Nur zwei Punkte Rückstand auf Hamilton

Rosberg vor Jubiläumsrennen: Zurück an die WM-Spitze?

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Mercedes-Pilot Nico Rosberg gewann nach der Sommerpause den Grand Prix von Belgien und Italien.

Singapur - Das 200. Formel-1-Rennen soll für Nico Rosberg ein besonderes werden. Der deutsche Mercedes-Pilot will sich von Lewis Hamilton die WM-Führung zurückholen - und sich am Saisonende zum Champion krönen.

Schlammbedeckt lächelte Nico Rosberg stolz in die Kamera. Vor seinem Formel-1-Jubiläumsrennen in Singapur erinnerte der Mercedes-Pilot augenzwinkernd an eine denkwürdige Ausfahrt als Elfjähriger mit seinem Vater Keke in Südfrankreich. Vom Matsch völlig verdreckt ließ sich Rosberg junior damals in einem Buggy ablichten. 20 Jahre später warten auf ihn in Singapur weitere Schnappschüsse.

"Es ist verrückt, dass ich in diesem Jahr in Singapur mein 200. Formel-1-Rennen bestreiten werde", hatte er schon zu Saisonbeginn gesagt. "Vielleicht gibt es auch eine kleine Feier in Singapur. Aber für mich ist das keine wichtige Zahl, ich spare mir die große Party für einen Titelgewinn auf."

21 Siege in 199 Rennen

Nico Rosberg fuhr von 2006 bis 2009 für Williams.

Die Frage ist, wie lange Rosberg noch darauf warten muss. Seit seinem Debüt im Williams 2006 hat sich der gebürtige Wiesbadener zu einem Spitzenpiloten entwickelt. Mittlerweile bestreitet der 31-Jährige seine siebte Saison für Mercedes und hat auch 21 Grand Prix gewonnen. Die Krönung blieb ihm aber versagt. Als zweimaliger Vizeweltmeister hinter seinem Teamkollegen Lewis Hamilton war Rosberg zweimal der erste Verlierer im Formel-1-Zirkus.

2017 erlebt die Formel 1 eine Saison mit tiefgreifenden Regeländerungen. Schafft Rosberg nun auch in diesem Jahr nicht den Coup, wird sein Ruf als ewiger Zweiter zementiert sein. Vater Keke mit einem WM-Titel sowie vor allem seine Landsleute Michael Schumacher mit sieben Championaten und Sebastian Vettel mit vier würden ihm dann voraus bleiben. "Ich habe gezeigt, dass ich kämpfen kann und zurückschlagen kann. Ich bin voll konzentriert und fest entschlossen, dass dies mein Jahr werden kann", hatte Rosberg betont.

Teamkollege Hamilton mit hauchdünnem Vorsprung

Mit zwei Siegen nach der Sommerpause hat sich Rosberg, der nach den ersten fünf Rennen schon 43 Punkte Vorsprung in der WM-Wertung auf Hamilton hatte, wieder bis auf zwei Zähler an den Briten herangearbeitet. Arbeit ist dabei ein Schlüsselwort: Rosberg hat unter anderem seine Starts verbessert.

Dafür müsse man "Zeit investieren", erläuterte er. "Starts haben dieses Jahr schon viele Rennen entschieden, Starts sind ein Baustein." Zuletzt in Monza zahlte sich genau das aus. Während Hamilton auf den ersten Metern trotz Pole Position mal wieder abgehängt wurde, zog Rosberg davon.

"Nico hat eine fast wissenschaftliche, datengesteuerte Herangehensweise. Die Ratio spielt bei ihm eine große Rolle", beschrieb Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff einmal Rosberg. Hamilton sei zwar auch ein harter Arbeiter, aber "sehr instinktgesteuert". Die Detailversessenheit des Familienvaters Rosberg soll sein großes Plus auf der noch sieben Etappen langen Überseereise mit dem Finale in Abu Dhabi am 27. November sein.

Formel-1-Saison 2016: Das sind alle Teams und Fahrer

Vor dem Nachtrennen in Singapur hat Rosberg Respekt. Siegen konnte er in dem Stadtstaat noch nie. In der vergangenen Saison kamen Hamilton und er in den Silberpfeilen auf dem hell erleuchteten Kurs gar nicht zurecht. Der Brite fiel aus, Rosberg schleppte sich als Vierter ins Ziel. Vettel kürte sich damals im Ferrari zum Rekordsieger des Rennens. Nun will Rosberg endlich in Singapur jubeln - im ganz großen WM-Finale am Saisonende wäre es ihm aber viel lieber.

dpa

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