Christian Kaiser wird Koordinator beim TSV Wasserburg

Mit Jugendteams wieder an ganz große Erfolge anknüpfen

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Abteilungsleiterin Gaby Brei und der neue Koordinator Christian Kaiser

Wasserburg - Wieder an die ganz großen Erfolge mit den Jugendteams anknüpfen und verstärkt Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs in der ersten Damenmannschaft einbauen, ist das Ziel des neuen Jugendprojekts der Basketball-Abteilung des TSV Wasserburg.

Dafür konnte als hauptamtlicher Koordinator der Osnabrücker A-Lizenzinhaber Christian Kaiser verpflichtet werden. Der 33-Jährige ist seit gut einer Woche in Wasserburg und hat offiziell am Mittwoch seine Arbeit voller Engagement aufgenommen. 

Er wird das Perspektiv-Team in der zweiten Bundesliga und zudem ein Jugendteam als Coach übernehmen. Außerdem soll er als Leiter des Projekts die Förderung und Sichtung von Talenten verstärken, an der Vergrößerung der Basis an Spielerinnen arbeiten und dabei eng mit den anderen Trainern der Abteilung zusammenarbeiten. „Wasserburg ist eine interessante Aufgabe, dort im Jugendbereich etwas zu entwickeln“, freut sich Kaiser schon auf seine Arbeit am Inn: „Ich glaube, wir sind im Damenbereich mit der 1.DBBL und 2. DBBL sehr gut aufgestellt. In der zweiten Mannschaft wollen wir versuchen, Talenten Spielzeit zu geben und ihnen damit die Entwicklungsmöglichkeit geben, sich in der Bundesliga durchzusetzen.“ 

Zu den Aufgaben des ausgebildeten Sport- und Fitnesskaufmanns zählen auch die Organisation der Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern, die Planung und Durchführung von Camps und Turnieren sowie die Koordination der Arbeit an den Schulen. Durch seine bisherige Arbeit ist der Vollblut-Basketballer dafür hochqualifiziert. In seiner Heimatstadt Osnabrück war er über ein Jahrzehnt unter anderem als Abteilungsleiter und Organisator des Spielbetriebs sowie des Schiedsrichterwesens des OSC tätig. 

Als Spieler selbst hat Kaiser in verschiedenen Teams bis in die 2. Bundesliga Pro B gespielt. Neben der Betreuung zahlreicher weiblicher und männlicher Jugendteams und Schulmannschaften war er von 2012 bis 2015 auch Head-Coach der Damen des Vereins. Kaiser führte den Zweitligist bis in das Top 4 des Pokals und in die 1. Bundesliga. 

Interview mit Abteilungsleiterin Gaby Brei zur Einstellung von Christian Kaiser

Die Abteilung Basketball startet ein neues Jugendprojekt. Beschreiben Sie dieses Projekt doch kurz!

Wir wollen sowohl im leistungsbezogenen Bereich als auch im Bereich Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen unsere Bemühungen intensivieren. Es soll versucht werden, wieder einmal ein Talent in die Fußstapfen von Anne Breitreiner und Svenja Brunckhorst treten zu lassen. Doch dafür ist an der Basis eine große Anzahl an Kindern notwendig. Ganz besonderen Augenmerk werden wir darauf legen, in Schulen in Wasserburg und Umkreis das Sportspiel Basketball vorzustellen und die Kinder dafür zu begeistern, dem Verein beizutreten. Möglicherweise gelingt es uns auch "Basketballfilialen" einzurichten. 

Warum ist es nötig, dafür ein eigenes Projekt zu starten? 

