Schaffelhuber und Eskau gewinnen

Paralympics: Zwei mal Gold für Deutschland

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Andrea Eskau und Anna Schaffelhuber haben bei den Paralympics in Sotschi die ersten beiden Goldmedaillen für das erste Team geholt.

Sotschi - Nach Biathletin Andrea Eskau (Biathlon) hat Anna Schaffelhuber (Abfahrt) bei den Paralympics in Sotschi bereits die zweite Goldmedaille für die deutsche Mannschaft geholt.

Frauen-Power am Weltfrauentag: Die Golden-Girls Anna Schaffelhuber und Andrea Eskau haben dem deutschen Team bei den 11. Winter-Paralympics in Sotschi am ersten Wettkampftag einen goldenen Auftakt beschert. Skirennfahrerin Schaffelhuber setzte sich überraschend in der Abfahrt der sitzenden Klasse durch, Eskau gewann in ihrem Hightech-Schlitten souverän den Biathlon-Sprint.

„Das ist wirklich verrückt, damit hatte ich nicht gerechnet“, sagte Eskau, die beim Schießen ohne Fehler blieb und auch in der Loipe überzeugte: „Einen besseren Auftakt hätten wir uns nicht wünschen können.“ Die 42 Jahre alte Diplom-Psychologin sicherte sich ihr erstes „Winter-Gold“, nachdem sie zuvor bei Sommerspielen schon dreimal mit dem Handbike triumphiert hatte.

Schaffelhuber: "Das kann ich noch gar nicht realisieren"

Schaffelhuber konnte ihr Glück nach dem Gewinn ihres ersten Paralympics-Goldes kaum fassen und strahlte im Ziel mit der Sonne um die Wette. Nach einer zwischenzeitlichen Führung von über drei Sekunden rettete die querschnittsgelähmte Jurastudentin einen minimalen Vorsprung von 14 Hundertstelsekunden auf die US-Amerikanerin Alana Nichols ins Ziel. „Das kann ich noch gar nicht realisieren“, sagte Schaffelhuber, deren Eltern und Bruder auf der Tribüne die Daumen gedrückt hatten: „Jetzt habe ich mein großes Ziel gleich am Anfang geschafft. Jetzt ist erst einmal der Druck weg.“ Und das alles am Weltfrauentag, der rund um den Globus am 8. März begangenen wird.

Nach dem goldenen Auftakt sind Schaffelhuber und Eskau noch lange nicht satt. „Ich bin gut drauf. Jetzt will ich auch im Langlauf Gold“, sagte Eskau, die noch sechs weitere Chancen auf Edelmetall hat. Schaffelhuber hat im Super-G, dem Slalom und Riesenslalom sowie in der Super-Kombination noch vier weitere Chancen auf Gold.

Eskau: "Mir wurde im Zimmer der Fernseher weggenommen"

Doch trotz ihres Hightech-Schlittens, den die ehemaligen Formel-1-Experten von Toyota speziell für Eskau angefertigt haben und rund 10.000 Euro teuer ist, wollte die älteste Athletin die Erwartungen nicht zu hoch hängen. „Man darf das Fell des Bären nicht vorher verteilen“, sagte sie und fügte mit einem Grinsen hinzu: „Es werden auch andere Nationen noch gewinnen.“

Auf die Eröffnungsfeier am Freitagabend hatte Eskau aus Rücksicht auf ihren Wettkampf extra verzichtet und sich stattdessen mit den „Drei Kameraden“ von Erich Maria Remarque die Zeit vertrieben. „Mir wurde im Zimmer der Fernseher weggenommen, weil den wohl irgend ein Offizieller brauchte“, sagte sie, „aber ich habe lieber Gold als einen Fernseher.“

Für die anderen deutsche Athleten lief es nicht nach Plan

Auf einen öffentlichen Siegeskuss von ihrer Freundin Miri verzichtete Eskau. „Sie ist hier, aber wir wollen nicht demonstrativ ein Zeichen setzen“, sagte die seit einem Fahrradunfall querschnittsgelähmte Athletin. In Russland gibt es ein Gesetz, das die 'Propaganda nicht-traditioneller sexueller Beziehungen' vor Minderjährigen verbietet.

Im Gegensatz zu den Golden-Girls lief es für die anderen deutschen Athleten nicht nach Plan. Andrea Rothfuss, die am Freitagabend die deutsche Fahne bei der Eröffnungsfeier getragen hatte, schied nach einem Fahrfehler bei der Abfahrt in der stehenden Klasse früh aus. Biathletin Anja Wicker (Stuttgart) musste sich nach einem Fehler beim letzten Schuss mit dem sechsten Platz bei den Sitzenden zufrieden geben. Bei den Männern kam Martin Fleig (Gundelfingen) in der gleichen Klasse nicht über Rang neun hinaus.

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sid/dpa

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