Fahrbericht

Es lebe der Sport! So fährt sich der Honda Civic

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Unser Autor Dominik Laska hat den Honda Civic getestet.

Es war im Jahr 1982, da sang ein Österreicher namens Reinhard Fendrich den bekannten Schlager „Es lebe der Sport“. Man könnte meinen, die Produktentwickler bei Honda haben diesem Lied nicht nur einmal gelauscht.

Denn das Jubiläumsmodell des Civic, bereits das Zehnte seiner Art, kommt sportlicher, dynamischer und agiler denn je daher. Im Test zeigte sich, dass man bei Honda dazugelernt hat.

So hat sich der Honda Civic verändert

Blicken wir zurück auf den Vorgänger. Die Japaner wollten im Jahr 2012 mit Futurismus punkten. Sowohl von außen als auch von innen, wagte man viel, zu viel. Wer über den Civic von damals fachsimpelte, kam am Begriff „Raumschiff“ kaum vorbei. Statt „Es lebe der Sport“ fiel einem da schon eher Peter Schillings Major ­Tom mit seinem Raumschiff ein. 

Honda reagierte, teilweise ging ein Drittel der gesamten Forschung innerhalb des Unternehmens in den neuen Civic. Zudem ist es das erste Modell, welches nicht auf verschiedene Märkte abgestimmt wird, sondern weltweit in der gleichen Ausführung verkauft werden soll. Ein Auto für alle. Und die harte Arbeit in der japanischen Autoschmiede hat sich gelohnt, der neue Civic glänzt auf ganzer Linie und das schon auf den ersten Blick.

Der Honda Civic ist gewachsen

Äußerlich, so kühn darf man sein, hat sich eigentlich fast alles geändert. Er ist um 20 Millimeter in der Höhe geschrumpft, um 14 (!) Zentimeter in die Länge gewachsen und um 30 Millimeter breiter geworden, der Kofferraum fasst 478 Liter. 

Eine Gesamtlänge von 4,52 Meter ist für einen Kompakten eine stolze Ansage. Die Größe macht sich vor allem im Fond bemerkbar. Beine überschlagen? Kein Problem. Trotz der Größe machen die Umformungsmaßnahmen den Civic sportlicher. Das wird auch durch eine veränderte Sitzposition des Fahrers verstärkt, denn der Tank wanderte vom Vordersitz in Richtung Hinterachse, dadurch sitzt man 35 Millimeter tiefer. 

Innen ist der Honda ­Civic im Vergleich zum Vorgänger aufgeräumter. Das ist nicht nur praktisch, sondern ­optisch ­gelungen.

Ein kleiner Unterschied, aber ein gewaltiger Effekt, Sitze mit besserem Seitenhalt wären aber angebracht. Die um 65 Millimeter abgesenkte Motorhaube sorgt für eine bessere Übersicht in der Front, ein längerer Radstand und kürzere Überhänge verstärken das dynamische Gesamtbild. 

Mankos: Die mächtig breite C-Säule macht einen Schulterblick fast unmöglich. Außerdem ist die Sicht durch das Heckfenster mangelhaft.

Motoren für den Honda Civic

Was außen nach Sportlichkeit schreit, muss aber auch auf die Straße gebracht werden. Und das tut es. Zum Marktstart bietet Honda lediglich zwei Modelle an, einen 1,0-Liter-3-Zylinder- (129 PS) und einen 1,5-Liter-4-Zylinder-Turbobenzinmotor (182 ­­PS). Zum Vergleich: Im alten Modell ging’s bei 99 PS los – ohne Turbo. Erhältlich ist der Civic mit Schaltgetriebe oder gegen Aufpreis mit einem CVT-Automatikgetriebe. Und das macht leider immer noch Probleme. Dessen gewohntes Aufheulen wurde zwar eingedämmt, dennoch ist es kein Genuss, dem Motor im Automatikbetrieb zuzuhören. Im Test waren die Schaltwippen am Lenkrad der beste Freund des Fahrers. Allerdings ist das Getriebe insgesamt spürbar sanfter geworden. Im Verbrauch liegt der Japaner während des Tests und bei sportlichem Fahren zwischen sieben und acht Litern.

Im März kommt der Honda Civic ab 19.990 Euro in den Handel.

Im März kommt der Civic ab 19.990 Euro in den Handel. Ein Preis, der in diesem Segment erst einmal verdaut werden muss. Dafür erhält die Modellreihe aber auch schon serienmäßig ein Komplettpaket an allerhand Assistenzsystemen. Beim Hersteller nennt man das Honda Sensing, und im Herstellerwettbewerb ist das ein echtes Novum.

Fazit 

Der neue Honda Civic überzeugt im Test, Kleinigkeiten sind aber zu bemängeln. Der Hersteller wollte mehr Dynamik und Sportlichkeit. Das hat er geschafft. Frei nach Reinhard Fendrich. 

Dominik Laska

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