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Auch Sachenbacher-Stehles B-Probe positiv

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Evi Sachenbacher-Stehles A-Probe soll positiv gewesen sein.

Sotschi - Bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi gibt es den ersten positiven Doping-Test. Es soll sich dabei um Evi Sachenbacher-Stehle handeln. Auch die B-Probe war positiv.

Im Fall der möglicherweise gedopten deutschen Olympia-Athletin in Sotschi hat am Freitagnachmittag die B-Probe das positive Ergebnis der A-Probe bestätigt. Das gab Stefan Schwarzbach, Pressesprecher der Deutschen Skiverbandes (DSV) bekannt. Gefunden worden sei ein Stimulans, das „möglicherweise“ durch ein verunreinigtes Nahrungsergänzungsmittel in den Körper gelangt sei. Einen Namen nannte Schwarzbach nicht. Bei der betreffenden Athletin soll es sich um die Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle handeln.

Sachenbacher-Stehle ist nach Angaben des ZDF bei Olympia in Sotschi auch in der B-Probe positiv auf ein verbotenes Mittel getestet worden.

Der Deutsche Olympische Sportbund kündigte eine Stellungnahme noch für Freitag an.

Biathlon-Coach Pichler zu Positiv-Test

Russlands Biathlon-Trainer Wolfgang Pichler glaubt den Grund für die positive A-Probe zu kennen. „Wenn es stimmt, was ich gehört habe, hat sie verunreinigte Energieriegel genommen“, sagte Pichler in der ARD.

Pichler zufolge müsse man nun die Verantwortlichen fragen: „Wie kann man den Sportlern so etwas geben?“ Der in Ruhpolding lebende Pichler stellte am Donnerstag vor dem Start der Frauen-Staffel fest: „Ich bin natürlich auch schockiert wie alle Deutschen.“

Sachenbacher-Stehle nicht für Staffel nominiert

Sachenbacher-Stehle war nicht für die Damen-Staffel an diesem Freitag nominiert worden. Die ehemalige Ski-Langläuferin wechselte vor zwei Jahren zum Biathlon. Im Massenstart-Wettbewerb von Sotschi lief sie am Montag als Vierte knapp an einer Medaille vorbei.

Die 33-Jährige aus Reit im Winkl war 2006 am Tag vor der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Turin wegen erhöhter Blutwerte mit einer fünftägigen Schutzsperre belegt worden und musste beim Auftaktrennen der Ski-Langläuferinnen zuschauen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wollte zunächst keine weitere Stellungnahme zu dem Fall abgeben. Sachenbacher-Stehle war für eine Reaktion vorerst nicht zu erreichen.

Der DOSB wurde am Donnerstag um 21.30 Uhr (Ortszeit) vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) informiert, dass die A-Probe eines Sportlers „ein von der Norm abweichendes Ergebnis erbracht“ habe, hieß es in einer Mitteilung des Verbandes.

Während der Sotschi-Spiele ist es die erste positive Probe, die bekanntwurde. Bei den Winterspielen 1972 in Sapporo war Eishockeyspieler Alois Schloder als bisher einziger Deutscher bei Winterspielen positiv getestet worden. Ihm wurde die Einnahme des Stimulanzmittels Ephedrin nachgewiesen. 2002 hatte der Blutdoping- Fall des Ski-Langläufers Johann Mühlegg bei den Winterspielen in Salt Lake City für einen Skandal gesorgt. Der gebürtige Deutsche startete allerdings für Spanien.

Doping-Verdacht: Sportler sind entsetzt

Die Biathleten reagierten entsetzt auf den positiven Test. „Ich habe es gerade auf dem Handy gelesen. Und kann es gar nicht glauben“, sagte der ehemalige Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer nach dem Training am Freitag. Der für die abschließende Männer-Staffel am Samstag als Schlussläufer vorgesehene Simon Schempp stellte fest: „Ich habe es gerade mitgekriegt. Das ist ein extremer Schock. Mehr kann ich dazu nicht sagen.“

Auch Kombinations-Olympiasieger Eric Frenzel konnte die Hiobsbotschaft kaum glauben. „Das ist ein ganz schöner Hammer“, sagte der 25-Jährige vor Bekanntwerden des Namens von Sachenbacher-Stehle der ARD-„Sportschau“. Alle seien überrascht, dass es so etwas in Deutschland geben könne, da das Doping-Kontrollsystem einfach viel zu gut sei. „Von daher hat es einem schon die Füße vom Boden gezogen“, meinte Frenzel, einen Tag nach dem Silbermedaillengewinn mit dem Team der Nordischen Kombinierer.

„Wer sich so lange mit der Dopingproblematik beschäftigt wie ich, ist so leicht nicht mehr zu schockieren“, meinte Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, der dpa. „Also ist die Nachricht weder wirklich schockierend noch überraschend.“ Allerdings müsse man vor einer endgültigen Bewertung abwarten, was die Öffnung der B-Probe ergeben werde. Vor der Abreise nach Sotschi hatte Chef de Mission Vesper gesagt, dass er sicher sei, dass die deutsche Mannschaft bei den Winterspielen sauber an den Start gehen würde. „Absolut, das ist unser Ziel“, sagte er damals. Es seien nur Sportler nominiert, die nachweislich kontrolliert worden seien. Jeder nominierte Athlet wurde laut Vesper vor den Winterspielen noch einmal unangemeldet getestet, „weil wir nichts unversucht lassen wollen, um für sauberen Sport zu sorgen“.

Die größten Doping-Skandale der Sportgeschichte

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Das IOC hat bei den Winterspielen in Sotschi die Rekordzahl von 2453 Test bis zur Schlussfeier am 23. Februar vorgesehen. Ein Großteil der Urin- und Blutkontrollen ist bereits vorgenommen worden. Mehr als 50 Prozent der Tests werden außerhalb der Wettkämpfe durchgeführt. Bei den Winterspielen 2010 in Vancouver gab es einen Doping-Fall.

dpa

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