Insgesamt 24 Menschen verschüttet

Unzählige Lawinenabgänge in Tirol: Fünf Wintersportler tot

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
29211783

Tirol - Insgesamt 24 Menschen sind am Samstag in Tirol von Lawinen verschüttet worden. Fünf Wintersportler fanden den Tod.

UPDATE Sonntag - 8.35 Uhr: Polizeibericht zu den Lawinenabgängen in Tirol

Am Samstag kam es in Tirol zu unzähligen Lawinenabgängen, wobei in elf Fällen insgesamt 24 Personen verschüttet bzw. teilverschüttet, sieben Personen verletzt und fünf Personen getötet wurden. 

Lawinenunfälle am Samstag: 

  • Kurz nach 12 Uhr stiegen zwei tschechische Skitourengruppen (Freerider mit 12 und fünf Personen) in der Wattener Lizum von der Lizumer Hütte in Richtung „Geier“ auf. In einer Seehöhe von ca. 2.300 Meter wurden alle 17 Personen von einem mächtigen Schneebrett (mehrere hundert Meter breit und lang) erfasst und verschüttet bzw. teilverschüttet. Fünf Personen konnten nur mehr tot und zwei Personen verletzt geborgen werden. 
  • Um 12:25 Uhr verließ ein 25-jähriger, einheimischer Snowboarder im Skigebiet Kühtai den organisierten Skiraum und fuhr in einen steilen Hang ein. Bei einer Hangquerung löste er ein Schneebrett aus und wurde etwa 150 Zentimeter tief verschüttet. Der Snowboarder ohne Notfallausrüstung konnte von zwei Augenzeugen rasch sondiert und ausgegraben werden. Er wurde unbestimmten Grades verletzt und mit dem Rettunshubschrauber in das Landeskrankenhaus Hall geflogen. 
  • Um 10:50 Uhr fuhren sechs Snowboarder aus Deutschland im St. Leonhard im Pitztal von der Bergstation Grubenkof in den freien Skiraum in Richtung Taschachtal ab. Nachdem vier Personen bereits einen Steilhang befahren hatten, löste sich bei den beiden nachfahrenden Snowboardern, ein 21-Jähriger und eine 16-Jährige, ein Schneebrett, wobei der Mann auf der Oberfläche blieb und die Frau ca 70 cm tief verschüttet wurde. Die verständigten Bergretter und ein Alpinpolizist wurden mit Lawinensuchhunden zum Lawinenkegel geflogen. Der Suchhund „Santo“ konnte die Verschüttete orten und die Verletzte konnte ausgegraben werden, wobei sie ansprechbar war. Sie wurde mit dem Hubschrauber in das Krankenhaus Zams geflogen.
  • Eine siebenköpfige Skitourengruppe aus München stieg im Zuge eines Lawinen-Aufbaukurses von ihrem Standort Weidener Hütte im Weertal zum sogenannten Hobarjoch 2.512 Meter auf. Vom erreichten Gipfel fuhr die Gruppe, unter der Leitung eines 35-jährigen staatlich geprüften Bergführers aus Deutschland über die Nordwestmulde in Richtung Grafensalm ab. Kurz unterhalb des Gipfels löste sich ein Schneebrett, welches ein Gruppenmitglied erfasste und total verschüttete. Die verschüttete Person, eine 27-jährige Münchnerin, konnte durch die Kameraden geortet und unbestimmten Grades verletzt geborgen werden. Es besteht keine Lebensgefahr. Sie hatte eine Lawinen-Notfallausrüstung. 
  • Um 12:25 Uhr fuhren zwei deutsche Skifahrer im Skigebiet Sölden (Gaislachkogel) im freien Skiraum durch das „Wasserkar“ ab. Beim Einfahren in einen Steilhang löste sich eine Schneebrettlawine und der vorausfahrende 51-jährige Mann wurde von den Schneemassen mitgerissen. Er konnte noch seinen Lawinenairbag auslösen und sich so an der Schneeoberfläche halten. Eine nachfahrende Skifahrergruppe mit einem staatlich geprüften Berg- und Skiführer leistete bis zum Eintreffen des Rettungshubschraubers Erste Hilfe. Der unbestimmten Grades Verletzte wurden in das Bezirkskrankenhaus Zams geflogen.
  • Gegen 10:52 Uhr fuhr in Obergurgl eine vierköpfige Skifahrergruppe aus Norwegen oberhalb des Festkogel Restaurants in den freien Skiraum ein und löste dabei ein Schneebrett aus. Ein 42-jähriger Norweger wurde bis zur Hüfte verschüttet und konnte sich selbst befreien. Er blieb unverletzt. 
  • Ebenfalls in Obergurgl stieg um 10:29 Uhr ein unbekannter Skitourengeher zum Eiskögele auf und löste dabei ein Schneebrett aus. Er wurde von der Lawine erfasst und bis zur Hüfte verschüttet. Er konnte sich selbst befreien und fuhr offensichtlich unverletzt ins Tal ab. 

Update 20.16 Uhr

Nun ist es traurige Gewissheit: Bei dem Lawinenunglück in Österreich sind fünf Wintersportler aus Tschechien ums Leben gekommen. Zwei weitere wurden verletzt, schwebten aber nicht in Lebensgefahr, wie die Polizei am Samstag in Innsbruck mitteilte.

UPDATE 15.50 Uhr:

Wie die Landespolizeidirektion Tirol nun in einer ersten Presseinformation mitteilt, sind bei dem schweren Lawinenunglück 17 Menschen verschüttet worden. Fünf dieser Personen konnten nur noch tot geborgen werden. Bei den Opfern des Unglücks in Wattenberg nahe Innsbruck soll es sich der Polizei zufolge um Skitourengeher aus Tschechien handeln, die von den Schneemassen überrascht worden sind. Ein anderer Wintersportler habe die Lawine gesehen und die Rettungskräfte alarmiert.

Im Einsatz sind derzeit drei Bergrettungen der Ortsstellen Tux, Wattens und Mayrhofen und zahlreiche Lawinenhund. Außerdem zwei Notarzthubschrauber, ein Hubschrauber des BMI und ein Hubschrauber des öBH. Zudem noch zahlreiche Einsatzkräfte der Blaulichtorganisationen.

Erstmeldung 15.35 Uhr

Bei einem Lawinenabgang in Tirol hat es nach Angaben der Polizei am Samstag vermutlich mehrere Todesopfer gegeben. Zwölf Menschen waren im Tal Wattener Lizum von den Schneemassen überrascht worden. Wie viele der Verschütteten gestorben sind, konnten die Ermittler am Nachmittag noch nicht sagen. Neben den Todesopfern konnten bereits verletzte wie unverletzte Wintersportler geborgen werden, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete.

dpa

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Welt-News

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser