Luxus und Sportlichkeit

Auch der Himmel ist etwas elektrisiert: Audi A8 als Hybrid-Version

Audi hat seinen A8 elektrisiert.
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Audi hat seinen A8 elektrisiert.

Den Audi A8, das Flaggschiff der Ingolstädter, gibt es nun auch als Hybrid. Wir haben Reichweite, Verbrauch und Fahrgefühl bereits im Alltag getestet.

  • Den Audi A8 gibt es seit Kurzem als Plug-in-Hybrid.
  • Das Flaggschiff vereint Luxus und Sportlichkeit.
  • Wie sich die Hybrid-Version im Fahrtest macht, erfahren Sie hier.

5,30 Meter. Ein Statement. Der Wagen scheint nicht enden zu wollen. Noch mehr in die Länge ziehen sich weltweit nur wenige Serien-Pkw. Die beiden Bentleys Arnage RL (5,64) und Continental Flying Spur (5,31). Und allen voran der Maybach 62 mit seinen unglaublichen 6,17 Metern. Audi mischt dort oben mit der Langversion A8 L gut mit. Eine Nobel-Limousine. Für den Chauffeur-Dienst. Für die Reichen, die neben Fahrkomfort auch jede Menge Platz im Innenraum suchen.

Elektrisierter Audi A8: So viel Reichweite hat die Hybrid-Version

Nun hat Audi sein Flaggschiff elektrisiert. Knapp zwei Jahre nach der Präsentation kam kürzlich die Plug-in-Hybrid-Version auf den Markt. Der A8 L 60 TFSI e quattro soll bis zu 46 Kilometer vollelektrisch fahren. Nicht viel für ein Langstreckenfahrzeug, aber immerhin. Dafür sorgt ein 14,1 kWh großer Elektromotor, der 100 kW (136 PS) und 350 Nm Drehmoment leistet. Freilich ist die Gesamtreichweite viel größer. Rund 700 Kilometer. Als zweiter Antrieb befindet sich der bekannte Dreiliter-V6 aus dem A8 55 TFSI mit an Bord. Der Benziner leistet auch im Hybriden 340 PS und 500 Nm Drehmoment. Macht zusammen eine Systemleistung von 449 PS und 700 Nm – die zumindest kurzzeitig zur Verfügung steht. Wir haben das gut 110.000 Euro Top-Modell getestet.


Mit dem A8 lassen sich bis zu 46 Kilometer vollelektrisch fahren.

Was bieten die Fahrmodi des Audi A8?

Nach dem Anlassen des Motors über den bekannten Knopf in der Mittelkonsole springt zunächst der Elektromotor an, der sich unter dem Gepäckraumboden befindet. Das Auto gleitet also grundsätzlich erst einmal lautlos davon. Der Fahrer kann zuvor über den sogenannten "EV-Softkey" im unteren der beiden digitalen Cockpit-Displays zwei Fahrmodi wählen: "EV" und "Hybrid". Im EV-Modus ist der A8 im Grunde ein reines E-Auto – wenn denn die Batterie genügend geladen ist. Der Verbrenner wird in diesem Fall nur dann aktiv, wenn der Fahrer "zu viel" Gas gibt, weil die Batterie alleine die Leistung nicht bereitstellen kann. Wir kamen mit einer Akku-Ladung rund 40 Kilometer weit. Ideal für die Stadt. Für kurze Wege.

Die Akku-Ladung reicht für die Stadt vollkommen aus.

Doch der A8* L ist nun mal das ideale Reiseauto. Und dafür ist der Hybrid-Modus gemacht, der zwischen Batterie und Verbrenner hin- und herwechselt. Lautlos, für die Insassen unbemerkt. Praktisch: Wird der zusätzliche Modus "Hold" aktiviert, berechnet das System mit Start der Zielführung in der Navigation automatisch die Ladung der Batterie. Durch die Rekuperation und per Lastpunktverschiebung wird der Akku somit nicht ganz entladen, wodurch etwa die letzten Kilometer in der Stadt elektrisch zurückgelegt werden können. Vollelektrisch lässt sich der A8 bis 135 km/h fahren, mit dem Sechszylinder wird die Geschwindigkeit bei 250 km/h automatisch abgeregelt.

