Alkohol am Steuer

So fahr(un)tüchtig sind Sie mit 1,45 Promille

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Alkohol reduziert das Wahrnehmungs- und Reaktionsvermögen beim Auto Fahren drastisch.

Kürzlich ließ sich Schauspielerin Muriel Baumeister mit 1,45 Promille am Steuer erwischen. Was bedeutet ein solcher Pegel eigentlich für die Fahrtüchtigkeit?

Laut Gesetz liegt die Toleranzgrenze für Alkohol am Steuer bei 0,5 Promille - Fahranfänger ausgenommen, für sie gilt die 0-Promille-Regel. 

Wird ein Autofahrer beim ersten Verstoß ohne Straßenverkehrsgefährdung mit mehr als 0,5 Promille erwischt, drohen ihm oder ihr bei einem Wert bis 1,09 zwei Punkte in Flensburg, 500 Euro Bußgeld und ein Monat Fahrverbot. Bei Werten über 1,1 Promille sprechen Ordnungshüter dann von einer "absoluten Fahruntüchtigkeit". Eine solche gilt als Straftat und kann mit Geld- oder auch Freiheitsstrafen belegt werden. Ab 1,6 Promille ist dann auch eine MPU fällig. Doch was heißt diese absolute Fahruntüchtigkeit eigentlich konkret? Welche Auswirkungen hat ein solcher Pegel auf den Körper?

Stark eingeschränkte Wahrnehmung und geringeres Reaktionsvermögen 

Die Blutalkoholkonzentration hängt von verschiedenen Faktoren ab. Auch die konsumierte Alkoholmenge kann sich individuell mehr oder weniger stark auf den Körper auswirken - je nach Gewicht und Körpergröße. Zum Beispiel rechnet die "Bild" im Zusammenhang mit dem Baumeister-Unfall vor, dass eine 75 Kilogramm schwere und 1,70 Meter große Frau etwa 1,6 Liter Bier oder 0,7 Liter Wein trinken müsste, um einen Wert von 1,45 Promille zu erreichen. Ein 80 Kilogramm schwerer und 1,80 Meter großer Mann dagegen bräuchte mehr als zwei Liter Bier oder einen Liter Wein.

Grundsätzlich lässt sich aber festhalten, dass Alkohol am Steuer die Wahrnehmung und das Reaktionsvermögen deutlich reduziert und den Fahrer zu riskanteren Fahrmanövern verleiten  kann. Die Folgen können zu hohe Geschwindigkeit, zu spätes Bremsen, Tunnelblick, Einschlafen am Steuer usw. sein. 

Doppelte Reaktionszeit bereits bei 0,8 Promille

Im Vergleich zu einer nüchternen Person ist die Reaktionszeit bei einem Menschen mit 0,8 Promille zum Beispiel bereits doppelt so lang. Dadurch wiederum verlängert sich der Bremsweg drastisch, sodass Trunkenheit am Steuer schnell lebensgefährlich werden kann.  

Der Körper baut 0,1 bzw. 0,2 Promille pro Stunde ab

Ein wichtiger Faktor ist auch die Zeit, die zwischen Alkoholaufnahme und Blutalkoholmessung vergeht. Eine Faustregel besagt jedoch, dass ein Mann durchschnittlich 0,2, eine Frau 0,1 Promille pro Stunde abbauen kann -abhängig davon, wie viel die Person wiegt und wie groß sie ist und ob sie gerade Essen zu sich genommen hat oder nicht.

Blutalkoholkonzentration berechnen

Im Zweifel sollten Autofahrer ihr Vehikel natürlich lieber stehen lassen. Wer will, kann die Blutalkoholkonzentration (BAK) mit der sogenannten Widmark-Formel aber auch ausrechnen:

BAK (Promille) = Alkoholmenge in Gramm / (Körpergewicht in Kilogramm x Anteil Körperflüssigkeit)

Die Formel geht bei Männern von einem Flüssigkeitsanteil am Körpergewicht von etwa 68 Prozent aus, bei Frauen ungefähr 55 Prozent. Bei einem Mann mit 70 Kilogramm, der drei Bier à 0,3 Liter und 4,8 Prozent Alkoholgehalt trinkt, würde das dann so aussehen:

(3x12 Gramm (ungefährer reiner Alkoholgehalt) / (70 Kilogramm x 0,68) = 0,75 Promille

Ganz genau ist dieser Wert jedoch nicht, denn es fehlen noch die Faktoren Trinkgeschwindigkeit, Mageninhalt und Alkoholabbau.

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