Mahnwache für die Opfer von Fort Hood

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In Fort Hood haben hunderte Trauernde am Freitag eine Mahnwache abgehalten.

Fort Hood - Mit einer Mahnwache haben am Freitag hunderte von Trauernden in Fort Hood der 13 Toten und 30 Verletzten des Blutbads vom Vortag gedacht.

Davor wurden die 13 in US-Fahnen gehüllten Särge zum Leichenschauhaus des Heeres im US-Staat Delaware gebracht. Bei einer Autopsie solle geklärt werden, ob einige von ihnen von anderen Schüssen als denen des Amokläufers getötet wurden, sagte ein Militärsprecher. Der mutmaßliche Täter Nidal Malik Hasan liegt nach Krankenhausangaben im Koma. Hasan wurde von vier Schüssen getroffen, die eine zivile Polizeibeamtin abfeuerte, die bei dem Blutbad selbst verwundet wurde.

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Amokläufer rief vor Schüssen: „Allah ist groß“

Der 39-jährige Militärpsychiater löste am Donnerstag im größten Militärstützpunkt der USA eine Schießerei aus, bei der 13 Menschen getötet und 30 verletzt wurden. Von den Verletzten wurden nach Angaben von Oberst John Rossi vom Freitagabend noch 23 im Krankenhaus behandelt, rund die Hälfte davon auf der Intensivstation. Bei einigen sei der Zustand sehr kritisch, sagte Rossi. Zum Zustand Hasans sagte er lediglich, der Major sei “nicht in der Lage zu sprechen“.

Amoklauf in US-Militärstützpunkt

Amoklauf in US-Militärstützpunkt

Hasan stand vor einer Versetzung nach Afghanistan, die er vehement ablehnte. Er sollte dort als Psychiater Soldaten betreuen. Der gläubige Muslim palästinensischer Abstammung hatte sich öffentlich gegen die Kriege in Irak und Afghanistan geäußert. Vor seinen ersten Schüssen rief er nach Augenzeugenangaben “Allahu Akbar“ - “Gott ist groß“. Er habe mehr als 100 Schüsse abgefeuert, sagte Rossi. Bei seinem Amoklauf benutzte er eine schwerkalibrige Handfeuerwaffe, die er legal in einem Waffengeschäft in Killeen/Texas erwarb, teilten die Behörden mit.

Die FN 5.7 wird wegen ihrer Fähigkeit, mit spezieller Munition sogar schusssichere Westen durchschlagen zu können, auch “Cop-Killer“ genannt. In den USA waren deshalb schon vor dem Blutbad in Fort Hood Rufe laut geworden, ihren Verkauf zu verbieten. Die Waffe aus der Produktion der belgischen Firma FN Herstal wird von Polizeispezialeinheiten mehrerer Staaten einschließlich der USA, aber auch von der mexikanischen Rauschgiftmafia verwendet.

Obama kommt wegen Massakers später nach Japan

US-Präsident Barack Obama will seinen Japan-Besuch einen Tag später beginnen, um an der Gedenkfeier für die 13 Todesopfer des Massakers im texanischen Militärstützpunkt Fort Hood teilnehmen zu können. Wie der japanische Fernsehsender NHK am Samstag im Internet berichtete, bat Obama um die Verschiebung des Beginns der Visite vom Donnerstag auf Freitag.

Es werde erwartet, dass die japanische Regierung dem Gesuch nachkommen werde, hieß es bei NHK weiter. Japan ist die erste Station einer mehrtägigen Asienreise des US- Präsidenten mit Besuchen in China und Südkorea und der Teilnahme am Gipfeltreffen der Pazifik-Anrainerstaaten (APEC) in Singapur.

dpa/AP

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