China gibt Zuschuss für Elektroautos

Schanghai - China will Elektroautos massiv fördern. Bis zu 7240 Euro Förderun gerhält, wer ein Elektroauto kauft. Diese Strategie wird zunächst in fünf Millionenstädten getestet.

China steigt massiv in die Förderung von Elektroautos ein. In zunächst fünf Millionenstädten wird der Kauf eines Elektroautos mit bis zu umgerechnet 7.240 Euro gefördert, wie das Finanzministerium am Dienstag auf seiner Internetseite mitteilte. Privatkunden können noch einen weiteren Zuschuss von 360 Euro kassieren. Das Land will so “die Entwicklung der Autotechnik schneller vorantreiben“, wie es hieß. Die Zuschüsse gibt es demnach ab sofort in den Städten Schanghai, Changchun, Shenzhen, Hangzhou und Hefei. Diese Städte sind Sitz von fünf großen Autobauern.

So ist die Shanghai Automotive Industrial Corp. Partner von General Motors Co. and Volkswagen. Changchun ist die Heimat der FAW-Gruppe, eines weiteren großen staatlichen Autobauers, der ebenfalls mit VW verbunden ist. In Shenzhen ist BYD Auto zu Hause, der führende Konzern in der Entwicklung von Elektroautos, und Hangzhou ist Sitz der Zhejiang Geely Holding, die vor wenigen Monaten Volvo von Ford übernommen hatte. Hefei ist der Sitz von Chery. Im Rahmen des Förderprogrammes werden örtliche Behörden verpflichtet, die nötige Infrastruktur bereitzustellen, etwa Laderstationen oder Recyclingsystem für möglicherweise giftige Batterien.

Örtliche Behörden müssen Ladestationen schaffen

Elektroautos sind in China bisher nur in Testflotten unterwegs. Sie sind je nach Schätzung 7.000 bis 15.000 Euro teurer als vergleichbare Benzinmodelle. Grund sind die bisher sehr teuren Batterien. Eine Produktion in Großserie könnte die Kosten aber sinken lassen. China setzte vor allem wegen der oft schlechten Luft in den Metropolen auf die Elektroautos. Allerdings wäre ihre massenhafte Einführung auch eine Chance für die chinesische Autoindustrie: Beim Bau klassischer Benzin- oder Dieselautos haben chinesische Hersteller einen Entwicklungsrückstand von mehreren Jahren.

Bei der Batterietechnik gelten chinesische Firmen aber als hervorragend. Die Subventionierung kommt von den großen deutschen Herstellern vor allem VW zugute: VW ist extrem stark in China und entwickelt sogar ein eigenes Elektromodell für den dortigen Markt. Allerdings will VW wegen eines Entwicklungsrückstandes erst 2013 groß in den Elektromarkt einsteigen. Vorige Woche hatte VW den früheren Chef des Reifenkonzerns Continental, Karl-Thomas Neumann, als Leiter seines Chinageschäftes eingesetzt. Der Elektro-Vorstoß der Regierung kommt Neumann zupass: Er war bisher VW-Konzernbeauftragter für Elektroautos.

dapd

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