Berlin - Die Stiftung Deutsche Sporthilfe hat Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein rückwirkend in die Eliteförderung aufgenommen. Indes gibt es Wirbel um angebliche Kontakte zu Andreas Franke.

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Claudia Pechstein
Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft hat am Freitag “mit Unverständnis“ auf Medienberichte zu den Ermittlungen gegen den ehemaligen Arzt Andreas Franke am Olympiastützpunkt Thüringen reagiert. Auf der Liste der behandelten Sportler waren neben 28 weiteren Namen auch die der Eisschnellläuferinnen Claudia Pechstein und Judith Hesse aufgetaucht. Der ursprüngliche Medienbericht sei nach Auffassung der DESG “aus rechtlicher als auch aus medizinischer Sicht eine unkorrekte Darstellung und belastet das laufende Ermittlungsverfahren“, kritisiert DESG-Präsident Gerd Heinze in dem Schreiben.
“Die auf rechtlich unzulässigem Weg erworbene und lancierte Namensliste von möglicherweise behandelten Sportlern und die selektive Veröffentlichung von einzelnen Sportlern stellt eine unerträgliche Vorverurteilung der benannten Sportler dar“, heißt es weiter. “Auf der Grundlage von Vermutungen wird geltendes Recht missachtet und den Sportlern Schaden zugefügt. Im Zusammenhang mit der korrekten Darstellung über das fahrlässige Handeln des Mediziners wird in unzulässiger Weise gleichzeitig ein Eigenverschulden der Sportler suggeriert, die sich vertrauensvoll zur Behandlung an den zuständigen OSP-Mediziner gewandt hatten“, beklagt die DESG.
Pechstein reagierte nach Mitteilung ihres Managements erfreut. “Das ist eine sehr gute Nachricht, die ich mir aufgrund meiner sportlichen Leistungen verdient habe“, meinte die 39 Jahre alte Berlinerin. Sie kündigte an, dass die Spiele 2014 in Russland nicht ihre letzten sein müssen. “So lange mir mein Sport so viel Freude bereitet und ich nicht nur in Deutschland sondern auch international viele der jüngeren Läuferinnen hinter mir lassen kann, werde ich weiter übers Eis gleiten. Möglicherweise auch noch 2018 in Pyeongchang.“
Die DESG habe sich aus eigener Sicht im Zuge der Ermittlungen gegen Sportmediziner Franke korrekt verhalten, fügte Heinze hinzu. “Der Verband ist seiner Verantwortung nachgekommen und hatte bereits Anfang Mai 2011 in enger Zusammenarbeit mit der NADA und der Athletin das Verfahren zur rechtlichen Klärung initiiert“, schreibt Heinze und bezog sich damit auf die Erfurterin Judith Hesse, gegen die von der NADA eine Disziplinarverfahren eingeleitet wurde.
Die Schuldfrage beziehungsweise Mitschuld der Athletin werde durch die Deutsche Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) entschieden. “Wir gehen davon aus, dass im Ergebnis der Untersuchungen die NADA den Sachverhalt zeitnah objektiv klären wird. Die DESG wird mit der NADA zur Aufklärung weiter eng zusammenarbeiten. Der Verband handele weiter nach der Unschuldsvermutung und stehe solange an der Seite seiner Sportler, betonte Heinze.
dpa



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