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Gold-Traum geplatzt: Felix ausgeschieden

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    • 20.02.11
    • Ski-WM 2011
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Gold-Traum geplatzt: Felix ausgeschieden

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Garmisch-Partenkirchen - Im Kampf um die Medaillen haben die DSV-Männer nichts ausrichten können. Der Franzose Jean-Baptiste Grange ist neuer Slalom-Weltmeister.

© dpa

Aus der Traum: Felix Neureuther ist im zweiten Lauf des WM-Slaloms ausgeschieden.

Nach 53,65 Sekunden war schon alles vorbei. Felix Neureuther wusste es, begreifen konnte er es nicht. Völlig fassungslos, garadezu apathisch stand er am Fuße des Gudibergs, und wenn es ein Loch gegeben hätte, er wäre nur zu gerne darin verschwunden. „Der Zug für mein großes Ziel ist abgefahren. Die Enttäuschung ist extrem. Das ist schon heftig“, sagte der Lokalmatador. Es war sein Rennen, auf seinem Berg, Neureuther hatte fünf Jahre lang darauf hingefiebert - und dann war schon nach dem ersten Lauf des WM-Slaloms alles vorbei. Nur Rang 21, nach viel zu langen 53,65 Sekunden - der „local hero“ war fix und fertig, zerbrochen an all seinen Erwartungen. 

Zu allem Überfluss misslang Neureuther auch die Schadensbegrenzung im zweiten Durchgang. Nach 29 wilden Fahrsekunden schied er aus. Doch das war bereits egal, nach dem ersten Lauf war nichts mehr zu retten. „Wenn man fünf Jahre darauf hinarbeitet, wenn alles darauf ausgerichtet ist, ist das schon bitter“, sagte Neureuther. Dann ergänzte er: „Ich bin froh, dass alles vorbei ist. Fünf Jahre Anspannung zehren schon an einem.“ Nach seinem Ausfall war er noch den Gudiberg runtergefahren, er hatte sich verabschiedet beim Publikum, der Applaus war warmherzig, trösten konnte er ihn nicht. „Vielleicht war es zu viel, was da alles auf mich eingeprasselt ist“, sagte der 26-Jährige.

Jean-Baptiste Grange kann ein Lied davon singen. Bei der WM 2009 in Val d'Isere zerbrach der favorisierte Franzose am Erwartungsdruck - und schied im zweiten Durchgang aus. Diesmal, auf fremdem Terrain, behielt er die Nerven und gewann beinahe mit Ansage. Der 26-Jährige, nach drei Weltcup-Siegen in diesem Winter auch diesmal Sieganwärter, gewann das erste Gold seiner Karriere vor Jens Byggmark aus Schweden, der sich im ersten Lauf mit Startnummer 18 zunächst auf Rang sechs vorgearbeitet hatte. Bronze gewann Manfred Mölgg aus Italien. Der einzige Deutsche im Endklassement war Fritz Dopfer (Garmisch) auf Rang 21. Der junge Stefan Luitz (Bolsterlang) war im ersten Lauf ausgeschieden.

Noch ehe die Medaillengewinner geehrt wurden, schnappte sich Neureuther das Stadionmikrofon und sprach direkt zum Publikum. „Ich habe fünf Jahre auf diesen Moment gewartet“, sagte er ein weiteres Mal, nun sei er sei enttäuscht von sich selbst, „es tut mir sehr leid für meine Freunde und die ganzen Menschen.“ Der Erwartungsdruck, sagte er, „war vielleicht zu groß“. Nicht nur vielleicht. Es war offensichtlich. Neureuther zerbrach an „seinem“ Tag, auf „seinem“ Berg, bei „seinem“ Rennen an seinen Erwartungen und denen der Öffentlichkeit. „In zwei Jahren“, sagte er tapfer, probieren wir es halt wieder“ - dann ist die WM in Schladming, Österreich.

Für die ersten 53,65 Sekunden an diesem trüben Sonntagvormittag hatte Neureuther erst nach dem zweiten Durchgang eine Erklärung. „Ich hatte zu viel Angst, ich habe mir zu viele Gedanken gemacht. Es war eine Kopfsache“, sagte Neureuther, und so bleiben er und Großveranstaltungen ein ziemlich trauriges Kapitel. Nur 2005 hat er eine Medaille gewonnen, immerhin Gold, aber halt auch nur mit der Mannschaft. Diesmal, unten im Zielraum des Gudibergs, versuchten ihn alle zu trösten, auch Reinfried Herbst, der Kumpel aus Österreich, auch im zweiten Lauf gescheitert. „Er hat mir gesagt“, berichtete Neureuther, „wir sind schon zwei Trottel. Das hat er genau auf den Punkt gebracht.“

Thomas Häberlein und Thomas Niklaus

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