Vorbericht zur Rodel-Weltmeisterschaften am Königssee

Der WM-Countdown läuft: Jagd auf Titel "Dahoam" beginnt

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Königssee - Dieses Jahr ist die Rennrodel WM zu Gast in der Deutschen Post Eisarena am Königssee. Wer wird sich den Sieg 2016 holen? Hier ein Vorbericht:

Der Countdown läuft... Der Saisonhöhepunkt für die weltbesten Rennrodler und Rennrodlerinnen steht kurz bevor: Vom 28. bis 31. Januar geht es bei den 46. FIL-Weltmeisterschaften im heimischen Königssee um die Medaillen. Und weil mit dem "Sprint" ein neuer Wettbewerb seine WM-Premiere feiert, wird auf der traditionsreichsten Kunsteisbahn der Welt erstmals in der Rennrodel-Historie gleich sieben Mal Gold vergeben. Nur gut also, dass sich die deutschen Kufencracks nach einem eher durchwachsenen Saisonstart rechtzeitig vor den Titelkämpfen auf der "Deutsche Post Eisarena" wieder in absoluter Topform präsentierten.

Tatsächlich verlief die Saison 2015/2016 ausgeglichen wie lange nicht mehr. Sechs verschiedene Weltcup-Siegerinnen – das gab’s noch nie. Neben den deutschen Damen Dajana Eitberger, Natalie Geisenberger und Tatjana Hüfner trugen sich noch die US- Amerikanerinnen Erin Hamlin und Summer Britcher sowie die Russin Tatiana Ivanova in die Siegerliste der Viessmann-Serie ein.

Als absolute Top-Favoritin geht dennoch Olympiasiegerin und WM-Titelverteidigerin Natalie Geisenberger an den Start. Die Lokalmatadorin kennt den heimischen Eiskanal wie ihre Westentasche. Das demonstrierte die 26-jährige Miesbacherin eindrucksvoll bei den nationalen Titelkämpfen kurz vor dem Jahreswechsel, als sie sich bei der "WM- Generalprobe" an gleicher Stelle zum vierten Mal zur Deutschen Meisterin kürte. Neben den zwei WM-Triumphen von 2015 und 2013 stehen für Geisenberger bislang noch vier weitere WM-Medaillen zu Buche: 3 mal Silber 2008, 2009 & 2011 und 1 mal Bronze 2012.

Eine weitere WM-Medaille ist auch Tatjana Hüfner zuzutrauen. Nach langer Durststrecke meldete sich die Olympiasiegerin von 2010 zuletzt beim Weltcup in Oberhof fulminant zurück. Die mit vier Goldmedaillen sowie je einer Silber- und Bronzemedaille erfolgreichste WM-Teilnehmerin aller Zeiten raste nach zwei Jahren erstmals wieder zum Sieg im Weltcup und feierte den insgesamt 34. Erfolg ihrer imposanten Laufbahn. Mit Medaillenchancen geht auch Dajana Eitberger ins Rennen. Die Europameisterin siegte beim Weltcup-Auftakt im österreichischen Igls und stand zusätzlich vier weitere Male auf dem Podest.

Auch bei den Herren ging es im WM-Winter eng zu. Gleich vier Rodler konnten im Viessmann-Weltcup 2015/2016 Erfolge einfahren. Neben dem vierfachen Saisonsieger Felix Loch waren noch der Italiener Dominik Fischnaller, der Österreicher Wolfgang Kindl sowie der US-Amerikaner Chris Mazdzer, der gleich zwei Rennen für sich entscheiden konnte, erfolgreich.

Der Weg zu WM-Gold am Königssee führt aber nur über Lokalmatador Loch. Der zweimalige Olympiasieger und viermalige Weltmeister sicherte sich bei der "WM- Generalprobe" auf seiner Hausbahn mit Bahnrekord den fünften deutschen Meistertitel seiner Karriere und ließ mit zuletzt vier Weltcup-Erfolgen in Serie keinen Zweifel an seiner Favoritenstellung aufkommen.

Auch die weiteren deutschen Starter Andi Langenhan, Johannes Ludwig und Ralf Palik gehen durchaus mit Medaillenchancen in die Heim-WM. Immerhin schafften Andi Langenhan mit Rang zwei und Ralf Palik mit Rang drei beim letzten Viessmann-Rennen im thüringischen Oberhof ihre erste Podestplatzierung im WM-Winter.

Allein bei den Doppelsitzern stand der WM-Winter bislang ganz im Zeichen des deutschen Duells Toni Eggert/Sascha Benecken gegen Tobias Wendl/Tobias Arlt. Nur die italienischen Altmeister Christian Oberstolz/Patrick Gruber konnten als Sieger beim BMW-Sprint-Weltcup in Park City in die Phalanx der BSD-Duos eindringen.

Ansonsten teilten sich die deutschen Doppel die Siege im Viessmann-Weltcup untereinander auf: Vier Mal standen die Olympiasieger und WM-Titelverteidiger Wendl/Arlt ganz oben auf dem Podest, drei Mal fuhren die zweimaligen Vize-Weltmeister Eggert/Benecken zum Sieg. Podiumsplätze schafften im Weltcup zudem die Österreicher Peter Penz/Georg Fischler sowie die beiden lettischen Duos Andris Sics/Juris Sics und Oskars Gudramovics/Peteris Kalnins.