Das verbraucht der Audi A8 an Strom und Kraftstoff

Audi gibt den Kraftstoffverbrauch des A8 L 60 TFSI e kombiniert mit 2,7 bis 2,5 l/100 km an, den Stromverbrauch mit 21,2 bis 20,9 kWh/100 km und die CO2-Emissionen mit 61 bis 57 g/km. Diese Angaben haben wir nicht ganz erreicht. Aber die Werte für einen derart stark motorisierten 2,37-Tonner sind dennoch vergleichsweise beachtlich: Der reine Benzinverbrauch – sprich, wenn die Batterie leer ist - lag bei 9,2 Litern. In Kombination mit der Batterie, sprich im Hybrid-Modus, bei 6,2 Liter. Der Stromverbrauch betrug indes stolze 35,25 kWh.

Ist die Batterie leergefahren, kann sie an einer haushaltsüblichen Steckdose in rund sechseinhalb Stunden vollgeladen werden. Mit der richtigen Technik lässt sich die Batterie mit maximal 7,4 kW Leistung in knapp zweieinhalb Stunden vollständig füllen.

Ebenfalls spannend: Laut oder leise? Das "City-SUV" Skoda Kamiq mit Dreizylinder im Test.

Audi A8 von innen: Luxus und Sportlichkeit vereint

Fahrerisch ist der A8 L 60 TFSI e quattro über jeden (Komfort-)Zweifel erhaben. Mit der serienmäßigen Luftfederung schwebt der permanente Allrader gelassen über Unebenheiten hinweg und bleibt durch seine direkte Lenkung dennoch agil. Die Geräuschdämmung ist exzellent, und beim kräftigen Gasdruck schießt der durchaus flache Koloss in weniger als fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h. Auch der edle Innenraum versprüht einen perfekten Mix aus Luxus und Sportlichkeit.

Der Audi A8 bietet einen edlen Innenraum mit viel Beinfreiheit.

Die Beinfreiheit im Fond ist so groß, dass man sich auf den Boden setzen könnte. Vor den zwei breiten Einzelsitzen auf der Rückbank kann ein beleuchteter Spiegel aus dem Dach heraus geklappt werden. In der breiten Mittelkonsole befindet sich unter anderem ein 230-Volt-Netzstecker, etwa fürs Laptop, dahinter noch ein Monitor. Tablets, die an der Rückseite des Vordersitzes angebracht werden können, sind optional bestellbar. Die dezente Innenbeleuchtung sorgt speziell bei Nacht für ein edles Ambiente. Selbst die Gurtstecker haben einen weiß schimmernden Rand. Mit an Bord sind freilich viele hochwertige technische Features. Alles ist übersichtlich angeordnet, selbsterklärend.

An der Rückseite des Vordersitzes lassen sich Tablet anbringen.

Äußerlich unterscheidet sich der größte elektrifizierte Audi vom "normalen" A8 nur durch ein in fünf Segmente unterteiltes Tagfahrlicht in der vorderen Stoßstange, einer Chromspange in der Schürze und speziellen 19-Zoll-Felgen im 5-Arm-Turbinendesign. Neben der Langversion gibt es den A8-Hybrid auch mit kurzem Radstand.

Fazit zum Audi A8 als Hybrid

Fahren wie auf Wolken – auch der Himmel ist ein wenig elektrisiert. Freilich für eine erlesene Kundschaft. Ob man allerdings für den A8-Hybrid rund 13.000 Euro mehr ausgeben möchte als für den "normalen" A8, bleibt jedem selbst überlassen.

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Datenblatt Audi A8 L 60 TFSI e quattro

Motor und Getriebe:

V6 Benziner mit Direkteinspritzung und Turboaufladung, Hubraum 2995 ccm.

Elektromotor: Permanent erregte Synchronmaschine (PSM).

Gesamtsystemleistung: 449 PS (kurzzeitig) bei 4500 bis 6400 U/Min.

Gesamt-Drehmoment 700 Nm bei 1250 bis 4500 U/Min.

