Heiße Tipps von Pokal-Finalistinnen

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Die FCB-Kickerinnen Wimbersky (links) und Bachor in Aktion in Bad Aibling.

Bad Aibling - Kurz vor dem DFB-Pokalfinale der Frauen machten zwei FCB-Spielerinnen einen Abstecher an die Mangfall und stellten sich den Fragen der Nachwuchsfußballerinnen des FFC.

Der FC Bayern München befindet sich momentan wahrlich im Finalstress. Heute um 20 Uhr wird das DFB-Pokal-Endspiel in Berlin angepfiffen und in einer Woche kommt es zum "Finale dahoam" in München. Einen großen Anteil an diesem "Stress" hat auch die Damenmannschaft des deutschen Rekordmeisters.

Sie bestreitet heute um 16 Uhr ebenfalls das DFB-Pokalfinale. Nicht etwa gegen Borussia Dortmund, sondern gegen den 1. FFC Frankfurt und auch nicht in Berlin, sondern in Köln. Kurz vor diesem Match am Rhein machten zwei FCB-Spielerinnen einen Abstecher an die Mangfall und stellten sich im Jahn-Stadion den Fragen der Nachwuchsfußballerinnen des FFC Bad Aibling.

Mittelfeld-Routinier Petra Wimbersky und Torjägerin Isabell Bachor folgten dem Ruf ihres Techniktrainers Matthias Nowak. Der Aiblinger hatte die Spielerinnen zum Trainingsgespräch in die Kurstadt geladen. Ein idealer Zeitpunkt, um ihnen zu zeigen, was sich in Sachen Mädchen- und Frauenfußball entwickelt.

Der Andrang war groß im Jahnstadion. Sämtliche Jugendmannschaften - von der F- bis zur B-Jugend - nahmen auf der Tribüne Platz und hatten einige Fragen an die Profis. Einerseits erkundigten sich die Mädchen nach fußballerischen Tipps, andererseits interessierten sie sich auch für private Erlebnisse der Spielerinnen.

Egal wohin, Hauptsache Autogramm: Isabell Bachors Unterschrift war sehr gefragt.

"Ein Stürmer sollte am besten beidfüßig sein und vorm Tor ruhig bleiben", empfahl Stürmerin Isabell Bachor. Auf die Frage nach dem schönsten Fußballerlebnis musste Petra Wimbersky erst einmal überlegen. Die 29-Jährige spielte in ihrer Karriere immerhin schon bei den zwei erfolgreichsten Damenmannschaften aus Potsdam und Frankfurt. "Meisterschaften sind immer etwas Besonderes. Aber mein erster DFB-Pokaltitel hatte für mich auch eine ganz große Bedeutung", so die Mittelfeldspielerin, die wegen einer Verletzung heute nicht gegen ihren ehemaligen Verein antreten kann. Für Isabell Bachor war der Gewinn der Bronze-Medaille bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen das tollste Erlebnis.

Interessiert waren die Mädchen am Trainingsaufwand im Profisport. Sechs- bis siebenmal trainiere man beim FC Bayern. Trotz dieser Häufigkeit komme es aber selten vor, dass man auf die Spieler der Herrenmannschaft treffe. "Dafür sind unsere Trainingszeiten zu unterschiedlich", soBachor.

Einen weiteren großen Unterschied zwischen den FCB-Männern und -Frauen gibt es bei den Verdienstmöglichkeiten, wie die FFC-Mädels von den Spielerinnen erfuhren. Petra Wimbersky arbeitet parallel zu ihrer Fußballkarriere als kaufmännische Angestellte. Von den Millionenbeträgen, die bei den Herren der Schöpfung fließen, könne man als Fußballspielerin nur träumen.

Geträumt wird bei den Bayern-Spielerinnen auch vom Gewinn des DFB-Pokals, wie Isabell Bachor erzählt: "Wir freuen uns wahnsinnig auf das Spiel und können es kaum erwarten. Wenn man im Finale steht, dann will man auch den Pokal."

Sie hoffe, dass sie beim anschließenden Finalspiel der Herren schon ganz schwere Arme vom Pokal-in-die-Luftstemmen habe und es beim Feiern in einer Kölner Sportbar entspannt anschauen könne. Das wäre ihr Traumszenario.

Beim Champions-League-Finale eine Woche später muss dann aber spätestens wieder Schluss mit Feiern sein. Dann steht für die FCB-Frauen wieder der Bundesliga-Alltag auf dem Programm. "Nächsten Samstag sitzen wir mit der Mannschaft in Leipzig und schauen dort das Finale, weil wir am nächsten Tag ein Spiel haben", erklärt Isabell Bachor.

Wieder ein Unterschied zu den Herren: Während hier die Saison schon seit letzter Woche vorbei ist und das Pokalendspiel quasi der krönende Abschluss ist, geht es für die Frauen im Spielbetrieb normal weiter.

Im spontanen Trainingsbetrieb ging es nach dem Gespräch mit den Profis für die FFC-Fußballerinnen weiter. Doch zuerst schrieben die Bayern-Damen noch fleißig Autogramme: auf Arme und Beine, Zettel, Trikots, Schienbeinschoner und Fußballschuhe. "Vielleicht schießen die Mädels mit unseren Autogrammen auf dem Fußballschuh das eine oder andere Tor mehr", grinste Isabell Bachor, als sie zur Unterschrift auf einem weißen Schuh ansetzte.

FFC-Trainer und Funktionär Helge Faller war wie seine Mädchen von den Bayernspielerinnen begeistert: "Sie sind sehr aufgeschlossen und nahbar. Am Anfang waren unsere Mädchen noch ein bisschen schüchtern, aber mit der Zeit sind sie aufgetaut."

Der FFC Bad Aibling ist der größte Verein für Mädchen- und Frauenfußball im Raum Südost-Bayern. "Wir wollen vielen Mädchen die Möglichkeit zum Kicken geben und dabei mädchengerecht trainieren", so Faller auf die Frage nach der Philosophie vom FFC.

bok/Mangfall-Bote

Quelle: rosenheim24.de

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