Dass die Lokalmatadore Wendl/Arlt auf ihrer Heimbahn nur schwer zu schlagen sein werden, zeigt ein Blick in die Statistik: In den Jahren 2009 bis 2015 feierten Wendl/Arlt am Königssee sechs Weltcup-Siege in Folge - eine eindrucksvolle Bilanz. Diese Zahlen untermauerte der "Bayern-Express" auch bei den nationalen Meisterschaften vor gut vier Wochen, als man mit Bahnrekord auf der Hausbahn zum bereits vierten Titel der Karriere fahren konnte.

Das BSD-Aufgebot:

Herren:

Felix Loch (RC Berchtesgaden)

Andi Langenhan (RC Zella-Mehlis)

Johannes Ludwig (BSR Rennsteig Oberhof)

Ralf Palik (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal)

Damen: 

Natalie Geisenberger (ASV Miesbach)

Tatjana Hüfner (BRC 05 Friedrichroda)

Dajana Eitberger (RC Ilmenau)

Julia Taubitz (WSC Erzgeb. Oberwiesenthal)

Doppelsitzer: 

Tobias Wendl/Tobias Arlt (RC Berchtesgaden/WSV Königssee)

Toni Eggert/Sascha Benecken (BRC Ilsenburg-Harz/RT Suhl)

Robin Geueke/David Gamm (BSC Winterberg)

Der Rückblick WM 2013:

Die 45. FIL-Weltmeisterschaften fanden im Februar 2015 im lettischen Sigulda statt. In der Doppelsitzer-Konkurrenz verteidigten Tobias Wendl/Tobias Arlt erfolgreich ihren Titel und setzten sich zum zweiten Mal nach 2013 die WM-Krone auf. Silber sicherte sich das österreichische Duo Peter Penz/Georg Fischler. Bronze ging an die Italiener Christian Oberstolz/Patrick Gruber. Bei den Damen verteidigte Natalie Geisenberger (ASV Miesbach) ihren Titel erfolgreich. Tatiana Ivanova gewann Silber, Tatjana Hüfner fuhr zu WM-Bronze. Felix Loch konnte seinen Einzeltitel im lettischen Sigulda dagegen nicht verteidigen. Der dreimalige Olympiasieger, der sich zuvor bereits vier Mal in seiner Laufbahn die WM-Krone aufsetzen konnte, erkämpfte sich auf dem anspruchsvollen Eiskanal im Baltikum Silber. Überraschungs-Weltmeister wurde Semen Pavlichenko aus Russland. Bronze sicherte sich der Österreicher Wolfgang Kindl. Im Team-Wettbewerb siegte Deutschland vor Russland und Kanada.

Die WM-Premiere:

Eine Welt-Premiere wird am Freitag, 29. Januar ab 15 Uhr mit der Sprint-WM stattfinden. Erstmals in der Geschichte des Rennrodelsports gibt es einen WM-Sprint bei den Damen und Herren im Einsitzer sowie im Doppelsitzer. Der FIL-Sprint wurde in der vergangenen Weltcupsaison bereits auf einigen Bahnen ausgetragen. Die Entscheidung fällt dabei pro Disziplin in nur einem Durchgang, auf verkürzter Messstrecke und mit fliegendem Start.

Der WM-Zeitplan:

Donnerstag, 28. Januar

18.00 Uhr WM-Eröffnungsfeier, Weihnachtsschützenplatz Berchtesgaden

Freitag, 29. Januar

09:00 Uhr Qualifikation Sprint

15:00 Uhr FIL Sprint WM (Damen und Herren Einsitzer, Doppelsitzer)

anschl. Siegerehrung an der Bahn

Samstag, 30. Januar

12:45 Uhr Doppelsitzer (1. Lauf)

14:05 Uhr Doppelsitzer (2. Lauf)

15:20 Uhr Damen (1. Lauf)

17:05 Uhr Damen (2. Lauf)

19:00 Uhr Siegerehrung und WM-Party am Weihnachtsschützenplatz in Berchtesgaden

Sonntag, 31. Januar

10:15 Uhr Herren (1. Lauf)

12:25 Uhr Herren (2. Lauf)

14:00 Uhr Team Wettbewerb

Anschließend Siegerehrung an der Bahn.

Der Austragungsort:

"Deutsche Post Eisarena am Königssee" - Die Eisbahn am Königssee ist weltweit die erste ihrer Art, gilt aber auch heute noch als eine der technisch anspruchsvollsten Bob- und Rodelbahnen der Welt. Der Bau der Bahn begann 1959 durch den WSV Königssee mit Unterstützung durch den Fremdenverkehrsverband des Berchtesgadener Landes. Die Eröffnung erfolgte 1960 mit den Internationalen Süddeutschen Rennrodelmeisterschaften. 1968 wurde die Rodelbahn zu einer Kunsteisbahn ausgebaut. Die Kosten betrugen damals 4,6 Millionen DM.

Der Eiskanal verfügt heute über 16 anspruchsvolle Kurven. Die Bahn ist 1740 Meter lang und neben den ungeheuren Fliehkräften, denen der Sportler ausgesetzt ist, werden Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h erreicht. Nach den Umbauarbeiten an der Kunsteis Bob- und Rodelbahn am Königssee im Jahr 2010 zeigt sich die Bahn in neuem, weltmeisterlichem Glanz. Mit dem Auspumpen des Ammoniaks aus der Bahn begann damals der umfassende Umbau. Der Bahnkörper wurde ab Kurve 15 bis unten in den Auslaufbereich komplett erneuert. Die Bahn glänzt nun mit einer neuen Energieversorgung, Beleuchtung und Bahnwasserversorgung, erweitertem Parkplatz- und Sanitätsbereich, einem Löschwassertank mit 100.000 Litern Fassungsvermögen und einer weiteren Brücke an der Bob-Verladerampe.

Pressemitteilung Deutsche Post Eisarena

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser