Lottogewinner verschwunden: Sheriff befürchtet Mord

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Nur Sorgen mit dem 30-Millionen-Dollar Gewinn: Ein Lottoglückspilz aus Florida ist spurlos verschwunden.

Lakeland/USA - Ein Lottogewinner aus Florida ist nach seinem 30-Millionen-Dollar-Gewinn seit Monaten spurlos verschwunden. Ist Abraham Shakespeare sein Lottoglück zum Verhängnis geworden?

2006 gewann der Lkw-Beifahrer mit Vorstrafenregister aus Florida 30 Millionen Dollar (21 Millionen Euro) in der Lotterie. Seit Monaten ist er spurlos verschwunden. Seine Mutter hofft, dass er es sich irgendwo in der Karibik gutgehen lässt, unbehelligt von all den Schnorrern, die ihn ständig um Geld anbettelten. Der Sheriff hegt einen ganz anderen Verdacht: Shakespeare wurde umgebracht. “In diesem Fall gibt es eine Menge merkwürdige und absonderliche Umstände“, sagte Sheriff Grady Judd. “Wir befürchten das Schlimmste. Wir bearbeiten diese Sache wie einen Mordfall.“ Verdächtig erscheint den Ermittlern eine Frau, die sich mit Shakespeare anfreundete, als er den Jackpot geknackt hatte. Die 37-jährige Dorice Donegan “DeeDee“ Moore wisse etwas über den Verschollenen, glaubt Judd.

Ein Haus, ein Auto, eine Uhr

Shakespeare hatte in einem Laden in einem Ort namens Frostproof ein Los gekauft und damit abgeräumt. Im Nachhinein erzählte er, dass er just vor Bekanntgabe der Gewinnzahlen seine letzten drei Dollar einem Obdachlosen gegeben habe. Der Glückspilz - polizeibekannt wegen Einbruchs, Körperverletzung und versäumter Unterhaltszahlungen - ließ sich anstelle jährlicher Raten 16,9 Millionen Dollar (11,8 Millionen Euro) auf einen Schlag auszahlen. Er kaufte sich ein Auto, beim Pfandleiher eine Rolex, ein Haus für eine Million Dollar. Er wollte eine Stiftung für die Armen zu gründen und beteuerte, der Reichtum werde keinen anderen Menschen aus ihm machen: “Ich lasse mich nicht von materiellen Dingen beherrschen. Ich bin sparsam.“

Viel Ärger nach dem Gewinn

Das viele Geld bereitete schon bald Probleme. Erst verklagte ihn ein früherer Arbeitskollege, der behauptete, er habe ihm das Glückslos gestohlen. Ein Gericht urteilte zu Shakespeares Gunsten. Dann kamen die Schnorrer, die ein Stück vom Glück abhaben wollten. “Die konnten es nicht abwarten. Sie kamen sofort an, als sie mitbekamen, dass er dieses Geld gewonnen hat“, berichtete seine Mutter Elizabeth Walker. Ihr Sohn sei großzügig gewesen, er habe Beerdigungen bezahlt, Freunden Geld geborgt und eine ganze Million einem Typen gegeben, den man nur als “Big Man“ kennt. Kurz nachdem er 2007 seine Millionenvilla gekauft hatte, machte sich nach Angaben von Familie und Ermittlern “DeeDee“ Moore an ihn heran. Auch ihre Vergangenheit weist einen dunklen Punkt auf: ein Jahr Bewährung wegen Falschanzeige. Laut Anklage meldete sie 2001 wahrheitswidrig, dass ihr Auto geraubt und sie vergewaltigt worden sei, damit die Versicherung für den Geländewagen zahlen sollte.

Gefälschte SMS

Moore gab an, ein Buch über sein Leben schreiben zu wollen, und entwickelte sich bald zu einer Art Anlageberaterin für den Schulabbrecher. Das Grundbuch zeigt, dass eine auf Moore laufende Firma im vergangenen Januar Shakespeares Haus für 655.000 Dollar kaufte. Seine Mutter will ihn kurz darauf, um ihren Geburtstag im Februar herum, zuletzt gesehen haben. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, begann Moore im April 2009, von Shakespeares Handy aus Textbotschaften an seine Verwandten und Freunde zu schicken und ihnen vorzumachen, sie stammten von ihm. Zudem wird sie verdächtigt, für eine Aussage, dass Shakespeare kürzlich gesehen worden sei, ein Haus angeboten zu haben. Einem seiner Verwandten gab sie den Ermittlern zufolge 5.000 Dollar, damit er der Mutter eine Glückwunschkarte mit Bargeld überbringen und so tun sollte, als sei sie von ihrem Sohn. Im April wurde Shakespeare nach Angaben des Sheriffs zuletzt gesehen, aber erst am 9. November vermisst gemeldet - von einem Polizeispitzel. Und die Geschichte wird noch bizarrer: Der Zeitung “The Ledger“ aus Lakeland zufolge meldete sich Moore im April bei Reportern des Blatts und erklärte, Shakespeare sei “abgetaucht“, weil alle Geld von ihm wollten. Das würde für seine Mutter irgendwie schon Sinn ergeben: “Ich erinnere mich, er hat am Telefon mal gesagt, dass er vielleicht nach Jamaika geht.“

“Er hat mir seinen Schlamassel hinterlassen“

Am 5. Dezember erklärte Moore dem “Ledger“ schluchzend, sie habe Shakespeare geholfen abzuhauen. Nun wünschte sie aber, er käme zurück, weil Detektive ihre Wohnung und ihr Auto nach Blutspuren durchsuchten. Ein Grund für sein Verschwinden sei eine Klage um Kindesunterhalt gewesen. “Abraham hat mir seinen Schlamassel hinterlassen und ein schöneres Leben gesucht“, klagte sie. Sie übergab der Zeitung sogar ein Video, das sie von Abraham aufgenommen haben will, um sich “zu schützen“. Darauf sagt er, er sei es leid, von Leuten um Geld angegangen zu werden: “Die verstehen einfach kein Nein.“ Moore fragt ihn auf dem Video, wohin er denn gehen wolle. “Ist mir egal. Ich bin nicht wählerisch“, antwortet er.

ap

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