Seit Langem wird von der DBBL ein hauptamtlicher Jugendtrainer für den weiblichen Bereich gefordert, um die deutschlandweite Misere im weiblichen Nachwuchsbereich zu bekämpfen. Da es auch bei uns im Verein immer schwieriger ist, Kinder in die Halle zu bringen und Talente zu fördern und an den Leistungssport heranzuführen, haben wir uns entschlossen, diesen Bereich in professionelle Hände zu geben. Aber auch im Bereich Breitensport soll den leistungsschwächeren Kindern durch unseren attraktiven Sport eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung angeboten und versucht werden, sie von negativen Einflüssen unserer Gesellschaft durch richtige Freunde und engagierte Betreuung fern zu halten. Und da unseren derzeitigen Trainern durch Beruf und Familie nicht genügend Zeit bleibt, sich voll dieser Aufgabe zu widmen, haben wir uns auf die Suche nach einem geeigneten professionellen Jugendkoordinator gemacht, der nicht die Arbeitsstunden zählt, Eigeninitiative zeigt und ein "Händchen" für die Betreuung von Kindern und Jugendlichen hat. 

Und diese Eigenschaften bringt Christian Kaiser, der neue Projektleiter, mit? 

Ja, da sind wir uns sicher und freuen uns schon sehr über die Zusammenarbeit. Zunächst haben wir die Stelle ausgeschrieben und verschiedenste Bewerbungen bekommen. Da der Jugendkoordinator jedoch die Kinder der verschiedensten Altersstufen, besonders aber der Jahrgangsstufe Zwei bis Vier für Basketball begeistern soll, war uns wichtig, dass der zukünftige Trainer gut und verständlich mit den Kindern kommunizieren kann. Mit Christian hat sich außerdem jemand beworben, der uns von der 1. Bundesliga als Coach von Osnabrück bekannt war und von dem wir schon in der Vergangenheit einen positiven Eindruck hatten. Nachdem auch Referenzen von ehemaligen Spielerinnen sehr positiv ausgefallen sind, war es nicht mehr so schwer, uns für Christian als neuen Jugendkoordinator zu entscheiden. 

Wird Christian Kaiser auch selbst Teams coachen? 

Er wird als Coach eine Mannschaft im unteren Jahrgangsbereich U15 oder U13 an die Jugendbundesliga heranführen. Außerdem wird er die zweite Damenmannschaft übernehmen. Wir werden weiter in der 2. Bundesliga starten, denn dann ist der Sprung für Perspektivspielerinnen in die erste Mannschaft nicht zu groß. Junge Talente wie Tatjana Stemmer, die nächste Saison als FSJlerin in unserem Verein etwas mehr Zeit hat, sich dem Basketball zu widmen und ganz junge Talente wie U16-Nationalspielerin Sophie Perner von unserem Kooperationspartner SB DJK Rosenheim und das Wasserburger Eigengewächs Pauline Huber sollen in diesem Team hochklassig Spielpraxis bekommen. Mit Karin Bayerl und Vicky Luthardt haben wir zwei weitere Spielerinen, die mit knapp über 20 noch genügend Entwicklungspotenzial aufweisen. Christian Kaiser wird sich diese Aufgabe sehr zu Herzen nehmen. 

Was erwarten Sie vom neuen Projekt auf lange Sicht? 

Wir erwarten, dass junge Talente weiter gefördert werden, um langfristig wieder ein Eigengewächs in die 1. Bundesliga einbauen zu können. Durch die Meldung in der 2. Liga hat der Verein schon einen erheblichen finanziellen und auch logistischen Beitrag dazu geleistet. Durch die Anstellung eines professionellen Jugendtrainers legen wir nochmal eine Schippe drauf. Wenn der Trainer jetzt einen engagierten Job macht, was wir erwarten, haben wir alles getan, was von allen – sei es TSV Basketballverantwortlichen, Fans und Fanclub Wasserburg, DBBL Verantwortlichen und dem Deutschen Basketball Bund - seit Jahren verlangt, propagiert und durch fragwürdige Regeln zu erzwingen versucht wird: Nämlich den deutschen Damenbasketball in der Breite und in der Spitze zu fördern und international wieder erfolgreich zu machen. Wenn das nicht erreicht wird, liegt es wohl an der Gesellschaftsstruktur unseres reichen, satten Landes.

Pressemeldung TSV Wasserburg

Quelle: rosenheim24.de

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