Belgien: Razzia in Erzbistum von Brüssel

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Im Erzbistum von Brüssel gab es eine Razzia wegen Missbrauchsvorwürfen.

Brüssel - Auch Belgien kämpft mit einem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche. Razzien in den Räumen eines Erzbistums sollten nun Klarheit bringen.

Im Zuge eines Missbrauchsskandals hat die belgische Polizei am Donnerstag Räumlichkeiten des Erzbistums Mechelen-Brüssel und von Kardinal Godfried Danneels durchsucht. Es habe Vorwürfe des Kindesmissbrauchs gegen mehrere Mitglieder der Kirche gegeben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Mit den Razzien solle klargestellt werden, ob sich die Anschuldigungen bestätigen lassen oder nicht.

Der 77-jährige Danneels war im Januar aus Altersgründen vom Amt des Erzbischofs von Mechelen-Brüssel zurückgetreten. Die Polizei trug am Donnerstag Dokumente und einen Computer aus seinem Büro. Ob er selbst verdächtigt wird oder Missbrauchsfälle verdeckt haben soll, blieb am Donnerstag zunächst offen. Er wurde nicht verhört. “Er hat nichts dagegen, dass die Justiz ihren normalen Weg geht“, sagte sein Sprecher.

In den 90er Jahren war der Erzbischof in erster Instanz wegen Verletzung der Sorgfaltspflicht zu einer Geldstrafe verurteilt worden - ein Geistlicher aus seiner Diözese hatte sich damals dutzendfach an Kindern vergangen. In einem Berufungsprozess wurde Danneels freigesprochen. Die Durchsuchungen sind ein neuer Schlag für die katholische Kirche Belgiens: Vor einem Monat war der Bischof von Brügge, Roger Vangheluwe, zurückgetreten. Der 73-Jährige hatte zuvor eingeräumt, vor 25 Jahren einen Jungen über einen langen Zeitraum sexuell missbraucht zu haben. Seit dem sind bei einer unabhängigen Untersuchungskommission hunderte Anzeigen eingegangen. Der Leiter der Bischofskonferenz, André-Joseph Léonard, kündigte an, den Skandal ohne Nachsicht aufzuklären.

dapd

Zurück zur Übersicht: Welt-News

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser