Rückwärtsfahren.

Peugeot RCZ

Der RCZ sieht nicht nur gut aus, er fühlt sich auch gut an. Haptisches i-Tüpfelchen auf ein perfekt verarbeitetes und geschmackvoll möbliertes Interieur ist die gegen Aufpreis erhältliche Volllederausstattung mit ihrem von edlen Ziernähten gesäumten Armaturenbrett, in dessen Mitte eine Analoguhr thront. So bequem und großzügig die vorderen Sitze geschnitten sind, die hinteren beiden Plätze haben nur Alibi-Funktion, dienen aber als Kofferraumreserve, der nach Umlegen der Lehnen von 321 auf stattliche 639 Liter wächst. Überraschend viel Alltagstalent zeigt der Löwen-Sportler. Das hat er von seinem Plattform-Bruder 308 geerbt. Fehlt eigentlich nur noch eine Roadster-Variante ...

Von Carsten Müller

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