Britischer Astronaut steuert Weltraum-Rover von der ISS aus

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Es ist ein Erfolg für die Fachwelt: Ein britischer Astronaut hat von der Internationalen Raumstation ISS aus ein Roboterfahrzeug auf der Erde ferngesteuert. Foto: Max Alexander/Airbus Defence and Space

Weltraumfahrzeuge, die auf Mars oder Mond herumkurven, gibt es seit längerem. Doch wie bei Autos auf der Erde: Technik und Ausstattung werden immer raffinierter. Jetzt feiert die Fachwelt einen neuen Erfolg.

London/Darmstadt (dpa) - Wichtiger Schritt zur Weltraum-Erforschung: Ein britischer Astronaut hat von der Internationalen Raumstation ISS aus ein Roboterfahrzeug auf der Erde ferngesteuert.

Tim Peake lenkte den Rover "Bridget" über zwei Stunden durch eine künstlich errichtete Mars-Landschaft in der Nähe von London. "Das war super erfolgreich, wir sind sehr glücklich", sagte Sebastian Martin von der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) der Deutschen Presse-Agentur. Das ESA-Kontrollzentrum in Darmstadt überwachte das Experiment. Der fahrende Roboter wiegt 300 Kilogramm - Höchstgeschwindigkeit sind zwei Zentimer pro Sekunde, allerdings nur in einfachem, flachem Gelände.

Bei dem Test sei es für Peake aber darauf angekommen, "Bridget" durch schwieriges Gelände zu lenken, sagte Martin. Besonders kompliziert sei das Navigieren in völliger Dunkelheit. Dazu musste der Rover auf dem Airbus-Testgelände in eine künstliche Höhle fahren. Dort sei es "Bridget" gelungen, verschiedene leuchtende Objekte zu identifizieren und ihren Standort auf digitalen Karten zu markieren. 

Zur Steuerung wurde laut ESA ein sogenanntes Disruption Tolerant Networking verwendet, "eine Art Weltraum-Internet", das auch mit schweren Kommunikations-Abbrüchen und großen Latenzen umgehen könne. Das Besondere sei bei dem Experiment gewesen, "dass Peake das Fahrzeug live steuern konnte, praktisch wie mit einem Joystick", sagte Martin.

Ziel sei es, später Raumfahrzeuge etwa auf dem Mars, dem Mond oder auf Asteroiden von Astronauten von Orbitern aus zu steuern, die um diese Himmelskörper kreisen, so Martin. Dadurch würden große Zeitverzögerungen vermieden: Signale von der Erde brauchen zum Beispiel etwa 20 Minuten, um zum Mars zu gelangen.  

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