Acht-Gang-Automatik (Tiptronic), permanenter Allradantrieb.

Fahrleistungen:

0 auf 100 km/h in 4,9 Sekunden,

Spitze 250 km/h (abgeregelt),

135 km/h (elektrisch)

Benzin-Motor:

340 PS, max. Drehmoment 500 Nm bei 5000 bis 6400 U/Min.

Akku:

14,1 kWh Lithium-Ionen-Batterie, 100 kw, Drehmoment 350 Nm ab 0 U/Min.

Benzin-/Strom-Verbrauch:

Kraftstoffverbrauch kombiniert: 2,6 l/100 km Testverbrauch kombiniert Benzin: 6,2 l/100 km (Super)

Stromverbrauch kombiniert: 21,0 kWh/100 km Testverbrauch Batterie 35,25 kw/100 km

Testverbrauch Benzin (Super) 9,2 l/100 km

Elektrische Reichweite Test:

39 km

CO₂-Emissionen kombiniert:

57 g/km (Euro 6d-TEMP-EVAP-ISC)

Maße und Gewichte:

5302/1945/1488 mm, Leergewicht 2375 kg. Zuladung 515 kg, Kofferraumvolumen 390 Liter.

Preis:

111.310 Euro

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joi

Warnleuchten im Auto und was sie bedeuten

Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Plötzlich blinkt und leuchtet es im Cockpit! Die Symbole und Kontrolllichter am Armaturenbrett zeigen an, ob dem Auto technisch etwas fehlt. Allerdings, ist es wichtig zu wissen, was die Lämpchen bedeuten. Hier die wichtigsten Kontrollleuchten im Auto: © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Motoröldruck zu niedrig. Motor abstellen. Ölstand prüfen und gegebenenfalls nachfüllen - hilft aber nicht immer. Meist muss der Wagen in eine Werkstatt geschleppt werden. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Ölmangel, Ölstand überprüfen und nachfüllen - sonst droht Motorschaden. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Anschnallzeichen: Einer oder einige der Fahrgäste sind nicht angeschnallt. Das Symbol leuchtet auch auf, wenn eine schwere Tasche auf dem Sitz steht. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme bei der Stromversorgung: Generator defekt oder eine elektrische Verbindung unterbrochen. Motor nicht ausschalten und zur nächsten Werkstatt. NICHT weiterfahren bei elektrischer Servolenkung (Lenkkraftunterstützung kann ausfallen) oder gerissener Keilriemen (Motor kann überhitzen). © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme mit der Bremse. Brennt dieses Licht auch bei gelöster Handbremse, droht große Gefahr. Zu wenig Bremsflüssigkeit oder die Beläge sind bis aufs Metall runter. Sofort anhalten und Pannendienst rufen. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Motor ist überhitzt. Kühlwasser reicht nicht mehr. Anhalten und abkühlen lassen. Danach unbedingt in die Werkstatt. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Reifendruckkontrollsystem meldet zu niedrigen Reifendruck. Eventuell harmlos, wenn das Symbol nach dem Reifenwechsel leuchtet (fehlende Kalibrierung) - mehr in der Betriebsanleitung. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Störung im Rückhaltesystem. Funktionsversagen des Airbags/ Gurtstraffers bei Unfall möglich - sofort in die Werkstatt. Symbol leuchtet auch bei deaktiviertem Beifahrerairbag (wg. Kindersitz).  © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Bremsbeläge sind abgefahren und sollten demnächst erneuert werden. Weiterfahren möglich. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) ist aktiv - oft auf nassen und vereisten Straßen. Vorsichtig lenken, keine Vollbremsung machen und Fuß vom Gas nehmen. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme mit der Motorsteuerung. Der Schadstoffausstoß kann erhöht sein. Symbol leuchtet auch, wenn die Lambdasonde defekt ist oder ein Marder ein Kabel beschädigt hat. Umgehend in die nächste Werkstatt fahren. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Nebelschlussleuchte ist eingeschaltet. In Deutschland nur erlaubt, wenn die Sicht durch Nebel geringer als 50 Meter ist. © ADAC

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