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Traunstein: Manuel Bauer im Chiemgau-Gymnasium: Erschreckende Einblicke in die rechte Szene

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Erschreckende Einblicke in die rechte Szene

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Traunstein - Unterricht mal anders: Am Mittwoch war Manuel Bauer, ein Aussteiger aus der neofaschistischen Szene, im Chiemgau-Gymnasium:

Erschreckende Einblicke in die Neonazi-Szene: Manuel Bauer am Chiemgau-Gymnasium

© Chiemgau-Gymnasium Traunstein

Erschreckende Einblicke in die Neonazi-Szene: Manuel Bauer am Chiemgau-Gymnasium

Zugleich einzigartige wie erschreckende Einblicke in die rechte Szene gewährte am vergangenen Mittwoch Manuel Bauer, ein bekannter Aussteiger aus der neofaschistischen Szene den neunten und zehnten Klassen des Chiemgau-Gymnasiums in Traunstein.

Der Aussteiger scheute sich dabei nicht, offen über seine eigene Vergangenheit in einer Welt voller Hass und Gewalt zu reden. Nach einem kurzen Film zum Einstieg erläuterte Manuel Bauer zunächst, wie er kurz nach der Wende als Jugendlicher in die neofaschistische Szene geriet – teils aus Gruppenzwang, teils aus Bewunderung für die Neonazis. Schon nach wenigen Minuten hatte er die ungeteilte Aufmerksamkeit der anwesenden Schüler und Lehrkräfte. Er erzählte ausführlich von seiner ersten Straftat, der Erstürmung eines Jugendhauses mit zwei älteren Kameraden und den Konzerten rechtsextremer Bands, die er besuchte. Besonders wichtig war ihm die Anwerbestrategien der Neonazis zu erläutern. Freimütig gestand er, dass auch er sich darum bemühte, neue „Rekruten“ anzuwerben und diese sogar in einem Camp in Tschechien militärisch ausbildete. Der Ex-Nazi ging dabei vor allem auf die Taktik ein, männliche Jugendliche mit Hilfe hübscher Mädchen in die Szene zu locken. Und trotz des ernsten Themas schaffte er es immer wieder, Schüler wie auch Lehrer durch seinen Witz und seine unterhaltsame Art zum Lachen zu bringen.

Demgegenüber standen die schockierenden Schilderungen seiner eigenen Verbrechen. Der Aussteiger erzählte, wie er ein kleines Mädchen trat, weil es indischer Herkunft war, oder einen homosexuellen Geschäftsmann erpresste. Dabei war ihm seine Reue anzusehen. Nach eigener Aussage befindet er sich selbst heute noch in psychologischer Behandlung, um seine Vergangenheit aufzuarbeiten. Eindringlich warnte Bauer auch vor den Tricks der rechten Szene. Er zeigte den Schülern Bilder von Comics, Spielen und Postern. Zuletzt sprach er über seinen Ausstieg, der während eines Gefängnisaufenthalts seinen Anfang nahm. Damals halfen ihm zwei Türken in einer Schlägerei gegen einige seiner alten Kameraden, mit denen er in Streit geraten war. Dieser Tag stellte sein Weltbild vollkommen auf den Kopf.

Die anderthalb Stunden des Vortrags vergingen leider viel zu schnell, sodass Manuel Bauer über viele interessante Aspekte nicht mehr sprechen konnte und den Schülern keine Zeit blieb, Fragen zu stellen. Dennoch haben sicherlich alle, die seinen Vortrag hörten, viel daraus mitgenommen und werden seine Geschichte wie auch seine mahnenden Worte vor der rechtsextremistischen Szene lange im Gedächtnis behalten.

David Norali Ghasemi, Klasse 10d

Quelle: Chiemgau24.de

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