Serie von Erdbeben in Christchurch - Panik

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Christchurch - Schock kurz vor Weihnachten: Eine Serie von kräftigen Erdbeben hat am Freitag Christchurch erschüttert. Zahlreiche Menschen erlitten Panikattacken. Viele Gebäude und der Flughafen mussten gesperrt werden.

Eine Serie von Erdbeben hat am Freitag die zweitgrößte neuseeländische Stadt Christchurch erschüttert. Tausende Menschen rannten in Panik auf die Straßen. Die Stadt hat seit September 2010 eine beispiellose Serie von Erdbeben erlebt. Das schlimmste passierte im Februar: Mit einer Stärke von 6,3 zerstörte oder beschädigte es in der Innenstadt mehr als 900 Gebäude; 181 Menschen kamen ums Leben.

Serie von Erdbeben erschüttert Christchurch

Das erste Beben am Freitag hatte eine Stärke von 5,8. Das zweite Beben gab die US-Geologiebehörde mit 5,9, die neuseeländische Erdbebenwarte mit 6,0 an. Die Epizentren lagen 20 Kilometer östlich der Innenstadt.

In Supermärkten fiel Ware aus den Regalen und Fensterscheiben gingen nach Angaben von Augenzeugen zu Bruch. Der Flughafen wurde geschlossen und Einkaufszentren evakuiert.

Einige Dutzend Menschen riefen Krankenwagen oder gingen in die Notaufnahme. Die meisten standen nach Angaben des Ambulanzdienstes unter Schock, hatten Atemnot und andere stressbedingte Symptome. Nach ersten Informationen wurde niemand durch herabfallende Steine oder einstürzende Wände verletzt.

Nach Erdbeben: Christchurch versinkt im Schutt

Nach Erdbeben: Christchurch versinkt im Schutt

Die Stadt war bei dem ersten Erdstoß um 13.58 Uhr Ortszeit voller Menschen, die letzte Weihnachtseinkäufe machten. In Neuseeland begannen am Freitag auch die langen Sommerferien. Das Beben war nach Angaben von Einwohnern in weiten Teilen der Südinsel und bis in den Südteil der Nordinsel zu spüren.

„Es fing langsam an und wurde dann richtig wild“, beschrieb eine Einwohnerin das Beben. „Es war eines, das starkes Schwanken hervorrief, aber nicht so stoßend und heftig wie das im Februar.“

An der Kathedrale in der Innenstadt gingen die Reste des schon im Februar schwer beschädigten Rosettenfensters vollends zu Bruch, berichtete der Dekan im Fernsehen. Einige der im Februar teils schwer beschädigten Gebäude bekamen neue Risse oder sanken weiter ein. In mehreren Stadtteilen verwandelten sich Straßen in eine breiige Masse. Christchurch ist in weiten Teilen auf Sand gebaut. Bei Erdbeben verflüssigt sich der Boden und bricht ein.

Erdbeben in Neuseeland: Dutzende Tote

Erdbeben in Neuseeland: Dutzende Tote

In weiten Teilen der Stadt fiel der Strom aus. Am Abend waren noch etwa 20 000 Menschen ohne Licht. In Vororten wie Sumner an der Küste gingen Gesteinsbrocken nieder und wirbelten riesige Staubwolken auf. Verletzt wurde niemand. In Scarborough waren bereits Schiffscontainer aufgestellt, um Felsbrocken aufzufangen, weil sich seit den Beben der vergangenen Monate immer wieder Gestein gelöst hatte.

Viele Menschen waren schockiert. Die meisten dachten, die Region sei nach der beispiellose Serie von Beben über 15 Monate zur Ruhe gekommen. Seismologen warnten die Menschen, dass über die Weihnachtstage mit weiteren Beben zu rechnen sei. „Wir fühlen mit den Einwohnern“ sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Ngaire Button. „Furchtbar, dass dies ausgerechnet vor Weihnachten passiert.“

Premierminister John Key bekräftigte, dass die Regierung an ihrem Wiederaufbauplan festhalte. Neuseeland ist eines der erdbebenreichsten Länder der Welt. Im Schnitt gibt es jährlich 26 Erdstöße mit einer Stärke zwischen 5,0 und 5,9.

dpa/dapd

Rubriklistenbild: © dapd

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