Mord an Tochter in Auftrag gegeben - Staatsanwalt fordert lebenslang

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Blumen und Bilder erinnern an einem Feldweg in Rees (Nordrhein-Westfalen) an den Mord an Gülsüm S.

Kleve - Er soll der Drahtzieher für den grausamen Mord an seiner Tochter gewesen sein - die Staatsanwaltschaft will einen 49- jährigen Kurden dafür lebenslang hinter Gitter bringen.

Im Prozess um den sogenannten “Ehrenmord“ von Rees am Niederrhein forderte die Anklage am Freitag vor dem Landgericht Kleve auch die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Auf Befehl des Vaters soll der 20 Jahre alte Drillingsbruder der Ermordeten gemeinsam mit einem Bekannten der bildhübschen Gülsüm das Gesicht zertrümmert haben, weil sie keine Jungfrau mehr war und ein Kind hatte abtreiben lassen.

Staatsanwaltschaft fordert die Höchststrafe

Für den Bruder verlangte die Staatsanwaltschaft die Höchststrafe von zehn Jahren Jugendhaft - ebenfalls wegen Mordes. Für den mutmaßlichen Mittäter, einen 32- jährigen Russen, acht Jahre wegen Beihilfe zum Mord. Gülsüms westlicher Familienstil war der Familie laut Anklage seit langem zuwider. Um die Familienehre wieder herzustellen, soll der Vater den Mord bei seinem Sohn in Auftrag gegeben haben. Mit den meisten seiner zehn Kinder lebte der 49-jährige Kurde seit 15 Jahren in Rees. Die Familie war aus der Türkei nach Deutschland gekommen.

Vater hat Tochter schon lange zuvor unter Druck gesetzt

Der Vater soll Gülsüm schon lange zuvor massiv unter Druck gesetzt haben, damit sie sich an konservativen, muslimischen Glaubensregeln orientiert. Die junge Kurdin soll auch mehrfach misshandelt worden sein. Im vergangenen Jahr hatte sie sich den Behörden anvertraut und Hilfe erhalten, unter anderem eine Wohnung an einem geheimen Ort. Aber Gülsüm war nach Rees zu ihrer Familie zurückgekehrt. Unter einem Vorwand soll der Bruder die 20-Jährige am 2. März auf einen einsamen Feldweg gelockt haben.

Von hinten soll er seiner Schwester eine Wäscheleine um den Hals gelegt und sie bis zur Bewusstlosigkeit gedrosselt haben. Anschließend soll der Bruder gemeinsam mit dem Bekannten die junge Frau mit Knüppeln erschlagen haben. Ein Termin für das Urteil stand zunächst noch nicht fest.

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