DEKRA warnt

Hoverboards auf der Straße: So gefährlich sind sie wirklich

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Die Rechtliche Lage ist komplex: Eigentlich bräuchte man für ein Hoverboard eine Fahrerlaubnis.

Der Begriff Hoverboard ist seit Marty McFly aus "Zurück in Zukunft" bekannt. Die heutige Version - ein elektrischer Einachser - ist beliebt, birgt aber Risiken.

Im Hollywood der Achtziger Jahre war das sogenannte Hoverboard noch Zukunftsmusik: Michael J. Fox war im Filmklassiker "Zurück in die Zukunft" damit unterwegs. Heute sind die gleichnamigen selbstbalancierenden Elektro-Einachser Realität, wenn auch nicht in schwebender Form.

Genauso real sind aber auch die Risiken der Hoverboards. Darauf haben Experten beim DEKRA Safety Day 2017 aufmerksam gemacht – auch mit einem Crashtest.

Hoverboard-Fahrer noch gefährdeter als Fußgänger  

Bei Crahtests wurden Zusammenstöße zwischen Hoverboard-Fahrer und Pkw simuliert. Hier kann es zu kritischen Situationen kommen.

Im Verkehrssicherheitszentrum Bielefeld ließen sie einen rund 40 km/h schnellen Pkw mit einem Dummy auf dem Hoverboard kollidieren. Dieser wurde zu Boden geschleudert, was bei einem richtigen Unfall zu schweren Verletzungen geführt hätte.

"Genau wie Fußgänger sind Hoverboard-Fahrer im Straßenverkehr ungeschützt und bei Kollisionen beispielsweise mit Pkw stark gefährdet", erklärt DEKRA-Unfallforscher Markus Egelhaaf. "Mit Geschwindigkeiten bis zu 20 km/h ist ein Hoverboard allerdings sehr viel schneller unterwegs als ein Fußgänger. Da Autofahrer damit meist nicht rechnen, kann es zu kritischen Situationen kommen", warnt er. 

Kollisionen zwischen Hoverboard-Fahrern und Fußgängern können ebenfalls schmerzhafte Folgen haben. Egelhaaf weiter: "Auch kleinere Schlaglöcher oder Steine können das Board schnell aus der Balance bringen."

Eigentlich wäre eine "Fahrerlaubnis notwendig"

Ebenso problematisch ist die rechtliche Situation. Da die Hoverboards motorbetrieben sind und eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als sechs Stundenkilometern erreichen, sind sie als Kraftfahrzeuge einzustufen. Solche dürfen im öffentlichen Raum nur mit einer entsprechenden Zulassung betrieben werden.

Eine Zulassung kommt für die Hoverboards jedoch wiederum nicht in Frage. Denn dafür fehlen entscheidende Voraussetzungen, etwa Bremsen und Beleuchtung. "Das bedeutet letztlich, dass die Boards nur auf privatem Gelände unterwegs sein dürfen", meint DEKRA Rechtsexperte Dr. Carsten Liewald. "Ganz abgesehen davon, dass im Grunde eine Fahrerlaubnis notwendig wäre, um sie fahren zu dürfen."

Wichtig zu wissen: Im Ernstfall kann der Betrieb eines Hoverboards im öffentlichen Raum, beispielsweise auf dem Bürgersteig,strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Auch Versicherungsfragen und Haftungsrisiken sollte man nicht unterschätzen. 

Bei einem Unfall ist ein Hoverboard-Fahrer einem gewaltigen Verletzungsrisiko ausgesetzt.

Rechtliche Situation ist kompliziert

Eine für Kraftfahrzeuge ansonsten normale Pflichtversicherung ist wegen der fehlenden Zulassungsfähigkeit des Boards nicht möglich. Die zivilrechtliche Haftung für Schäden, die während einer Hoverboard-Fahrt angerichtet werden, deckt in der Regel auch keine Privathaftpflichtversicherung. Der Grund dafür: Meistens sind Schäden durch den Betrieb von Kraftfahrzeugen in einer sogenannten "Benzinklausel" ausgeschlossen.

Damit muss der Fahrer oder der Eigentümer des Boards selbst für Schäden geradestehen. Dies kann besonders bei Personenschäden existenzbedrohend sein, wegen der hohen Folgekosten etwa für Krankenhaus und Rente.

Aus Spaß kann "bitterer Ernst" werden

Hinzu kommt, dass manche Modelle schlechte Akku-Qualität und Verarbeitung aufweisen. Dadurch kommt es immer wieder zu Bränden. Allein in den USA mussten bereits hunderttausende Boards wegen Brand- und Explosionsgefahr zurückgerufen werden.

"Insgesamt ist es im Interesse der eigenen Sicherheit wichtig, sich bewusst zu machen: Der harmlose Spaß mit dem Hoverboard ist nur dann wirklich harmlos, wenn man das Board in einer sicheren Umgebung auf privatem Gelände fährt", sagt André Skupin, Leiter Grundlagen und Prozesse bei DEKRA Automobil. "Ansonsten besteht die Gefahr, dass aus dem Spaß bitterer Ernst wird."

Passend zum Thema: Diese Regeln gelten für Quadcopter und Hoverboards.

mop/Quelle: DEKRA

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